Konservative Seitenlinie, aber innovative Technik: Der MG 5 ist der erste vollelektrische Kombi in Deutschland.
Foto: Christian Frederik Merten
Konservative Seitenlinie, aber innovative Technik: Der MG 5 ist der erste vollelektrische Kombi in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

bfp-Fahrtest

MG 5: Erster Aufschlag für den Elektro-Kombi

Der erste vollelektrische Kombi kommt von MG. Der Preisschlager MG 5 überzeugt im Alltag, aber wie sieht´s mit seinen Kombi-Qualitäten aus?

Ein Elektro-Kombi? Da gab es lange nichts für Fuhrparkverantwortliche. Bis MG um die Ecke kam. Seit Frühjahr ´22 bietet die SAIC-Marke aus China mit dem MG 5 den ersten vollelektrischen Kombi in Europa an. In China rollt das Modell als Limousine oder als Kombi als Roewe i5 seit 2018 auch als Benziner auf die Straße, hierzulande gibt es den MG 5 ausschließlich als Kombi und mit Elektroantrieb. Da lohnt sich doch ein Detail-Blick.

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Der erste Eindruck: MG-5-Design ohne Extravaganzen

Der MG 5 punktet mit seinem Konzept als Elektro-Kombi, nicht mit extravaganter Optik. Dass der MG 5 im Grunde schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, zeigt sich vor allem an Heck und Seitenlinie. Frischer wirkt der Elektro-Kombi aus China an der Front. Kein Wunder, hübschte MG den 5 kurz vor der Markteinführung in Deutschland doch deutlich auf. Der traditionelle Kühlergrill verschwand, nun sorgen beim Elektro-Kombi schmale Scheinwerfer, scharfe Sicken in der Frontschürze und die schwarze Kühlerattrappe für ein moderneres Äußeres.

Innere Werte: Solides MG-5-Interieur

Überraschend hochwertige Materialien, fehlerfreie Verarbeitung – das Interieur unseres MG 5 hinterließ einen soliden Eindruck. Klar, dass es bei dem günstigen Preis nicht ganz ohne Hartplastik geht. Aber der Billigkunststoff dominiert eben nicht, etablierte Marken verwenden ihn in dieser Klasse mindestens genauso häufig.

Einfach bedienbar ist der MG 5 auch, serienmäßig gibt es im aufgeräumten Cockpit gut ablesbare 7-Zoll-Digitalinstrumente sowie einen 10,25-Zoll-Touchscreen mit logisch aufgebautem Infotainment-Menü. Auf Knöpfe und Tasten für wichtige Funktionen verzichtet MG im 5 dennoch nicht komplett, was die Bedienung zusätzlich vereinfacht.

Genug Platz für seine Passagiere bietet der MG 5 ebenfalls. Vor allem vorne zwickt es nirgends, im Fond ist der Kombi zwar kein Raumriese, aber auch dort eckt man nirgendwo an – weder mit dem Kopf noch mit den Knien. Allerdings sitzen die Passagiere vorn wie hinten gefühlt etwas hoch.

Kombi-Qualitäten: Da geht noch was im MG 5

Jetzt aber zum eigentlichen Thema beim MG 5, seinen Kombi-Qualitäten. Mit glatten 4,60 Meter Länge passt der MG 5 perfekt ins Kompaktkombi-Segment, bietet im Klassenvergleich aber wenig Laderaum. 479 bis 1.367 Liter Gepäck passen in den Chinesen. Dass das weniger ist als in vergleichbaren konventionell angetriebenen Kombis – geschenkt. Aber 2023 erscheinen mit Opel Astra Sports Tourer Electric und Peugeot e-308 SW zwei wichtige elektrische Wettbewerber des MG 5, und Opel nennt für den elektrischen Astra Kombi 516 bis 1.553 Liter Kofferraumvolumen.

