VW T-Roc 16.10.2017

Lifestyler soll rocken

Für wirklich unwegsames Gelände wurde der neue VW T-Roc zwar nicht geschaffen, aber dennoch dürfte das neueste Modell der Wolfsburger mit seinem vom Lifestyle geprägten Auftritt im Stil eines SUV für einige Aufmerksamkeit sorgen.

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„Der Wagen wird bei den Privatkunden ein Hit. Und bei den Flotten- und Gewerbeverkäufen gehen wir von einem Anteil von 25 bis 30 Prozent aus“, blickt Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann überaus optimistisch auf das kommende Jahr.

Gute Chancen in der Flotte

„Zwar ist der T-Roc nicht unbedingt als Fuhrparkauto zu sehen. Doch SUV-Modelle spielen wie auch ansonsten auf dem Markt auch in der Flottenstruktur eine immer größere Rolle. Und da dürfte unser neues Auto, das alle Werte von VW mitbringt, dazu ein selbstbewusstes Äußeres hat, als Vertreter der Kompaktklasse gute Chancen haben“, ist Stackmann vom Erfolg überzeugt.

Optisch bewegt sich der in Portugal von den Bändern laufende T-Roc so ein bisschen zwischen den Welten von SUV und Coupé. Bei der Konzeption der Karosserie und des Innenraums haben die Designer Wert auf eine sportlich-stylische Ausrichtung gelegt. Da sind zunächst einmal die scharf gezogenen Linien, die sowohl den Flanken als auch der Motorhaube sowie der in drei Ebenen gegliederten Heckpartie markante Konturen geben. Von der A- bis zur schräggestellten C-Säule spannt sich über die gesamte Dachlinie wie ein Bügel eine Chromleiste. Während sich die Schulterpartien kraftvoll über die Radhäuser wölben, ist die Front sehr in die Breite gezogen.

Neue Lichtgrafik

Apropos Front: Hier besticht die neue Lichtgrafik mit den schmal geschnittenen Scheinwerfern und einem tief unten angesiedelten LED-Tagfahrlicht. Zwar gibt es das nur als Option, ansonsten ist das Tagfahrlicht in die Scheinwerfer integriert, doch vermutlich wird sich ein Großteil der Kunden dafür entscheiden, gibt es dem Gesicht mit dem mittig angelegten großen Lufteinlass und dem Unterfahrschutz doch einen besonderen Ausdruck. So, wie auch die große Farbpalette. Elf Karosserie- und vier Dachfarben stehen zur Wahl. Die zweifarbige Lackierung ist für die Style-Version Serie, für die Sport-Variante auf Wunsch, in der Basis allerdings nicht zu haben.

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In der Länge misst der T-Roc 4,23, in der Breite 1,99 (mit Spiegeln) und in der Höhe 1,57 Meter. Der größere Bruder Tiguan ist 15, der Golf bei gleichem Radstand von 2,59 Metern drei Zentimeter länger. Hinsichtlich der Platzverhältnisse aber gibt es im Vergleich zum Millionenseller keinerlei Einschränkungen. Vorne wie hinten können es sich die Passagiere bequem machen. Die Sitzposition ist drei Zentimeter höher als im Golf, obwohl die Bodenfreiheit fast identisch ist.  Der Kofferraum des Neulings hingegen bietet ein Volumen von staatlichen 445 Litern. Die Rücksitzlehne kann im Verhältnis 60:40 geteilt vorgeklappt werden. Dann wächst der Stauraum auf bis zu 1.290 Liter. Liegt der doppelte Ladeboden in der unteren Ebene, tut sich allerdings eine ziemliche Stufe auf, die beim Ein- und Ausladen zu überwinden ist und auch beim Umklappen der Lehnen der Rückbank entsteht.

