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Transporter

Kleintransporter: Die Flitzer für die Stadt

Die kleinen Kastenwagen sind oft die Schaffer, die die sogenannte „letzte Meile“ in der Transportkette bewältigen. Doch die einzelnen Modelle unterscheiden sich in vielen Details.

Inhaltsverzeichnis

Sabine Neumann

Ihr Ruf als Raumwunder eilt ihnen voraus, den kleinen Kastenwagen. Bei kompakten Außenmaßen bieten die Klein- und Kleinsttransporter großzügige Platzverhältnisse. Also genau das Richtige, um im urbanen Umfeld zu punkten. So passen Werkzeug und Ersatzteile, ja manchmal sogar eine kleine Werkstatt ebenso hinein wie jede Menge Ladung. Jede Menge? Da lohnt es sich durchaus, mal genauer hinzusehen.

Als einer der Parameter bei der Suche nach dem besten Transporter fürs eigene Geschäft kommen die Abmessungen der Karosserie in Frage. Bis auf den Dacia Dokker Express und den Nissan NV 200 bieten alle Hersteller mindestens eine kurze (L1) und eine lange (L2) Variante. Bei Mercedes gibt es den Citan sogar in drei Längen: compact, lang und extralang. Den baugleichen Renault Kangoo gibt es indessen nur in den ersten beiden Versionen. Aufgrund etwas schmaler ausfallender Stoßfänger darf der Franzose mit einer Gesamtlänge von 3,89 Metern auch den Titel „kürzester Hochdachkombi“ für sich beanspruchen.

Welcher ist der längste Kastenwagen?

Den größten Parkplatz im L1-Segment müssen sich hingegen Ford-Fahrer mit dem 4,41 Meter langen Transit Connect suchen. Um die Plätze dahinter schlagen sich der VW Caddy und der Fiat Doblò Cargo. Mit 4,408 und 4,406 Metern liegt der Unterschied allerdings nur im hundertstel Bereich. Bei den L2-Vertretern betragen die Abmessungen in der Länge zwischen 4,63 Meter beim Pärchen Citroen Berlingo/Peugeot Partner und 4,87 Meter beim VW Caddy.

Doch die Unterschiede sind nicht nur bei der Länge, sondern auch beim Radstand groß. Zwischen dem mit 2,31 Metern kürzesten Abstand (Citan und Kangoo) bis zum längsten mit 3,10 Metern (L2 bei Doblò Cargo und Opel Combo) liegen immerhin fast 80 Zentimeter. Der Radstand allerdings ist es nicht immer, der den Unterschied zwischen L1 und L2 ausmacht. Beim PSA-Duo Berlingo und Partner ist es vielmehr der längere Überhang hinten. Der Abstand zwischen den Rädern vorne und hinten beträgt in beiden Längenversionen 2,78 Meter.

Wer hat das meiste Ladevolumen?

Wesentlich wichtiger aber als die Außenabmessungen sind bei einem Transporter natürlich die Größe des Laderaumes und die Nutzlast. Das kleinste Ladevolumen haben mit 2,3 Kubikmetern der Kangoo und der Citan in der kompakten Ausführung. Die Nutzlast liegt beim Sternenträger gerade einmal bei 415 Kilogramm, beim Renault dagegen bei 595 Kilogramm. Der NV 200 liegt mit 4,2 Kubikmetern Ladevolumen indessen ganz weit vorne. Zumal er in den Abmessungen (Radstand 2,72 Meter) eher den übrigen L1-Versionen entspricht. Der Caddy kommt zwar auch auf diesen Wert, dann jedoch erst in der Maxi-Variante. Der große Unterschied liegt bei den beiden Fahrzeugen in der Nutzlast. Während das japanische Modell nach Angaben des Herstellers in Verbindung mit dem Basisdiesel (1.5 dci 90 mit 90 PS) zwischen 626 und 720 Kilogramm Zuladung wuppt, dürfen es beim VW immerhin bis zu 832 Kilogramm sein.

Wer hat die größte Zuladung?

In der Relation zeigt sich aber auch ein Dacia Dokker mit eine Nutzlast von 555 Kilogramm bei nur 3,3 Kubikmetern Ladevolumen als ziemlich belastbar. Mit der im höheren Ausstattungsniveau Ambiance serienmäßigen Auflastung sind es sogar 675 Kilogramm. Eine solche Nutzlasterhöhung bieten die meisten Hersteller an. Mit 96 Euro ist sie beispielsweise bei VW noch nicht einmal teuer, wenn auch nur in Verbindung mit L1 und den Antrieben 1,2-Liter-TSI oder den TDI mit 75, 102 oder 122 PS zu haben. Bei diesen Antrieben dürfen dann aber immerhin bis zu 1.020 Kilogramm Gewicht geladen werden. Damit avanciert der VW vor dem Opel Combo mit 1.000 Kilogramm Nutzlast (ebenfalls in der langen Karosseriever sion) zum Lademeister.

Mit dem optionalen Flexsitz-Plus-Paket (345 Euro), sprich einer nach vorne an den Fahrersitz klappbaren Trennwand und einem umklappbaren Vordersitz mit versenkbarer Sitzfläche, steigert sich das Ladevolumen auf 4,7 Kubikmeter. Dann steht auch eine Gesamtladelänge von 3,07 Metern zur Verfügung. Ein Plus, das beim Transport von langen Rohren, Latten oder Leitern entscheidend sein kann. Ein ähnliches Paket für den Beifahrersitz wird auch von Opel (105 Euro), Renault (490 Euro) oder Peugeot (200 Euro) angeboten. Das Duo Fiat Dobló und Opel Combo gibt es indessen als einzige Vertreter mit einem Hochdach. Das steigert das Ladevolumen jeweils von vier auf 4,4 Kubikmeter.

