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Fuhrparkmanagement

Langzeitmiete: Für mehr Flexibilität

Langzeitmiete für Pkw und Transporter ist die Alternative zum Fullservice-Leasing. Aber wann macht sie Sinn?

Inhaltsverzeichnis

von Alfons Wolf

Das Instrument „Langzeitmiete“ ist auch bei Fuhrparkleitern „in“. Kleinwagen, Kompaktwagen, Cabrios, Off-Roader, Vans oder Oberklasse-Limousinen, Transporter mit Elektroantrieb oder klassischem Verbrennungsmotor, aber auch Sonderfahrzeuge jeder Art– mit der Langzeitmiete stehen den Unternehmen alle Wagenklasse zur Verfügung, teilweise innerhalb einer Stunde. Die Mietdauer beginnt in der Regel bei einem Bedarf von mehreren Wochen.

„Generell empfiehlt sich die Langzeitmiete bei Mietdauern ab einem Monat und bis zu einem Jahr sowie immer dann, wenn die Planungssicherheit gering ist“, sagt Frank Langbein, Director Commercial Sales Germany von der Hertz Autovermietung. So können kurz- oder mittelfristige Fuhrparkengpässe schnell und flexibel behoben werden. Anbieter sind natürlich die klassischen Autovermieter, aber auch auf Leasing spezialisierte Dienstleister bieten immer häufiger Langzeitmiete an.

Wann bietet sich Langzeitmiete an?

„Ein typischer Fall wäre das Abfedern temporärer Spitzen, wie sie bei Probezeit und Projektarbeit entstehen oder aber auch die Überbrückung von Lieferzeiten für Neuwagen“, sagt Michael Velte, Sprecher der Geschäftsführung der Deutschen Leasing Fleet. Auch bei Lease Plan ist die Langzeitmiete ein fester Bestandteil der Mobilitätsdienstleistungen. „Im Jahr 1990 hat Lease Plan die „Keddy Autovermietung GmbH“ gegründet. Damit verfügen wir seit knapp drei Jahrzehnten über Mietwagen-Know-how“, berichtet Dieter Jacobs, Mitglied der Lease-Plan-Geschäftsleitung.

„Unsere Kunden haben regelmäßig einen Bedarf an Übergangs- oder Temporärmobilität, etwa wenn externe Projekte anstehen oder wenn das Saisongeschäft einen erhöhten Mobilitätsbedarf beansprucht“, bestätigt auch Bernd Hanisch, Director Operations von Ari Fleet. Langzeitmobilität sei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Arval betreibt eine eigene Mietflotte von derzeit rund 1.000 Fahrzeugen, die über eine hochwertige, für Dienstwagen typische Ausstattung verfügt. Alpharent heißt das Produkt bei Alphabet, und für den Volkswagen-Konzern bietet Euromobil die Langzeitmiete unter der Vermietmarke Volkswagen Financial Services/Rent-a-Car an. Warum? „Ganz einfach: Weil wir erkannt haben, dass Fuhrparkmanager für die effiziente Steuerung ihrer betrieblichen Mobilität mehr Flexibilität benötigen“, sagt Joerg Feldheim, Geschäftsführer der Euromobil Autovermietung GmbH.

Bedarfsgerechte Angebote

Welche Gründe sprechen für Langzeitmiete?

Hauptargument ist, dass die Kurzzeitmiete sich im Regelfall nur bei einer Nutzung bis zu maximal 30 Tagen rechnet. Ein geleastes Fahrzeug stellt wegen der längeren Vertragslaufzeit von zwei bis drei Jahren keine wirkliche Alternative dar, da die Kosten bei vorzeitiger Rückgabe oder langer Standzeit wegen einer fehlenden Auslastung vergleichsweise hoch sind. Damit füllt die Langzeitmiete die Lücke zwischen der Kurzzeit- oder Tagesmiete und dem Leasing.

Denn die Dauer der Fahrzeugnutzung ist im Flottenmanagement die wichtigste Stellschraube bei der Bereitstellung von Mobilität. Daher sehen die Anbieter sie nicht als unabhängiges Produkt. „Fullservice-Leasing, Kurzzeit- oder Langzeitmiete. Diese drei Bausteine können nach Bedarf flexibel miteinander kombiniert werden“, sagt Tim Beltermann, Leiter Vertrieb und Marketing, Alphabet Deutschland.

Wie wird Langzeitmiete angenommen?

„Die Langzeitmiete erfreut sich sehr großer Beliebtheit. Die Nachfrage nach dieser sehr flexiblen Mobilität steigt kontinuierlich“, bestätigt auch Detlev Pätsch, Vorstand Operations der Sixt SE. Die Langzeitmiete als Alternative oder Ergänzung zu Kauf und Leasing passt ideal zu diesen Anforderungen. „Vor allem im Hinblick auf Flexibilität, Effizienz, Fullservice und Einsparpotential. Die bedarfsorientierte Verfügbarkeit von Mietwagen wird aus unserer Sicht im Fuhrpark- und Travel-Management immer wichtiger“, sagt Niels Rathsmann, Director of Sales und Mitglied der Geschäftsleitung von Enterprise Deutschland.

