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Foto: Clemens Noll-Velten / bfp

bfp Fahrtest

Kia Sorento: Die Reiselimousine in SUV-Optik

Der neue Kia Sorento ist das größte SUV der Koreanischen Marke. Kann das Mitteklasse SUV User-Chooser und Fuhrparkmanager überzeugen? 

von Clemens Noll-Velten

Seit über 18 Jahren fährt der Kia Sorento schon in der SUV-Mittelklasse mit. In vier Generationen hat sich der Sorento von einer anfangs optischen Kopie der Mercedes-M-Klasse hin zu einem eigenen selbstbewussten Charakter entwickelt. Im Visier haben die koreanischen Hersteller die Mitbewerber aus dem Volkswagen Konzern, wie den Skoda Kodiaq, den Seat Tarraco und den VW Tiguan Allspace.

Mit einer Außenlänge von 4,81 Metern und einer Breite inklusive Außenspiegel von 2,17 Meter ist der Sorento äußerlich gegenüber dem Vorgänger kaum gewachsen, doch wirkt er um einiges imposanter und bietet nun mehr Platz im Innenraum. Äußerlich fallen das kantige Design, der riesige schwarze Kühlergrill, der die gesamte Frontpartie dominiert und die zweigeteilte vertikale Rückleuchte am Heck auf. Optische Designelemente, wie Chromschmuck, schick integrierte Leuchteinheiten vorne und hinten sowie die Finne in der seitlichen Fenstergrafik verleihen ihm eine filigrane Note.

Viel Platz im Innenraum

Die neue Plattform des Sorento namens N3 hat nun einen Radstand von 2,82 Metern (+3,5 Zentimeter zum Vorgänger). Mit diesen minimalen Rahmenbedingungen schafft Kia es, im Innenraum mehr Platz zu schaffen. Fahrer und Beifahrer sitzen bequem und genießen viel Bewegungsfreiheit. Noch opulenter geht es im Fond zu. Die Rücksitzbank ist in der Länge verschiebbar und die Lehnen sind in der Neigung verstellbar. Und selbst wenn die Bank ganz nach vorne geschoben wird, gibt es neun Zentimeter mehr Beinraum. Auch sonst steckt der Kia Sorento einiges an Ladung weg. Der Kofferraum fasst 705 bis maximal 2.100 Liter und schluckt nicht nur reichlich Gepäck, sondern hat auch noch Platz für eine dritte Sitzreihe (rund 800 Euro netto Aufpreis). Mit seiner ebenen Ladefläche und der für ein SUV erfreulich niedrigen Ladekante könnte der Sorento durchaus als Kleintransporter durchgehen.

Premium-Flair

Als entspannte Reiselimousine taugt der Sorento auch dank seiner vielen Helferlein. In der Topausstattung verwöhnt der Reiseriese mit modernen großen sehr gut ablesbaren Displays, elektrisch verstellbaren Ledersitzen sowie zahlreichen Konnektivitäts- und Assistenz-Systemen. Angefangen vom radargestützten Abstandstempomaten über den Stauassistenten bis hin zum Querverkehrswarner, der bei auftauchenden Hindernissen hinterm Fahrzeug Alarm schlägt. Und mit dem autonomen Rangierassistenten lässt sich der Sorento von außerhalb mittels Schlüsselfernbedienung in enge Parklücken rangieren. Der komfortable Ein- und Ausparkassistent ist allerdings nur in der höchsten Ausstattungsstufe Platinum erhältlich und ausschließlich in Kombination mit dem 2,2-Liter-Dieselmotor, mit dem wir unterwegs waren.

Vorbildlicher Toter-Winkel-Warner

Sehr gut ist der neuartige Totwinkelassistent, der beim Blinkersetzen die Kamerabilder des rückwärtigen Verkehrs in das Instrumentendisplay einblendet. An das zuverlässige Feature hat man sich schnell gewöhnt und möchte es nicht mehr missen, da es einen auf der Reise sicher unterstützt.

Infotainment

Schon ab der zweiten Ausstattungsstufe Vision ist ein 10,25 Zoll großes Touchscreen-Display inklusiv aktueller Online-Kartennavigation serienmäßig an Bord. Das System mit der Bezeichnung Uvo-Connect liefert Verkehrsdaten in Echtzeit, warnt auf der Route vor eventuellen Gefahrenstellen oder zeigt den Insassen auch den aktuellen Wetterbericht an. Zieleingabe und Aktivierung der Route gehen sehr flott. Zudem werden durch die Internetanbindung die Ankunftszeiten bis zum Reiseziel permanent aktualisiert und genau angezeigt. Darüber hinaus gibt das Multimedia auch Tipps zu Parkmöglichkeiten. Und sollte in der näheren Umgebung nichts frei sein, lotst der Sorento seine Insassen auf den letzten Metern nahtlos zu Fuß mittels Smartphone-App bis zum endgültigen Zielpunkt. Einen hohen Alltagsnutzen beweist der Kia neben seinen reichlich vorhandenen Staufächern zudem mit bis zu sieben USB-Anschlüssen.

Kia setzt auf eine Kombination aus klassischen Schaltern und Touchbedienung für die häufig verwendeten Funktionen. Die Schalter, Drehregler und virtuellen Bedienelemente sind ergonomisch gut angeordnet, intuitiv bedienbar und lenken den Fahrer daher weniger von seiner eigentlichen Aufgabe ab.

