Foto: Kia

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Kia XCeed: Coupé-Limousine im SUV-Look

Crossover-Modell sind meist Kompromissfahrzeuge, die nichts so richtig gut können. Anders ist es beim Kia XCeed.

Von Clemens Noll-Velten

Der fünftürige Crossover ist ein Mix aus Schrägheck-Limousine, sportlichem Coupé und klassischem SUV und das vierte Ceed-Familienmitglied, das sich in der Golf-Klasse nun auch einen Namen machen will. Der XCeed hat einige Offroad-Attribute, die ein solches Auto aus Sicht vieler SUV-Freunde auch haben sollte: Dazu gehören eine dunkle Kunststoff-Beplankung um die Radhäuser, ein ebenso verzierter Türschweller und ein angedeuteter Unterfahrschutz am Heck.

Doch die Vorzüge eines SUV bietet der XCeed nicht, denn er ist nicht als Allradler zu haben und die Karosserie liegt gerade einmal fünf Zentimeter höher als beim Ceed. Beim Kia Sportage sind es 12 Zentimeter zum Vergleich.

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Kia XCeed als Coupé-SUV mit viel Platz

Den ansonsten typischen Ceed-Gesichtsausdruck veränderten die Designer durch einen größeren unteren Lufteinlass. Er harmoniert mit dem etwas schmaler ausgelegten, ebenfalls veränderten Grill, der die "Tigernase" der anderen Modelle dezenter interpretiert. Das Heckfenster steht nicht steil wie bei einem SUV, sondern schräg, da hinter der dritten Dachsäule die Dachlinie abfällt. So wird aus dem Ceed eine Art Coupé-Limousine.

Der Innenraum gefällt. Die üblichen Bedienelemente und Schalter sind dort, wo man sie vermutet und lassen sich dank des aufgeräumten Cockpits leicht bedienen. Nur die Tasten links unten am Armaturenbrett werden vom Lenkradkranz teilweise verdeckt.

Sehr großzügig für ein Fahrzeug der Kompaktklasse ist das Platzangebot vorn. Große Menschen können sich die Sitze weit genug zurückschieben, ohne die Hinterbänkler in ihrer Beinfreiheit einzuschränken. Und die Kopffreiheit würde sogar für fast 2,10 Meter Körpergröße reichen. In Fond bietet der XCeed erwartungsgemäß weniger Platz als der fünftürige Ceed, dafür fällt der Kofferraum aufgrund der neun Zentimeter längeren Karosserie etwas größer aus. Der 426 Liter fassende Gepäckraum hat einen in der Höhe verstellbaren Boden und lässt sich durch die dreigeteilte Rücksitzbank (40:20:40) variabel auf bis zu 1.378 Liter erweitern.

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Agil, aber ausgewogen gefedert

Gut bis sehr gut schlägt sich der XCeed auch bei allen anderen Bewertungskriterien, ganz wie sein braver Bruder Ceed. Das ausgewogen gefederte Fahrwerk überzeugt vor allem mit gutem Schnellfahr- und Langstreckenkomfort, das fein montierte sowie hochwertig möblierte Cockpit erfreut mit simpler Bedienung und der Motor bietet gute Fahrleistungen bei angenehmer Laufkultur.

Der von uns getestete Benziner schöpft aus 1,6 Litern Hubraum 204 PS und ein maximales Drehmoment von 265 Nm. Sehr gut harmoniert das aufpreispflichtige Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das in allen Drehzahlbereichen harmonisch und unauffällig schaltet.

Leicht ist der Tester geneigt das agile Fahrverwalten des XCeed dauerhaft auszukosten, was sich in den Verbrauchsdaten dann mit dennoch passablen 7,1 Litern Super auf 100 Kilometer abbildet. Unsere Experten haben bei den Betriebskosten bei einer Laufzeit von 48 Monaten rund 33 Cent pro Kilometer berechnet.

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Viele Assistenten im Kia XCeed

Kia bietet nahezu alle Assistenten, die derzeit zu haben sind, teilweise serienmäßig im XCeed an. Auch die Vernetzung mit der digitalen Außenwelt wurde für den XCeed ausgeweitet, der als eines der ersten Modelle den Kia-eigenen Online-Dienst "UVO Connect". Damit werden Echtzeit-Verkehrsdaten in das Navigationssystem eingespeist und einige Fahrzeugfunktionen lassen sich aus der Ferne per App mit dem Smartphone kontrollieren und steuern.

Kia lässt sich das gute Aussehen allerdings bezahlen: Rund 1.600 Euro Aufpreis verlangen die Koreaner gegenüber dem klassischen Ceed in vergleichbarer Ausführung. Das Preisniveau, verglichen mit der Konkurrenz, lässt sich durchaus als fair bewerten. Bereits die Einstiegsversion beinhaltet serienmäßig unter anderem LED-Scheinwerfer, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Front-Kollisionswarner, aktiven Spurhalteassistenten, Müdigkeitswarner und Fernlichtassistent sowie eine siebenjährige Garantie.

Unser Fazit:

Der Kia XCeed wird bei User-Choosern Freunde finden. Rationale Fuhrparkmanager entscheiden sich für den günstigeren Ceed-Fünftürer, wer mehr Platz braucht, findet im Kombi Ceed Sportswagon den passenden Firmenwagen. Auch den Ladekünstler gibt es übrigens in einer Crossover-Version. Die heißt dann ProCeed, verzichtet auf SUV-Gimmicks, bietet aber stattdessen ein formschönes Shooting-Brake-Heck. Zumindest im Hinblick auf Design und Karosseriezuschnitt dürfte Kia also für jeden Geschmack etwas Passendes zu bieten haben.

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