Viel Platz im Innenraum

Eine Reihe von Ablagen im Innenraum sorgen dafür, dass Kleinkram nicht umherfliegt. In den Türen sind die Fächer groß genug, um auch Literflaschen aufzunehmen. Bunt geht’s auch im Passagierabteil zu, wählt man Style oder Sport. Während beim Grundmodell des T-Roc der Armaturenträger in Schwarz ausgeführt ist, bekennen die Ausstattungsversionen Style und Sport hier Farbe. Für den Style steht eine komplett durchlaufende Dekorblende in Braun, Blau, Orange Metallic und Gelb Metallic zur Wahl. Beim Sport ist sie grau. Diese Farben finden sich dann in der Mittelkonsole und den Türen wieder. Bei den Anzeigen und Bedienelementen ist eine klare Ausrichtung auf Digitalisierung zu erkennen. Die Infotainmentsysteme haben einen bis zu acht Zoll großen Bildschirm (6,5-Zoll-Touchscreen mit Infotainmentsystem Composition Colour Serie). Auf Wunsch gibt es das Active Info Display mit einer Diagonale von 11,7 Zoll.

Zum Auftakt drei Motoren

Angeboten werden wird der T-Roc mit sechs unterschiedlichen Motoren, drei davon zum Marktstart am 10. November. Das sind dann der 115 PS starke Einliter-Dreizylinder TSI mit Sechsgang-Getriebe und Frontantrieb zum Einstiegspreis von 20.390 Euro, der Zweiliter-TSI mit 190 PS, einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und Allradantrieb (30.800 Euro) sowie der über vier Räder angetriebene Zweiliter-Diesel mit 150 PS und ebenfalls Siebengang-DSG zum Preis von 31.825 Euro. Später folgen der 150 PS starke 1,5-Liter TSI mit Zylinderabschaltung, Sechsgang-Getriebe und Frontantrieb (DSG und Allrad als Option) sowie auf der Dieselseite der 115 PS starke 1,6 Liter TDI (Sechsgang Schaltung und Frontantrieb) und der Zweiliter mit 190 PS, DSG-Getriebe und Allradantrieb. Allesamt bekannte Triebwerke, die auch im T-Roc leise und laufruhig arbeiten. Wir waren mit dem 150 PS-Diesel und dem großen Benziner unterwegs. Während der Selbstzünder vor allem mit seiner Durchzugskraft überzeugt, rücken die 190 PS des Benziners die sportlichen Gene des Autos in den Vordergrund. Beim Druck aufs Gaspedal geht es nicht nur mit Dampf vorwärts, sondern macht das Triebwerk auch mit einem entsprechenden Sound auf sich aufmerksam.

Fahrwerk überzeugt

Fahrwerkstechnisch meistert der T-Roc die Leistung des Aggregats spielerisch. Federung und Dämpfung sind straffer ausgelegt als beim Golf, um auch hier wie bei der Optik eine klarere Abgrenzung zu schaffen und damit den durchaus zu erwartenden Kannibalisierungseffekt zwischen den beiden Modellen trotz des höheren Einstiegspreises für den T-Roc einzudämmen.

Zwar gehören schon zur Basisausstattung außer Radio unter anderem auch Klimaanlage, LED-Rückleuchten, optischer Unterfahrschutz, der Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, Multikollisionsbremse und Spurhalteassistent. Doch die Vorbestellungen lassen darauf schließen, dass es einen Trend zu den höherwertigen Versionen geben wird. Wer Lifestyle kauft, will das auch entsprechend zeigen.

Wolfgang Schäffer

Volkswagen T-Roc – Technische Daten:

Viertüriger SUV mit Front- oder Allradantrieb, Länge: 4,23 Meter, Breite: 1,99 Meter, Höhe: 1,57 Meter, Radstand: 2,59 Meter, Kofferraumvolumen: 445 bis 1.290 Liter

Benziner:

1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, Sechsgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, 85 kW/115 PS bei 5.000 U/min, maximales Drehmoment: 200 Nm bei 2.000 U/min, 0-100 km/h: 10,1 s, Vmax: 187 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,1 l/100 km, CO2-Ausstoß: 116 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse B, Preis: ab 20.390 Euro

2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, Siebengang-DSG-Getriebe, Allradantrieb, 140 kW/190 PS bei 4.180 U/min, maximales Drehmoment: 320 Nm bei 1.500 U/min, 0-100 km/h: 7,2 s, Vmax: 216 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,7 l/100 km, CO2-Ausstoß: 152 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse C, Preis: ab 30.800 Euro

Diesel:

2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel, 110 kW/150 PS bei 3.500 U/min, maximales Drehmoment: 340 Nm bei 1.750 U/min, 0-100 km/h: 8,4 s, Vmax: 200 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,1 l/100 km, CO2-Ausstoß: 133 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse B, Preis: ab 31.825 Euro