Datenschutz

Leaseplan für Datenneutralität

Moderne Fahrzeuge verraten viel über Fahrer. Auf den Daten basieren vielversprechende Geschäftsmodelle. Laut Mobilitäts-Monitor sollen auch Halter profitieren.

In seinem Mobilitäts-Monitor widmete sich Leaseplan neben dem Thema "Elektrofahrzeuge und Nachhaltigkeit" auch den Fahrzeugdaten. Hintergrund: Sensoren, Kameras, Radar, das Infotainmentsystem liefern vielerlei Informationen zu Fahrer bzw. Fahrzeug. Deren Nutzung verspricht ein gewaltiges Geschäft zu werden. Die Ergebnisse zum zweiten Schwerpunktthema hat der Leasing- und Fuhrparkmanagement-Spezialist in der vergangenen Woche veröffentlicht. Im Oktober 2019 erschien die erwähnte Auswertung zur Elektromobilität. Gemäß der aktuellen Auswertung äußerten Autofahrer Bedenken bezüglich der Sicherheit und des Schutzes von Fahrzeugdaten sowie hinsichtlich der persönlichen Informationen. Mehr als die Hälfte der Befragten zeigte sich laut einer Mitteilung besorgt, wer welche Daten sammelt und wie diese weitergegeben werden.

"Fahrzeugdaten bieten eine große Chance, das Fahren sicherer und nachhaltiger zu machen - aber diese Daten müssen mit dem Bewusstsein und der Zustimmung des Fahrers gesammelt werden", bekundete Roland Meyer, Geschäftsführer von Leaseplan Deutschland. So sei eine Mehrheit der deutschen Befragten bereit, Daten zu teilen, so diese anonym erhoben würden und dieser Austausch eigene Vorteile bringe, etwa durch Stauvermeidung, Kraftstoffersparnis oder einer Verbesserung der Fahrzeugleistung.

Neutraler Datenverwalter

Laut Roland Meyer wünschen Autofahrer zudem eine einfache Opt-out-Lösung, um persönliche Daten auf Wunsch einfach löschen zu lassen. Auch schränkte der Leaseplan-Chef erstmals das von den Autoherstellern favorisierte, so genannte Nevada-Konzept ein (Neutral Extended Vehicle for Advanced Data Access), wonach Hersteller den ersten Zugriff auf die Fahrzeugdaten haben und diese erst im zweiten Schritt für Dritte freigeben. "Unserer Ansicht nach können nur dann alle von den Vorteilen smarter Autos profitieren, wenn wir einen ‚neutralen Server‘ für die Fahrzeugdaten schaffen. Dabei würden die Daten anonym gesammelt und Fahrer hätten viel mehr Kontrolle darüber, welche Daten weitergegeben werden."

So könnten Monopole einzelner Unternehmen verhindert werden, hieß es. Dies ist als Kritik an der Position der Autobauer zu werten und wird im Übrigen auch von Verbraucherschützern, Automobilklubs, Prüforganisationen sowie dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geteilt. (mas)

Tipps & News rund um Fuhrparkmanagement und betriebliche Mobilität:der fuhrpark.de-Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen fuhrpark.de-Newsletter!