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Flexible Mobilitätslösungen

Klar definierte Kosten dank Langzeitmiete

Ein geringes wirtschaftliches Risiko, schnelle Reaktion auf saisonale und personelle Schwankungen: Langzeitmiete als Mittel der Wahl für Fuhrparkmanager.

Inhaltsverzeichnis

Von Bettina Göttler

Langzeitmiete muss gar nicht lange sein. Allgemein spricht man ab einer Mietdauer von 30 Tagen von Langzeitmiete. Mittlerweile gibt es aber sogar Stundentarife, etwa bei Buchbinder und Europcar. Die maximale Mietdauer dagegen kann tatsächlich lange sein, sehr lange sogar: Sie ist oft unbegrenzt. Weitere Merkmale der Langzeitmiete sind, dass alle Kosten außer den Tankkosten in der Mietrate inbegriffen sind, das gewünschte Fahrzeug relativ schnell bereitsteht und an eine Wunschadresse geliefert wird.

Wann Langzeitmiete Sinn macht

Es dauert je nach Anbieter maximal fünf Tage, bis das gewünschte Fahrzeug bereitsteht. Dadurch kann ein Fuhrpark um ein oder mehrere Fahrzeuge sehr kurzfristig aufgestockt werden. Marcus Scholz, Managing Director bei Belmoto, bringt es auf den Punkt: "Die klassische Langzeitmiete für Unternehmen ist sinnvoll, um Bedarfsspitzen abzufedern, Projektgeschäft zeitlich zu bedienen, aber auch um die Wartezeit auf den Firmenwagen mit Interimsfahrzeuge zu überbrücken." Bedarfsspitzen können saisonbedingt etwa in der Landwirtschaft oder im Dienstleistungsgewerbe anfallen. Auch konjunkturelle Schwankungen können mit Fahrzeugen in Langzeitmiete ausgeglichen werden.

Einen weiteren Grund nennt Philipp Berg. Er ist als Commercial Director Leiter des Bereichs Customer Excellence & Sales bei Athlon Germany und sagt über Langzeitmiete: "Auch ganz simpel der Wunsch, unterschiedliche Fahrzeuge zu testen, fällt in diese Kategorie." Ein Mieter kann sogar innerhalb einer Laufzeit mehrere Fahrzeuge testen, denn in der Regel bieten sowohl die klassischen Vermieter als auch Leasinggesellschaften und Hersteller die Möglichkeit des Fahrzeugwechsels innerhalb der Mietzeit. Theoretisch kann ein Fuhrparkmanager seine Flotte immer wieder mit Neuwagen und zum Beispiel auch alternative Antriebe testen.

Oft ist es auch möglich, im Anschluss an die Mietzeit zum Leasing zu wechseln. Dann muss sich der Fuhrparkleiter sicher sein, dass er ein Fahrzeug dauerhaft nutzen wird. Für zeitlich begrenzte Hochzeiten im Flottengeschäft rechnet sich das Leasing nämlich nicht, ebenso wenig wie die Kurzzeitmiete.

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Der Vorteil gegenüber Kurzzeitmiete und Leasing

Philipp Berg erklärt den Unterscheid zur Kurzzeitmiete und zu Leasing genauer: "Die Kurzzeitmiete rechnet sich im Regelfall nur bei einer Nutzung von bis zu maximal 30 Tagen. Ein geleastes Fahrzeug stellt durch die lange Laufzeit von zwei bis drei Jahren ebenso keine wirkliche Alternative dar, um Bedarfsspitzen abzudecken. Durch eine vorzeitige Rückgabe oder lange Standzeiten entstehen beim Leasing zudem hohe Kosten."

Ein Fahrzeug in Langzeitmete kann dagegen meistens täglich zurückgegeben werden und es erfolgt eine entsprechend tagesgenaue Abrechnung. Wie hoch genau die Mietrate pro Tag ist, darüber können die meisten Vermieter keine exakten Angaben machen. Günstige Angebote beginnen bereits bei 11 Euro am Tag. Die Kosten hängen ab von Faktoren wie dem Nutzungsprofil, Abnahmemengen oder Laufzeit und -leistung.

Allgemein ist die tägliche Rate bei der Langzeitmiete höher als etwa beim Leasing. "Bei der Langzeitmiete zahlen Kunden zwar einen etwas höheren Preis als beim klassischen Leasing", so Berg weiter. "Allerdings sind bei uns neben den Kosten für Inspektion, saisonale Reifenwechsel, Kfz-Steuer, Übernahme von Schaden- und Notfallmanagement genauso wie internationale Pannenhilfe, Tankkarte die Rückgabe ohne Restwertbegleichung abgedeckt."

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Kein Eigenrisiko

Wartung, Verschleiß und Reparaturen sind nicht das Problem des Langzeitmieters. Diesbezügliche Risiken liegen beim Vermieter, er übernimmt das gesamte Schadenmanagement und kümmert sich gegebenenfalls um ein Ersatzfahrzeug. In seiner Verantwortung liegt auch die Umsetzung rechtlicher Vorgaben wie die Umweltplakette oder eine Umrüstung. Größtenteils sind zudem gratis im Service inbegriffen: Pannenservice, GEZ-Gebühren, Tankkarten und eine saisonale Bereifung.

Hier darf der Fuhrparkleiter aber durchaus wählerisch sein. Etliche Anbieter bieten „pick and choose“, dann sind nicht alle Services automatisch in der Mietrate inbegriffen. Hintergrund ist, dass oft schon entsprechende Services etwa im Rahmen einer Fuhrparkversicherung existieren. Dann bietet sich Sparpotenzial, wenn nur bestimmte zusätzliche Services gebucht werden. Oft kostenpflichtig, aber immer im Angebot der Langzeitmiete inbegriffen ist der Hol- und Bringservice für eine Fahrzeugübergabe beim Kunden vor Ort.

Mietpreis zählt als betriebliche Ausgabe

Auch aus finanzieller Sicht birgt Langzeitmiete minimale Risiken. Einerseits wird kein Kapital gebunden, da keine Anzahlung nötig ist. Andererseits sind die Kosten klar definiert, die Mietraten als Betriebsausgabe abzugsfähig und eine feste Kalkulationsgrundlage bietet Planungssicherheit. Armin Hofer, Geschäftsführer von Euro-Leasing, spricht sogar von "Kostenminimierung". Mit Langzeitmiete "kann der Fuhrparkleiter kurzfristig über die Fahrzeuge verfügen, sie aber auch bei sich verändernden Marktbedingungen jederzeit ohne Zusatzkosten zurückgeben." Rund 80 Prozent der Kunden von Euro-Leasing sind Fuhrparks. Armin Hofer geht von einem weiteren Wachstum aus, denn: "Die Tendenz des Marktes zeigt eindeutig in Richtung des Wunsches nach mehr Flexibilität im Flottengeschäft, anstatt langfristiger Festlegung."

Marktübersicht Langzeitmiete

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