News 05.12.2017

Der Mercedes Sprinter macht es jedem recht

Dritte Generation in den Startlöchern

Mit der dritten Generation des Sprinter treibt Mercedes die Individualisierung seines Transporters in neue Dimensionen. Mehr als 1.000 unterschiedliche Varianten sind denkbar.

 - Großen Absatzproblemen dürfte der in Düsseldorf gebaute Mercedes-Transporter wohl kaum entgegensehen
Großen Absatzproblemen dürfte der in Düsseldorf gebaute Mercedes-Transporter wohl kaum entgegensehen
Daimler

Auf den Markt kommt die Neuauflage des Transporter-Bestsellers mit dem Stern Mitte 2018; ein Jahr später auch mit Elektroantrieb. Eine der wichtigsten Neuerungen für den Alltagseinsatz ist die erstmals angebotene Version mit Frontantrieb. Bei der rückt die Karosserie und damit auch Einstieg und Ladekante acht Zentimeter nach unten. Das dürfte vor allem die Fahrer von Paketdiensten freuen, die während einer Tour oft mehr als 100 Mal zum Liefern Aus- und Einsteigen müssen.

Zudem macht der Frontantrieb den Transporter leichter, was ein Zuwachs an Nutzlast bedeutet. In den Laderaum gelangt der Fahrer, ohne den Wagen zu verlassen, da ausreichend Raum zwischen Fahrer- und Beifahrersitz vorhanden ist. Der Schalthebel liegt neben dem Lenkrad griffgünstig im Armaturenträger und bei allen Sprintern wird ebenso wie das schlüssellose Starten eine elektronische Parkbremse eingeführt.

Apropos Armaturenträger. Hier haben die Kunden gleich vier unterschiedliche Ausführungen zur Wahl. Angefangen vom ganz einfachen Basismodell bis hin zum edlen Exemplar mit Klavierlack und einem etwas mehr als zehn Zoll großem Bildschirm.

Der Sprinter in der 3. Generation: Mehr als ein Nutzfahrzeug

Während es wie bisher drei unterschiedliche Radstände, vier Längen, drei Höhen und die Palette der derzeit bekannten Motoren geben wird, soll der Sprinter der dritten Generation in anderer Beziehung weitaus mehr werden als lediglich ein Nutzfahrzeug. „Der Sprinter ist das Flaggschiff unserer gewerblichen Flotte und verkörpert unseren Ansatz einer Gesamtsystemlösung. Umfassendes Branchen-Know-how, ein Fahrzeug, das sich an unterschiedliche Transportanforderungen anpassen lässt, und innovative Vernetzungsdienste verschmelzen zu einem ganzheitlichen Angebot. Der Sprinter ist das erste Exemplar dieser neuen Fahrzeugklasse von Mercedes-Benz Vans und wird dem Verständnis einer smarten Hardware in jeglicher Hinsicht gerecht“, sagt Volker Mornhinweg.

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Daimler

Was der Leiter Mercedes-Benz Vans damit meint, macht er mit dem Hinweis auf fünf Innovationsfelder deutlich, auf denen der Schwerpunkt bei der Entwicklung gelegen habe: Konnektivität, digitale Vernetzung, spezielle Hardware-Lösungen für den Innenraum, neue Mietmodelle für den Personentransport , Elektromobilität.

2019 folgt der eSprinter

Zur ganzheitlichen Strategie von Mercedes-Benz Vans gehöre außerdem die konsequente Elektrifizierung der Flotte. Der seit wenigen Tagen bestellbare eVito werde im kommenden Jahr den Anfang machen, 2019 folgt der eSprinter. Auf Sicht soll das gesamte Portfolio bei Mercedes-Vans elektrifiziert werden. 150 Millionen Euro werden dafür bis 2019 investiert.

Beim neuen Sprinter ist es zunächst einmal die digitale Vernetzung, die den Kunden helfen soll, Prozesse zu optimieren und die Effizienz der Arbeitsabläufe zu steigern. Immer kürze Lieferfristen, die von Endverbrauchern gewünschten Lieferfenster und nicht zuletzt der zunehmende Kostendruck prägen den Worten Mornhinwegs zufolge mehr und mehr den Markt der Paket- und Kurierdienste. Allein von 2014 bis 2016 sei das Paketaufkommen weltweit von 44 Milliarden auf 65 Milliarden um 48 Prozent gestiegen. Die Belieferung 24 Stunden nach der Bestellung im Internet sei inzwischen in vielen Bereichen bereits der Normalfall. Das zu erwartende Wachstum im Liefern von Lebensmitteln wenige Stunden nach dem Ordern stelle die Branche vor noch größere Anforderungen.

Wo liegen die Herausforderungen?

Schließlich müssen in den Transportfahrzeugen dafür unterschiedliche Temperaturzonen eingerichtet werden, um einerseits die Kühlkette nicht zu unterbrechen und auf der anderen Seite die Qualität der Ware zu garantieren. Mercedes will hier mit ganzheitlichen Lösungen dazu beitragen, dass Unternehmen diese Problematik bewerkstelligen können. Dazu zählt beispielsweise auch das der Route entsprechende intelligente Beladen, das automatisch erfolgt, um dem Fahrer die Arbeit zu erleichtern.

 - Volker Mornhinweg.
Volker Mornhinweg.
Daimler

Im Service- und Handwerkseinsatz soll die Konnektivität helfen, das Zeitmanagement zu optimieren. So sei es machbar, das Auto über Nacht mit den am kommenden Tag benötigten Materialien von einem Over-Night-Dienst beladen zu lassen. Der bekomme sowohl die genauen Parkplatzdaten des Fahrzeugs als auch Zugriff mit einem elektronischen Schlüssel. Dinge, die der Techniker am Tag zuvor nicht benötigt habe, würden als Retoure versehen und von dem Fahrer mitgenommen. So könne der Techniker oder Handwerker am nächsten Morgen direkt zum neuen Einsatzort starten und dort seine Arbeit verrichten.

Kommunikation zwischen Fahrer und Fuhrparkmanager

Zur Optimierung des Fahrzeugparks im Unternehmen tragen sowohl die Vernetzungs- als auch Telematiklösungen bei – und das zukünftig auch bei kleineren Flotten, wie Mornhinweg sagt. So erleichtere die Möglichkeit einer permanenten Kommunikation zwischen Fuhrparkmanager und Fahrer oder auch die Erinnerung an Wartung und Instandsetzung den Arbeitsalltag aller Beteiligten. Das, was bislang über Insellösungen nur Großunternehmen mit entsprechenden Fahrzeugzahlen vorbehalten war, halte nun Einzug in mittlere und kleinere Flotten. Zu den zentralen Diensten zählen beispielsweise Fahrzeugstatus, Fahrzeuglogistik, Flottenkommunikation, Wartungs- und Unfallmanagement oder ein digitales Fahrtenbuch. Alle Vernetzungsangebote werden unter Mercedes Pro-Connect zusammengefasst. Der webbasierte Service für Fuhrparkkunden vom Kleinstgewerbe bis hin zu Großkunden verbinde den Fuhrparkmanager über das Fahrzeugmanagement-Tool mit allen Fahrzeugen und Fahrern in seiner Flotte. Nahezu in Echtzeit seien so Aufträge online zu steuern und Fahrzeuginformationen wie Standort, Kraftstoffvorrat oder Wartungsintervalle abzurufen. Der Flottenmanager könne sich mit dem Fahrzeugmanagement-Tool einen schnellen und vollständigen Überblick über seine Flotte schaffen. Wolfgang Schäffer