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Foto: Christian Frederik Merten
Am Heck sieht der neue LEVC VN5 aus wie ein ganz normaler Transporter …

bfp-Fahrbericht

LEVC VN5: Transporter mit zwei Herzen

Elektrisch in der Stadt, mit dem Range Extender auf der Langstrecke. Der neue Transporter LEVC VN5 im ersten Fahrbericht.

VN5 nennt sich der Transporter, mit dem sich die englische Geely-Tochter LEVC ab sofort auch in Kontinentaleuropa ein Stück vom Nutzfahrzeug-Kuchen abschneiden möchte. LEVC steht für London Electric Vehicle Company und ist bislang vor allem als Hersteller der legendären London Taxis aufgefallen.

LEVC mit neuen Partnerschaften

Die London Electric Vehicle Company baut die Präsenz in Deutschland weiter aus: Im Oktober kam das Autohaus München hinzu, aktuell folgte Hetzler Automobile.
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In der Stadt maximal 122 Kilometer rein elektrisch

Einfach einen weiteren Transporter auf die Räder stellen wollten die Engländer aber nicht. bfp FUHRPARK & MANAGEMENT hat den VN5 bereits im Detail vorgestellt. Besonderheit des LEVC VN5 ist sein Range Extender. Ist der 31-kWh-Akku leer, lässt sich der Transporter nicht nur an der AC- (11 oder für 235 Euro Aufpreis 22 kW; alle Preise netto zzgl. USt.) oder DC-Ladesäule (50 kW) laden. Ist gerade keine Säule in der Nähe oder die Zeit knapp, treibt ein 92-PS-Turbobenziner den 150-PS-Elektromotor als Generator an. Denn nur der E-Motor ist im VN5 direkt mit den Antriebsrädern verbunden. LEVC spricht bei diesem Konzept von einem Elektro-Transporter mit Range Extender, technisch handelt es sich um einen seriellen Plug-in-Hybrid.

So soll der VN5 nicht nur für Aufgaben auf der letzten Meile geeignet sein, sondern auch für tägliche längere Touren. Denn während er rein elektrisch nach WLTP maximal 98 und in der Stadt 122 Kilometer unterwegs sein kann, sind es unter Einsatz des Range Extenders 489 bis 513 Kilometer.

VN5-Ausbau mit Bott und Sortimo

Den LEVC VN5 gibt es aktuell in einer Standardausführung – als 5,23 Meter langen Kastenwagen. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 2,9 Tonnen, die Nutzlast liegt bei maximal 830 Kilogramm. Als maximales Ladevolumen gibt LEVC 4,9 Kubikmeter an – bei Anwendung der Norm „Flüssigkeitsfüllung“ sogar 5,5 –, in den Laderaum passen knapp 2,45 Meter lange Gegenstände. Zwei 1,0 mal 1,2 Meter große Europaletten schluckt der VN5 ebenfalls ohne Murren, beladen wird er durch die Hecktüren im Verhältnis 60/40 oder durch die seitliche Schiebetür. Und wer es individueller braucht: Für Aus- und Umbauten stehen die LEVC-Kooperationspartner Bott und Sortimo bereit.

Wir konnten den VN5 auf einer ersten Tour auch auf der Straße kennenlernen. Unser erster Eindruck: Für einen Transporter bietet der Engländer ein unheimlich sattes Fahrgefühl. Der LEVC liegt gut auf der Straße und macht auch insgesamt einen soliden Eindruck. Kein Wunder, bedient sich LEVC für das Interieur doch unübersehbar im Teileregal der Konzernschwester Volvo. Lenkrad, Schalter und das typische Drehrad für den Motorstart finden sich in Volvo-Modellen ebenso eins zu eins wieder wie das Infotainmentsystem. Allerdings sind die immer noch gut verarbeiteten Materialien deutlich einfacher gehalten als in den schwedischen Modellen und damit auch tauglich für den Nutzfahrzeug-Alltag. Aber auch die Sitze hat sich LEVC aus dem Konzernregal besorgt, was für Sitzkomfort auf Pkw-Niveau sorgt.

Drei Fahrmodi bietet der VN5:

  • Smart für die automatische Einsatz-Steuerung von E-Motor und Range Extender
  • Pure für rein elektrisches Fahren und
  • Save, um einen bestimmten Akkustand für die spätere Nutzung zu reservieren.

Wir sind auf unserer kurzen Strecke alle drei Modi gefahren, weshalb eine verlässliche Verbrauchs- oder Reichweitenschätzung an dieser Stelle nicht möglich ist. Was wir aber sagen können: Der VN5 bietet genug Kraft, um auch auf der Autobahn mithalten zu können. Mehr als Tempo 128 ist allerdings schon bauartbedingt nicht drin, aber ein Transporter ist ja auch kein Rennauto.

Was den Autobahn-Eindruck trübte: Um Tempo 100 flatterte das Lenkrad doch merklich. Top dagegen der kleine Wendekreis von 10,1 Meter. Da lässt sich der VN5 auch in engeren Straßen einfach wenden. Zwei Rekuperationsstufen  bietet das System übrigens, wobei wir den Unterschied in der Praxis kaum spürten.

Telematik gibt´s von Geotab

Rund vier Wochen Lieferzeit nennt LEVC derzeit für den VN5, wer schneller ein Exemplar braucht, für den stehen vorkonfigurierte Exemplare auf Lager. Zwölf Händler arbeiten aktuell mit LEVC zusammen, Ende des Jahres sollen es rund 20 sein. Damit konzentriert sich die Marke zunächst auf die Ballungsgebiete im Land, in denen aber auch die Kernzielgruppe sitzt.

Den LEVC VN5 gibt es in ausschließlich einer Motorisierung, dafür aber in drei Ausstattungsvarianten. Los geht es ab 52.450 Euro für die Basis Business, die besser ausgestatteten Varianten City und Ultima kosten mindestens 54.200 beziehungsweise 57.450 Euro. Anders als bei manch anderem Newcomer auf dem Markt lässt sich der VN5 aber auch durch eine Reihe von Extras individualisieren. Übrigens: Der neue Transporter ist technisch voll telematikfähig,  in Kooperation mit Geotab sind zahlreiche Telematikanwendungen inklusive Geofencing-Funktionen erhältlich.

… an der Front dagegen trägt der VN5 das Gesicht seines berühmten Schwestermodells, des London Taxis.
LEVC ist Geely-Tochter. Viel Technik teilt sich der LEVC VN% daher mit Volvo, unter anderem das Interieur.
Auch der Startknopf ist von vielen Volvo-Modellen bekannt. Deutlich einfacher als bei den Schweden sind jedoch die Materialien gehalten – perfekt für den Arbeitseinsatz eines Transporters.
Geladen wird der VN% serienmäßig mit AC 11kW oder DC50 kW. Optional gibt es im AC-Modus 22 kW Ladeleistung,
Je nach Mess-Methode passen bis zu 4,9 oder 5,5 Kubikmeter Ladung in den LEVC VN5.
Die Ladung lässt sich auch durch die seitliche Schiebetür verstauen,

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