Gibt es speziell zugeschnittene Lösungen?

Dabei werden für die Kunden auch spezielle, auf ihren Fuhrpark zugeschnittene Lösungen erarbeitet. Die Kunden sind zufrieden. So liegen bei Europcar bereits rund 40 Prozent der Vermiettage im Langzeitbereich. Hohe Qualität der Fahrzeuge, mehr als 550 Stationen überall in Deutschland, die kurzfristig Fahrzeuge zur Verfügung stellen, seien unter anderem Gründe für den Erfolg. „Unsere Kunden schätzen die hohe Flexibilität“, sagt Marcus Scholz, Director Business Unit Contract Sales von Europcar.

Vermieter bieten alle Arten von Fahrzeugen eben genau so lange, wie es die Kunden benötigen. „In der Regel ist die Langzeitmiete immer dann von Vorteil, wenn der Nutzer ein Fahrzeug nur für einen begrenzten Zeitraum unter einem Jahr benötigt“, sagt Christine Meyer von der Caro Autovermietung. Caro hat sich zusätzlich auf den Bereich Sonderfahrzeuge spezialisiert und kann auch mit Taxis, Fahrschulfahrzeugen, Kühl-Lkws und vielem mehr aufwarten.

„Die Langzeitmiete ist auch ideal, wenn im Winter ein SUV, im Sommer aber eine Limousine benötigt wird oder wenn die Anzahl der Poolfahrzeuge reduziert werden soll“, weiß Rathsmann von Enterprise Deutschland. Denn ein eigener Fahrzeugpool lohnt sich erst ab einer Auslastung von 75 bis 80 Prozent, sagt Scholz von Europcar.

Kurzzeit-oder Langzeitmiete?

Geht es um Auftragsspitzen oder Vertriebsoffensiven von mehreren Wochen für die man zusätzliche Fahrzeuge benötigt, dann macht die Langzeitmiete Sinn. Wirtschaftlich ist die Langzeitmiete, wenn die Einsatzdauer bis zu achtzehn Monate beträgt. Die Kurzzeitmiete wird in der Regel genutzt, wenn das personenbezogene Fahrzeug kurzfristig ausfällt, zum Beispiel bei einem Unfall oder bei Wartung und Inspektion.

„Darüber hinaus ist die Kurzzeitmiete das Mittel der Wahl für Geschäftsfahrten. Rund 70 Prozent der Mitarbeiter in einem Unternehmen sind in der Regel nicht dienstwagenberechtigt. Besonders von diesen Mitarbeitern wird die Kurzzeitmiete als Mobilitätslösung in Anspruch genommen“, weiß Jacobs von Lease Plan. Er ist aber absolut sicher, dass Mietformen – welche Dauer auch immer sie haben mögen – sich weniger zur Mitarbeitermotivation eignen.

„Bei längerfristigen Mobilitätsbedarfen beispielsweise als Anreizinstrument für User Chooser oder einem festen Bestand an Serviceflotten beziehungsweise Außendienstmitarbeitern ist Leasing die bessere Wahl“, bestätigt auch Euromobil-Autovermietung-Geschäftsführer Feldheim.

Das Fahrzeugleasing stellt derzeit immer noch die dominierende Beschaffungsform im gewerblichen Bereich dar. Laut dem Marktforschungsinstitut Dataforce sind rund 60 Prozent der gewerblich genutzten Fahrzeuge in Deutschland geleast. Alfons Wolf

Wann passt die Langzeitmiete?

Welche Form der Miete die passende ist, lässt sich nur situationsbedingt beantworten. Die Langzeitmiete kann für Unternehmen zu einem wichtigen Element der eigenen Mobilitätsplanung werden. „Sie deckt den mittelfristigen Mobilitätsbedarf ab und eignet sich zum Beispiel für Unternehmen, die Mitarbeiter auf Projektbasis beschäftigen oder im Saisongeschäft tätig sind“, sagt Detlev Pätsch von Sixt. Eine weitere klassische Situation ist, wenn Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen und nicht absehbar ist, ob es zu einem unbefristeten Arbeitsverhältnis kommt. Während dieser Zeit greifen Unternehmen vermehrt auf Langzeitmietfahrzeuge zurück.

Die Vorteile im Überblick

  • Keine Anzahlung nötig

  • Keine Vertrags-, Restwert- und Reparaturrisiken

  • Planungssicherheit durch feste Kalkulationsgrundlage

  • Kein Bilanzausweis notwendig

  • Abzugsfähigkeit der Mietraten als Betriebsausgaben

  • Stets neues Fahrzeugmodell

Langzeitmiete 2017

Tabelle Marktübersicht Langzeitmiete 2017

© bfp fuhrpark & management

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