Foto: Daimler

Vorstellung

Mercedes-Benz CLS: Design 2.0

Der Mercedes CLS kommt nun in der dritten Generation: Die Zeit der Ecken, Kanten und Sicken neigt sich bei Mercedes dem Ende zu.

Inhaltsverzeichnis

Wolfgang Schäffer

Nein, ein Flottenauto ist das viertürige Coupé mit dem Stern wahrlich nicht. Der Wagen ist eher der Chefetage oder Freiberuflern zuzuordnen, die damit ein klares Statement in Sachen Designorientierung abgeben. Das galt schon für die Vorgänger, von denen seit der Erstvorstellung 2004 etwa 375.000 Einheiten verkauft wurden. Waren die noch eher grafisch gestaltet, ist die Neuauflage der erste Vertreter des Designs 2.0, wie es Robert Lesnik, Leiter des Exterieur Designs nennt. „Wir haben das Coupé clean und puristisch gezeichnet, die Flanken weisen so gut wie keine Linien mehr auf. Die Front mit dem Diamantgrill zieht sich weit nach vorn und die Nase ist erstmals um fünf Grad nach vorne geneigt.“

Was sagt der Designer?

In Verbindung mit den scharf geschnittenen und mit spitzen Winkeln versehenen LED-Scheinwerfern zeige das Gesicht damit eine gewisse Aggressivität, die die besondere Note eines sportlichen Coupés ausmache. Besonders stolz ist Lesnik auf die Form der rückwärtigen Partie. „Der Übergang von den hinteren Radhäusern zum eigentlichen Heck ist fließend, damit nicht mehr zu erkennen. Im Kontrast zu den weichen Rundungen stehen die mit scharfen Winkeln gezeichneten zweigeteilten Rücklichter.“ Zudem habe man das Heck noch klarer gestalten können, da das Kennzeichen nach unten ausgelagert wurde. Die optische Neugestaltung habe nicht nur zu mehr Klarheit in der Formensprache, sondern auch zu einer weiter verbesserten Aerodynamik mit einem cW-Wert von 0,26 sowie einem nochmals reduzierten Geräuschniveau geführt.

Welche Motoren wird es geben?

Letzteres bestätigt sich auf den ersten Fahrten mit dem neuen CLS, der auf 18-Zoll-Alurädern steht. Zum Marktstart werden drei unterschiedliche Motoren im Angebot sein – alles Reihensechszylinder, kombiniert mit Allradantrieb 4Matic und dem Automatikgetriebe 9G-Tronic. Es ist schon beeindruckend, wie leise es im Passagierabteil selbst bei hohem Tempo bleibt. Dabei spielt es keine Rolle, ob unter der Haube einer der beiden Diesel oder der Benziner seine Arbeit verrichtet.

Der Dreiliter-Benziner im CLS 450 4Matic zum Preis von 70.906,15 Euro leistet 367 PS und wuchtet ein Drehmoment von 500 Newtonmeter (Nm) auf die beiden Achsen. Doch das ist längst nicht alles. Mercedes hat mit der Elektrifizierung des Triebwerks über ein 48-Volt-Bordnetz und das so genannte EQ-Boost (Integrierter Starter-Generator) nicht nur den Verbrauch und damit den CO2-Ausstoß im Vergleich zum ähnlich starken V8-Vorgänger CLS 500 um bis zu 23 Prozent gesenkt, sondern auch die Performance deutlich verbessert. So kann der integrierte Elektromotor über EQ-Boost kurzfristig 22 PS oder 250 Nm liefern und damit beim Anfahren oder Beschleunigungsmanövern den Verbrenner unterstützen. Gleichwohl wird über eine Rekuperation die Batterie immer wieder mit neuer Energie versorgt. CLS-Entwicklungsleiter Michael Kelz erklärt, dass damit Verbrauchseinsparungen möglich seien, die bisher lediglich Fahrzeuge mit Hochvolt-Hybridtechnologie erreicht hätten.

Was bringt die Elektrifizierung?

„Durch die konsequente Elektrifizierung entfällt der Riemenantrieb für Nebenaggregate an der Stirnseite des Motors, was seine Baulänge reduziert. Die schmale Bauweise schafft zusammen mit der räumlichen Trennung von Einlass und Auslass Platz für eine motornahe Abgasnachbehandlung. Für Hochverbraucher wie Wasserpumpe und Klimakompressor wird das 48-Volt-Bordnetz ebenso genutzt wie für den Integrierten Starter-Generator“, betont Kelz.

Auf der Straße zeigt der Benziner zumindest leistungsmäßig, dass in der Praxis das gehalten wird, was die Theorie verspricht. Antritt und Durchzug sind bestens. Dazu werkelt der Motor extrem leise und laufruhig selbst dann, wenn die volle Kraft der Maschine abgerufen wird. Der Verbrauch aber, den Mercedes im Durchschnitt mit 7,8 Litern angibt – gemessen nach dem den WLTP-Verfahren mit Real Drive Emissions - steigt dann mit laut Bordcomputer 10,8 Litern doch deutlich über die Zehn-Liter-Marke.

Was leisten die Dieselmotoren?

