Ein Mann ist in schwarz gekleidet und steht vor einer roten Tür. Hinter ihm steht ein Lastenrad mit einer großen weißen Kiste vor dem Lenkrad.
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Lastenräder etablieren sich als emissionsarme Transportlösung.

Inhaltsverzeichnis

Letzte Meile

Lastenräder: Vielseitige Transportlösung

Lastenräder sind in immer mehr Städten auffindbar und stellen eine Alternative zum konventionellen Lieferwagen dar. Wir befragten führende deutsche Bikeleasing-Anbieter zu ihren Lastenrädern und Services.

Auch an der Logistik auf der sogenannten letzten Meile geht der Fahrrad-Boom nicht vorbei. Laut Marktdaten des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) vom März 2023 belief sich die Summe verkaufter Lastenräder im Gesamtjahr 2022 auf 212.800. Das ist ein Zuwachs gegenüber 2021 von 27,4 Prozent. Lastenräder etablieren sich allmählich als vielseitige Transportlösung und scheinen besonders interessant für all diejenigen, die auf nicht allzu langen Strecken größere Lasten zu ihren Kundinnen und Kunden befördern müssen. Ideal also für die letzte Meile.

Mit bis zu vier Rädern können sie dementsprechend unterschiedlich viel befördern. Sogar ganze Espressobars in Form von Lastenrädern sind schon in Metropolen auffindbar. Das zeigt, wie vielfältig sie sind. Daher haben wir relevante Bikeleasing-Anbieter genauer über alle wichtigen Trends rund ums Lastenrad befragt. Die folgenden Fakten basieren auf den Antworten von Business Bike, Jobrad, Lease a Bike und Mein Dienstrad.

Bikeleasing: Das sind die aktuellen Trends und Services

Immer mehr Unternehmen bieten ihren Angestellten ein Dienstrad als Mobilitätsbenefit an. Grund für uns führende deutsche Bikeleasing-Anbieter nach Services und aktuellen Trends zu fragen.
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Welche Lastenrad-Typen gibt es?

Der größte Unterschied zu herkömmlichen Rädern steckt schon im Namen selbst. Mit einem Lastenrad sollen Lasten transportiert werden, was mit einem konventionellen Fahrrad eben nur erschwert möglich ist. Unterschieden werden dabei grundsätzlich einspurige von zweispurigen Lastenrädern:

Einspurige Lastenräder lassen sich je nach Transportart in Long John (mit Kiste oder Ladefläche vor dem Lenker) oder Long Tail (mit Lademöglichkeiten hinter dem Sitz) aufteilen. Die Lastenrad-Variante Long John besitzt einen verlängerten Radstand und eine Ladefläche vorne. Das Fahrrad ist länger, aber nicht unbedingt breiter als ein klassisches Fahrrad. Die Variante Long Tail besitzt ebenso einen verlängerten Radstand, die Ladefläche befindet sich aber vor dem Hinterrad. Auch verlängerte, am Rahmen verbundene Gepäckträger sind möglich. Wie die Variante Long John ist auch diese länger, aber nicht breiter als ein klassisches Fahrrad.

Mehrspurige Lastenräder haben meistens drei Räder und bieten durch die zwei Räder vorn oder hinten am Fahrrad mehr Stabilität für schwere Lasten. Mittlerweile sind aber auch vierrädrige Lastenräder für diverse Zwecke auf den Straßen unterwegs. Ob mit drei oder vier Rädern, mehrspurige Lastenräder sind naturgemäß immer breiter als klassische Fahrräder.

Welche Nutzlast bieten Lastenräder?

Bezüglich der Nutzlast ist es ratsam, sich über die jeweiligen Varianten und Modelle im Fachhandel zu informieren. Business Bike zufolge ermöglichen einspurige und zweispurige Lastenräder Zuladungen von 100 bis 200 kg. Backpacker-Lastenräder hingegen seien eher für Zuladungen von 60 bis 80 kg geeignet.

Für welchen Einsatz eignen sich Lastenräder?

