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Sehen so bals Transporter aus?

Mercedes Vision Urbanetic: Blick in die Zukunft

Mercedes-Benz geht die Herausforderungen des Verkehrs von morgen an, die besonders in Städten anstehen. Ein passendes Fahrzeugkonzept gibt es jetzt.

Inhaltsverzeichnis

Von Sabine Neumann

Man muss sich gedanklich schon sehr vom heutigen Alltagsgeschäft eines mittelständischen Handwerksbetriebs oder eines Kurierdienstes lösen, um Volker Morhinweg, Chef von Mercedes-Benz Vans, in die Welt der Transportunternehmen von morgen zu folgen. In ein Morgen im Jahr 2030, in dem bereits 5,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. 60 Prozent davon in Megacitys.

Sind es heute 123 Städte mit mehr als einer Million Einwohnern, werden es dann 700 sein. Doch überfüllte Straßen und eine weiter steigende Umweltbelastung durch Emissionen aller Art müssen nach Ansicht des Stuttgarter Autobauers nicht sein.

Mercedes-Benz: Mobilitätskonzept für "Smart Citys"

"Mit der Vision Urbanetic verfolgen wir ein komplett neues Mobilitätskonzept für sogenannte Smart Citys", erklärt Morhinweg, der in einem vorwiegend automatisierten und fahrerlosen Verkehrssystem eine Chance sieht, den Druck aus den Metropolen herauszunehmen. Bei einer reibungslosen Versorgung der Bevölkerung mit allen notwendigen Gütern malt er ein Szenario aus grünen Oasen und entspannter Fortbewegung.

Vom Mini-Bus zum Cargomodul

Schätzungen der OECD zufolge wird sich der weltweite Frachtverkehr bis 2050 verdreifachen. Um angesichts des höheren Transportbedarfs die Anzahl der Fahrzeuge zu reduzieren, hat Mercedes jetzt die Studie "Vision Urbanetic" vorgestellt: Das 5,14 Meter lange Gefährt lässt sich innerhalb weniger Minuten vom Mini-Bus für bis zu zwölf Personen in ein funktionelles Cargomodul für die Warenlieferung verwandeln.

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Möglich wird das durch den Wechsel von Aufbauten auf immer ein und demselben Chassis, einem 5,14 Meter langen und autonom fahrenden "Skateboard", wie es die Ingenieure nennen. In dieser Basis befinden sich außer Antrieb und Steuerung auch die Batteriepacks, denn natürlich ist das Gefährt mit einer Reichweite von bis zu 275 Kilometern vollkommen emissionsfrei und leise unterwegs.

Mercedes-Bnz Vision Urbanetic: organisches Design

Entsprechend der Funktion ist die Studie auch gestaltet. Für den "People-Mover" hat sich das Team um Designer Bertrand Jernsen an organischen, der Natur entnommenen Formen orientiert. Aerodynamisch und von vielen Fensterflächen durchzogen, erinnert die Außenhaut eher an einen Fahrradhelm als an ein Auto.

Und auch das Passagierabteil ist ungewöhnlich. "Unser Wunsch war es, dass sich jeder Passagier gemäß seiner Stimmung einen Platz für die Fahrt suchen kann", erläutert Jernsen die unterschiedlichen Bereiche der Vision Urbanetic.

Reisen in unterschiedlichen Ebenen

In unterschiedlichen Ebenen angeordnete, loungeartige Bänke laden im hinteren, eher geschützten Teil zum Relaxen ein. Es gibt Plätze zum Stehen und Anlehnen oder auch zum Sitzen im vorderen Teil mit freiem Blick nach draußen. Gurte sind überflüssig. Vor allem, weil es im autonomen Verkehrsgeschehen den Vorstellungen der Entwickler zufolge keine Unfälle mehr gibt. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge ist auf Tempo 60 limitiert (80 für das Cargo-Modul).

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Der praktische Nutzen kommt aber auch nicht zu kurz. In den Sitzflächen befinden sich induktive Ladestationen für das Smartphone, ein riesiges Panoramafenster bietet freie Sicht gen Himmel. Für das umlaufende Lichtband fehlt es den kreativen Köpfen nicht an Ideen, was dort alles passieren könnte – sie reichen von praktischen Informationen über die Umgebung oder die Haltestellen bis hin zum virtuellen Ping-Pong-Spiel oder Erklärungen über die Planeten.

Nüchternes Cargo-Pendant

Geradezu nüchtern indessen das wie ein moderner Rollkoffer konstruierte Cargomodul. Da es keinen Fahrerarbeitsplatz gibt, steht die gesamte Fläche zur Verfügung. Damit ist ein Ladevolumen von bis zu zehn Kubikmetern nutzbar. Die Ladelänge von 3,70 Metern entspricht der eines Sprinters. Ein flexibel einsetzbarer Ladeboden unterteilt den Raum je nach Bedarf, macht es aber auch möglich, bis zu zehn Gitterboxen unterzubringen.

Die Zuladung liegt bei etwa einer Tonne. Pneumatische Rollenbahnen im Zwischen- und auf dem Fahrzeugboden erleichtern das Be- und Entladen von schweren Gütern. Alternativ lässt sich das Fahrzeug mit vollautomatisierten Regalsystemen ausstatten und kann etwa als mobile Paketstation zur Auslieferung auf der letzten Meile genutzt werden.

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Denkbar ist aber beispielsweise auch eine "Just-in-Time-Belieferung" von Werkzeug und Ersatzteilen, um die Arbeitseffizienz der Fachkräfte vor Ort beim Kunden zu erhöhen. Leerfahrten werden so reduziert und unnötige Kurier-Dienste vermieden.

Schichtdienst rund um die Uhr

"Das Modul kann tagsüber für den Personenverkehr und nachts als Lieferdienst eingesetzt werden, sprich mit Ausnahme der Ladezeiten an sieben Tagen rund um die Uhr", betont Morhinweg, der die Vision Urbanetic in ein Gesamtkonzept eingebunden sehen will. Wann es umgesetzt werden kann, das muss allerdings auch er noch offen lassen.

Erste Einsätze in einem definierten Bereich wie dem eines Flughafens oder eines Firmengeländes hält er unter der Voraussetzung, dass rechtliche und versicherungstechnische Fragen geklärt sind, für relativ bald machbar. Fei nach dem Motto: Die Zukunft ist jetzt.

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