Der für den CLS neue Diesel ist in zwei Leistungsstufen zu haben. 286 PS leistet der Selbstzünder im 350d 4Matic (Drehmoment 600 Nm/68.127,50 Euro), 340 PS und 700 Nm sind es im CLS 400d 4Matic (72.506,70 Euro), der damit zum stärksten Seriendiesel aufsteigt, den Mercedes je angeboten hat. Eine zweistufige Abgasturboaufladung sowie der erstmalige Einsatz der variablen Ventilsteuerung tragen in Kombination mit einem neuen Brennverfahren dazu bei, dass auch der Diesel sparsamer arbeitet. 5,8 Liter werden für beide Selbstzünder im Durchschnitt angegeben. Wir haben auf ersten Kilometern bei eher flotter Fahrweise akzeptable 7,3 Liter ermittelt.

Im August folgt die AMG-Variante des CLS (53 4Matic) mit einem ebenfalls elektrifizierten (EQ Boost) und aufgeladenen Dreiliter-Sechszylinder (elektrischer Zusatzverdichter), der 435 PS leistet und ein Drehmoment von 520 Nm hat. Wenig später kommt als Einstiegsmotorisierung ein Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit 299 PS. Ein Triebwerk, das bei ersten kurzen Fahrten überzeugte und ebenfalls mit dem Automatikgetriebe kombiniert ist.

Wie fährt sich der neue CLS?

Die 9G-Tronic wechselt blitzschnell und ohne jede Zugkraftunterbrechung die Fahrstufen. Und auch am Fahrwerk (variable Fahrprogramme über Dynamic Select wählbar/Luftfederung als Option) gibt es nichts zu kritisieren. Es ist ausreichend komfortabel, um dem Luxusanspruch an ein Coupé dieser Art gerecht zu werden, gleichwohl aber so straff abgestimmt, dass engste Kurven richtig zügig genommen werden können. Grund dafür sind auch der Allradantrieb, der eindeutig hecklastig ausgelegt ist (Momentenverteilung von 69 Prozent auf die Hinterachse) sowie die elektromechanische Direktlenkung, die jederzeit eine gute Rückmeldung von der Straße gibt.

Innen geht es wie gehabt äußerst komfortabel zu im CLS, der mit hochwertigen Materialen bestückt ist und besten Sitzkomfort bietet. Die Rückenlehnen können auf Wunsch im Verhältnis 40:20:40 umgelegt werden und erweitern so variabel den 520 Liter fassenden Gepäckraum. Dessen Ladekante ist im Vergleich zum Vorgänger ein wenig nach oben gewandert. Für Robert Lesnik kein wirkliches Manko. „Bei einem Coupé, auch nicht bei dem viertürigen, spielt der Ladekomfort eher eine untergeordnete Rolle.“ Deshalb, wegen der zu geringen Nachfrage und auch aufgrund der schnittiger gewordenen Kombi-Version der E-Klasse wird es von der dritten Generation des CLS auch keine Shooting-Brake-Variante mehr geben.

Mercedes CLS 4Matic - Technische Daten:

Viertüriges Coupé, Länge: 4,99 Meter, Breite: 1,89 Meter (ohne Außenspiegel), Höhe: 1,44 Meter, Radstand: 2,94 m, Leergewicht: 1.935 kg, Kofferraumvolumen: 520 Liter, Wartungsintervalle: 30.000 Kilometer/24 Monate.

CLS 450 4Matic, Reihensechszylinder-Benziner mit EQ-Boost, Hubraum: 2.999 ccm, 270 (+16) kW/ 367 (+22) PS, maximales Drehmoment: 500 Nm. bei 1.600 – 4.000 U/min. Neungang-Automatik, Allradantrieb. Vmax: 250 km/h, 0-100 km/h: 4,8 Sekunden, Normverbrauch: 7,8 l/100 km, CO2-Ausstoß: 178 g/km, Effizienzklasse: C, HF: 21, VK: 27, TK: 27, Preis: ab 70.916,15 Euro.

CLS 350d 4Matic, Reihensechszylinder mit zweistufiger Turboaufladung, Hubraum: 2.925 ccm, 210 kW/ 286 PS, maximales Drehmoment: 600 Nm. bei 1.200 – 3.200 U/min. Neungang-Automatik, Allradantrieb. Vmax: 250 km/h, 0-100 km/h: 5,7 Sekunden, Normverbrauch: 5,8 l/100 km, CO2-Ausstoß: 148 g/km, Effizienzklasse: A, HF: 21, VK: 27, TK: 26, Preis: ab 68.127,50 Euro.

CLS 400d 4Matic, Reihensechszylinder mit zweistufiger Turboaufladung, Hubraum: 2.925 ccm, 250 kW/ 340 PS, maximales Drehmoment: 700 Nm. bei 1.200 – 3.200 U/min. Neungang-Automatik, Allradantrieb. Vmax: 250 km/h, 0-100 km/h: 5,0 Sekunden, Normverbrauch: 5,8 l/100 km, CO2-Ausstoß: 148 g/km, Effizienzklasse: A, HF: 21, VK: 28, TK: 26, Preis: ab 72.506,70 Euro.

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