„Lastenräder sind besonders für Transportunternehmen und Auslieferungsservices geeignet, da sie eine Vielzahl von Waren und Lieferungen transportieren können", so Christian Wölbern, Geschäftsführer von Lease a Bike. Daher können Lastenräder beispielsweise für Lieferdienste, Apotheken oder Handwerksbetriebe eine alternative Transportmöglichkeit sein. Aber auch für die private Nutzung bietet sich ein Lastenrad an, um beispielsweise Einkäufe zu transportieren.

Lastenräder: Mit oder ohne Elektrounterstützung?

Analog zu konventionellen Fahrrädern sind Lastenräder sowohl mit als auch ohne Elektrounterstützung erhältlich. Allerdings greifen Kundinnen und Kunden maßgeblich auf elektrifizierte Lastenräder zurück, so die befragten Bikeleasing-Anbieter. Demnach liegt die Nachfrage nach Lastenrädern ohne E-Motor bei Business Bike unter 10 Prozent, bei Mein Dienstrad unter 2 Prozent und bei Lease a Bike geht die Nachfrage nach Lastenrädern ohne Elektrounterstützung praktisch gegen null. Ein Grund für das mangelnde Interesse sei dabei unter anderem das hohe Gewicht der Räder.

Welche Reichweite bieten E-Lastenräder?

Die Reichweite eines E-Lastenrades hänge von mehreren Faktoren ab. Einfluss nehmen unter anderem das Fahrradmodell, die Akkukapazität und auch die transportierte Last. Somit können laut Angaben der Leasing-Anbieter Nutzerinnen und Nutzer mit einer maximalen Reichweite von 60 bis 75 Kilometern rechnen.

Welche Services gibt es für geleaste Lastenräder?

Je nach Leasing-Anbieter stehen den Kundinnen und Kunden deutschlandweit etwa 4.500 bis  6.000 Fachhandels- und Servicepartner zur Verfügung. Allerdings ist es möglich, dass nicht alle Handels- und Servicepartner neben konventionellen Fahrrädern auch Lastenräder im Angebot haben oder Reparatur- und Wartungsdienstleistungen für diese anbieten. Hier sollten sich Interessierte beim Fachhändler vor Ort informieren.

Bei der Radübernahme und anstehenden Wartungen beziehungsweise Reparaturen ist der Fachhändler erster Ansprechpartner, so Mein Dienstrad. Bei Fragen können sich Kundinnen und Kunden aber auch beim Kundenservice melden. Auch beim Leasing über Jobrad kümmere sich der jeweilige Fachhandelspartner um Radübergabe, Wartung und Reparatur. Steht das Leasingende bevor, sorgt Jobrad in Kooperation mit einem Logistik-Partner für die Abholung.

Lease a Bike verweist bei der Übergabe, Wartung und Reparatur des Fahrrads auf die Fachhandelspartner vor Ort. Bei der Rückgabe des Fahrrads organisiere Lease a Bike die Abholung an der Wohn- oder Arbeitsstätte des Nutzers direkt mit ihm. „Für die Wartung beziehungsweise Reparatur ist der erste Ansprechpartner jeder der über 6.000 mit Business Bike kooperierenden Fachhändler in Deutschland“, so Nicole Schwabe, Vertriebsleiterin Außendienst bei Business Bike. Auch stehe bei Fragen der Kundenservice zur Verfügung, der auch das Leasingende eines Fahrrades betreut.

Mobilitätsgarantien: Auch für die Fracht?

Lastenräder sind maßgeblich für den Transport von Waren gedacht. Aber was geschieht, wenn das Lastenrad unterwegs ausfällt oder beschädigt wird? Bleibt die Ware dann unausgeliefert an Ort und Stelle? Die von uns befragten Bikeleasing-Unternehmen bieten eine Mobilitätsgarantie mit unterschiedlichen Komponenten an, mit deren Hilfe der weitere Weg von Kundinnen und Kunden abgesichert ist. Diese Serviceleistungen unterscheiden sich jedoch von Anbieter zu Anbieter und so sollten sich Interessierte auf den jeweiligen Webseiten individuell informieren.

Bezüglich der Lastabsicherung gibt es Einschränkungen. Bei Lease a Bike bezieht sich die Mobilitätsgarantie ausschließlich auf das Fahrrad und nicht auf die transportierte Fracht. Business Bike hingegen übernimmt zumindest das Abschleppen von Gepäck und Ladung. Auch Mein Dienstrad unterstützt das Abschleppen der Fracht. „Kosten für den separaten Transport von Gepäck und Ladung bis zu 200 Euro werden übernommen, wenn ein Transport mit dem Fahrrad oder E-Bike nicht möglich ist", so Günther Westermann, Vertrieb KMU bei Mein Dienstrad.