Kultivierter Diesel-Motor

Der von uns gefahrene 2,2-Liter-Turbodiesel Vierzylinder mit 202 PS läuft kultiviert und kommt nie aus der Ruhe. Der Selbstzünder entfaltet schon früh seine Kraft von 440 Newtonmeter Drehmoment, die über ein breites Drehzahlband den beiden Antriebsachsen zur Verfügung steht. Dazu passt auch das Acht-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, welches mit weichen und flotten Schaltvorgängen überzeugt und beim Beschleunigen immer die passende Gangstufe einlegt. Der Fahrer kann zwischen verschiedenen Fahrprogrammen wählen.

Zurückhaltend im Verbrauch

Das Fahrwerk spricht dynamisch an, flotte Fahrweise auf kurvigen Strecken steckt der Sorento relativ straff weg ohne ins Wanken zu kommen und ohne unkomfortabel zu werden. Mit seinem angenehmen Fahrkomfort eignet er sich bestens als langstreckentaugliches Reisemittel. Auf der Autobahn gibt der lässig gleitende Koreaner den angenehmen Kilometerfresser, zusätzlich packt die doppelte Isolierverglasung die Gäste im Sorento wie in Watte. Für den Ausflug abseits befestigter Straßen hält das Allradmodell zudem weitere Offroad-Fahrprogramme für Matsch, Schnee oder sandigen Untergrund bereit. Wird der Diesel hingegen als Zugfahrzeug genutzt, nimmt er bis zu 2,5 Tonnen an seinen Haken.

Der ermittelte Durchschnittsverbrauch ist für ein knapp 1,9 Tonnen schweres Diesel-SUV noch völlig in Ordnung. Zwar erreicht der Sorento die angegebene Werksangabe von 5,7 Litern nur, wenn das Gaspedal äußerst sanft gestreichelt wird, doch ist der Praxiswert von 7,2 Litern gemessen an Leistung und Gewicht absolut akzeptabel.

Kosten

Die getestete Allradversion kostet in der höherwertigeren Spirit-Ausstattung mindestens 41.545 Euro (netto). Die Vollausstattung ist mit rund 2.000 Euro (netto) Aufpreis schnell erreicht. Mit moderaten 43,70 Cent pro Kilometer an Betriebskosten müssen Fuhrparkmanager rechnen. Für dieses Geld bekommt man auch viel Auto und Technik in guter Qualität und sieben Jahre Garantie.

Fazit

Neue Qualitäten zeigt der Kia Sorento mit seiner stattlichen Erscheinung, sauberen Verarbeitung und schicken Materialien. Damit setzt die frisch gestartete vierte Generation des Sorento das Premium-Konzept seiner Vorgänger konsequent fort und schielt eine Klasse höher. Mit seinem Auftreten, seinen Kosten und seinem Fahrkomfort hat er das Potenzial in Fuhrparks häufiger zu finden zu sein.

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Mit einer Außenlänge von 4,81 Metern und einer Breite inklusive Außenspiegel von 2,17 Meter ist der Sorento äußerlich gegenüber dem Vorgänger kaum gewachsen, doch wirkt er um einiges imposanter und bietet nun mehr Platz im Innenraum.
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Äußerlich fallen das kantige Design, der riesige schwarze Kühlergrill, der die gesamte Frontpartie dominiert.
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Die neue Plattform des Sorento namens N3 hat nun einen Radstand von 2,82 Metern (+3,5 Zentimeter zum Vorgänger).
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Optische Designelemente, wie Chromschmuck, schick integrierte Leuchteinheiten vorne und hinten sowie die Finne in der seitlichen Fenstergrafik verleihen ihm eine filigrane Note.
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Kia Sorento „Tiger-Nose“
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Fahrer und Beifahrer sitzen bequem und genießen viel Bewegungsfreiheit.
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Noch opulenter geht es im Fond zu. Die Rücksitzbank ist in der Länge verschiebbar und die Lehnen sind in der Neigung verstellbar. Und selbst wenn die Bank ganz nach vorne geschoben wird, gibt es neun Zentimeter mehr Beinraum.
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Als entspannte Reiselimousine taugt der Sorento auch dank seiner vielen Helferlein. In der Topausstattung verwöhnt der Reiseriese mit modernen großen sehr gut ablesbaren Displays.
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Die Fahrfunktionen des Acht-Gang-Doppelkupplungsgetriebes und die Fahrmodi werden, wie bei Jaguar, reingedreht. 
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Sehr gut ist der neuartige Totwinkelassistent, der beim Blinkersetzen die Kamerabilder des rückwärtigen Verkehrs in das Instrumentendisplay einblendet.
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An das zuverlässige Feature hat man sich schnell gewöhnt und möchte es nicht mehr missen, da es einen auf der Reise sicher unterstützt.
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Der Kofferraum fasst 705 bis maximal 2.100 Liter und schluckt nicht nur reichlich Gepäck, sondern hat auch noch Platz für eine dritte Sitzreihe (rund 800 Euro netto Aufpreis).
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Staufächer in der zweiten Ladebene und stabile Zurrösen für UVV-konformes beladen. 
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Mit seiner ebenen Ladefläche und der für ein SUV erfreulich niedrigen Ladekante könnte der Sorento durchaus als Kleintransporter durchgehen.

Betriebskosten/TCO Kia Sorento 2.2 CRDi AWD DCT Spirit

Foto: Timo Bürger / bfp fuhrpark

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