Wer hat die größte Laderaumlänge?

Doch was bringen Ladevolumen und Nutzlast, wenn Gegenstände wie eine Europalette mit 1,20 Metern Breite nicht durch die Türen gehen? Ladelänge und der Abstand zwischen den Radkästen sind also durchaus auch eine entscheidende Größe. So können beispielsweise schon im kurzen Ford Transit Connect zwei Europaletten verstaut werden. Mit dem langem Radstand dürfen es auch 2,40 mal 1,20 Meter große Bauplatten sein, die zur Baustelle transportiert werden können.

Von solchen Dimensionen kann man bei einem Dacia Dokker nur träumen. Der Abstand zwischen den hinteren Rädern beträgt gerade einmal 1,13 Meter. Selbst der Caddy ist an der schmalsten Stelle nur mit 1,17 Metern angegeben. Erfreulich ist jedoch bei beiden, dass die Schiebetür jeweils die Breite von 70 Zentimetern übertrifft. Bei den Franzosen ist die Öffnung um bis zu sechs Zentimeter schmaler. Gar keine Schiebtür lässt sich indessen für die kurzen Versionen von Kangoo oder Citan ordern. Für alle anderen Kleintransporter gibt es das Angebot, Schiebetüren auf beiden Seiten zu installieren. Die Preise schwanken hier zwischen 210 Euro (Dacia Dokker) und 405 Euro (VW Caddy). Die Verglasung der Hecktüren kostet beim VW dafür nur 62 Euro. Das kann bei anderen Herstellern auch bis zu 350 Euro (Nissan NV 200) zu Buche schlagen.

Hecktür oder Heckklappe?

Ab Werk liegt die Breite der Hecktüren der kleinen Kastenwagen zwischen 1,10 und 1,23 Metern, mal asymmetrisch zu öffnen, mal mit, mal ohne Fenster – wahlweise steht meistens auch eine Klappe zur Wahl. Ganz gleich für welche Version man sich entscheidet, bei einem Nutzfahrzeug werden die Türen im Laufe eines Autolebens so häufig auf und zu gemacht, dass Scharniere, Laufschienen und Handgriffe von so robuster Qualität wie möglich sein sollten. Die Ford-Entwickler haben dazu Türen und Motorhaube mehr als 250.000 Mal betätigt, um zu gewährleisten, dass sie sich auch unter harten Bedingungen noch bewähren. Auch die Art und Weise wie sich eine Klappe schließt, kann darüber entscheiden, wie angenehm der Arbeitsalltag aussieht. Eine Softtouch-Lösung wie im Caddy mag anfangs vielleicht übertrieben erscheinen. Doch am Ende des Tages dient auch das der Entlastung des Mitarbeiters. Das gleiche gilt übrigens auch für die Höhe der Ladekante. Während sie im Caddy nur 57 Zentimeter hoch ist, müssen im Berlingo bereits gut 58 Zentimeter, im Transit Connect sogar 59 Zentimeter überwunden werden – das sind bei 100 Mal rauf und runter zwei Meter mehr im Vergleich zum VW.

Wer kann am meisten ziehen?

Sollte das Ladevolumen am Ende dann doch nicht ausreichen, dann wäre ein Anhänger noch ein Mittel, um Ware und Material an den gewünschten Ort zu bringen. Inwiefern man hier auf der sicheren Seite sein will, entscheidet sich schon bei der Wahl der Motorisierung des kleinen Kastenwagens. Naturgemäß bieten die Selbstzünder etwas mehr Kraft bei der Anhängelast als der Benziner. Während Berlingo und Co eine gebremste Anhängelast zwischen 1.000 und 1.200 Kilogramm ziehen können, sind es beim Combo schon 1.300 Kilogramm als L1 und 1.450 Kilogramm als L2. Als besonders leistungsfähig erweist sich an dieser Stelle jedoch der Caddy Maxi in Verbindung mit dem 102 PS starken Zweiliter-Diesel: er darf bis zu 1.500 Kilogramm ziehen.

Mit 19.900 Euro ist er allerdings auch das teuerste Angebot in diesem Segment. Allerdings sind ihm der Kangoo Rapid Maxi mit 19.000 Euro (dci 110/110 PS) oder der extralange Citan mit 18.650 Euro (108 CDI/90 PS) dicht auf den Fersen. Unschlagbar im Preis ist und bleibt der Dacia Dokker. Selbst für die besser ausgestattete Ambiance-Version müssen für den 75 PS starken Selbstzünder nur 9.350 Euro investiert werden – abhängig von den Bedürfnissen des eigenen Geschäfts und den entsprechenden Einsatzzwecken kann damit auch das Modell der rumänischen Renault-Tochter das passende Raumwunder sein.

Auf einen Blick:

  • Kleintransporter vereinen viel Platz auf kleiner Fläche
  • Die einzelnen Modelle variieren stark
  • Es gibt unterschiedliche Ausstattungen

marktübersicht Kleintransporter

© Sabine

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