Welche Aus- oder Umbauten gibt es für Lastenräder?

Bezüglich etwaiger Umbauten von Lastenrädern sieht es eher mau aus. Business Bike bietet ausschließlich vom Hersteller direkt angebotene Modelle für das Leasing an. Auch Jobrad schließt eine Veränderung des Rads nach Leasingbeginn aus und weist darauf hin, dass Veränderungen oder Ergänzungen zur Leistungssteigerung des Rads prinzipiell untersagt sind. „Fahrradhändler dürfen das Rad im Rahmen von leasingfähigem Zubehör anpassen“, so Lara Burger, Pressesprecherin von Jobrad. Mein Dienstrad schließt Umbauten an Leasingrädern ebenfalls aus. Lease a Bike bietet über die Standard-Lastenräder zusätzlich Branchenlösungen an und verweist dabei auf die Fachhandelspartner. Der Aus- und Umbau eines Lastenrads als spezielle Branchenlösung erhöhe allerdings in der Regel den Kaufpreis oder wird als Zubehör in den Einzelleasingvertrag integriert.

Welche Wartungsintervalle bestehen für die von Ihnen verleasten Lastenräder?

Die tägliche Nutzung eines Lastenrades  führt unweigerlich zu Verschleiß und auch weitere Schäden sind möglich. Deshalb sind Wartungen und Inspektionen empfehlenswert – auch wenn sie nicht jeder Leasinganbieter vertraglich vorgibt. Bei Jobrad sind Wartungen keine Verpflichtung, sondern liegen in der Eigenverantwortung des Leasingnehmers oder können als Teil optional wählbarer Service-Pakete hinzugebucht werden. Lediglich eine Vollkaskoversicherung ist bei Jobrad Grundbestandteil eines Leasingvertrags. Auch Mein Dienstrad empfiehlt Wartungen lediglich. Diese sind auch im Rahmen von Service-Paketen zusätzlich buchbar. Eine UVV-Prüfung ist dabei Bestandteil jedes optionalen Pakets.

Lease a Bike bietet die Abrechnung von Wartungsleistungen, Inspektionen und Verschleißreparaturen ebenso im Rahmen von Paketen an. Ein Rundum-Schutz-Paket ist dabei verpflichtend und ist in den Varianten Basis, Premium und All-inclusive erhältlich. Kundinnen und Kunden wählen eines dieser Pakete mit einem bestimmten Wartungs- und Inspektionsbudget pro Jahr. Die Kosten eines Pakets werden monatlich über eine Rate abgerechnet und hängen von mehreren Faktoren ab, wie  dem Kaufpreis des Lastenrads und dem Bruttogehalt. Daher sollten Kundinnen und Kunden sich auf der Website persönlich informieren.

Business Bike empfiehlt einmal im Jahr einen UVV-Check. Darüber hinaus bieten sie Servicebudgets an, die Inspektions- und Verschleißkosten tragen. Kunden können dabei aus drei Budgetvarianten wählen, die jeweils einen jährlich festgelegten Betrag an Reparaturkosten abdecken. Je nach Variante zahlen Kunden dafür einen monatlichen Betrag. Insgesamt stehen drei Varianten zur Auswahl, wobei die Basisvariante mit monatlich 5 Euro netto den Anfang macht. Laut Business Bike würden Arbeitgeber in der Regel das Basis-Paket vorgegeben und nur im Einzelfall ein Leasing ohne Service-Budget zulassen.

Gibt es Full-Service-Leasing für Lastenräder?

Die befragten Bikeleasing-Anbieter offerieren Full-Service-Leasing oder Full-Service-Pakete. Was genau diese umfassen, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Daher ist es ratsam, sich vor Vertragsabschluss über passende Serviceleistungen beim jeweiligen Bikeleasing-Anbieter zu erkundigen. Fast alle Befragten geben jedoch an, dass beim Leasing eine Vollkaskoversicherung oder ein „Rundum-Schutz-Paket“ vorhanden ist.

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