Aber auch sonst zeigt der MG 5 speziell unter Kombi-Gesichtspunkten noch Optimierungspotenzial: die Laderaumöffnung ist relativ klein, die Ladekante außen wie innen ziemlich hoch und die im Verhältnis 40:60 umklappbaren Rücklehnen bilden auf den Sitzkissen eine hohe Stufe. Dazu kommt: Zurrösen, Gepäckhaken oder ein Gepäcknetz zur Ladungssicherung sucht man im Elektro-Kombi von MG zumindest serienmäßig vergeblich. Auf Nachfrage wies MG allerdings auf die Verfügbarkeit von Nachrüstsätzen für das ein oder andere Feature hin. Ein Gepäckfach unter der Fronthaube, den sogenannten Frunk, gibt es im MG 5 ebenfalls nicht.

Auf der Straße: Problemlos durch den Elektro-Alltag

Wir sind den MG 5 mit 156 PS gefahren, also die Variante mit großem Akku. Netto 57,7 und brutto 61,1 kWh Strom sorgen mit den montierten 17-Zoll-Felgen für 380 WLTP-Kilometer Reichweite. Mit 16-Zöllern sollen es maximal 400 Kilometer sein. Bei Minusgraden standen bei uns mit vollem Akku maximal rund 340 Kilometer auf dem Display. Die Prognose ist verlässlich, der Reichweitenverbrauch lag selbst auf der Autobahn nur knapp darüber. Waren auch Landstraßen- und Ortsetappen dabei, fuhr der MG 5 sogar weiter als vom Bordcomputer prognostiziert. 23,0 kWh Strom mussten wir je 100 Kilometer nachladen, für die winterlichen Minusgrade ein effizienter Wert.

Geladen wird der MG 5 über die Ladebuchse an der Front, beim Standard-AC-Laden sind maximal 11 kW drin. Schnellladen geht auch, hier sind 87 kW die Obergrenze. Erreicht haben wir – mit Hinweis auf die Minusgrade – maximal knapp 40 kW an der Schnellladesäule. Die Effizienzsteigerung während der Fahrt funktioniert über drei Rekuperationsstufen, die sich via Schalter in der Mittelkonsole anwählen lassen.

Und die übrigen Fahreindrücke mit dem MG 5? Da gibt der Elektro-Kombi keinen Anlass zur Klage. Das Fahrwerk ist ausgewogen, der MG ist zwar kein ausgesprochener Dynamiker, liegt aber satt auf der Straße. Was nervt, ist lediglich die pixelige Rückfahrkamera. Und den Vordersitzen könnte ein wenig mehr Seitenhalt guttun.

Unser Tipp: MG 5 Luxury

Zwei Antriebsalternativen bietet MG für seinen Elektro-Kombi: Außer der getesteten 156-PS-Variante mit großer Batterie gibt es einen 177-PS-Motor, der allerdings ausschließlich mit einem kleineren Akku kombiniert wird (50,3 kWh). Los geht es ab 29.824 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.) für den kleinen Akku, dann sind laut WLTP maximal 320 Kilometer Fahrt drin. Für den großen Akku mit bis zu 400 Kilometer Reichweite müssen Fuhrparkverantwortliche mindestens 32.345 Euro einplanen (plus 2.521 Euro). Damit hat MG einen wirklichen Preisschlager unter den Elektroautos auf die Räder gestellt.

Während die Wahl des MG-5-Antriebs rein vom individuellen Fahrprofil abhängt, haben wir in Sachen Ausstattung einen klaren Tipp. Comfort und Luxury heißen die beiden Ausstattungslinien, die MG für seinen Kombi anbietet. Angesichts des eh schon geringen Grundpreises empfehlen wir, die 1.260 Euro Aufpreis für den Luxury zu investieren. Warum? Weil MG für den Comfort außer einer optionalen Farbe (546 Euro) keine individuellen Extras anbietet und einige interessante Features nur im Luxury vorhanden sind. So gibt es anders als im Comfort

  • einen Regensensor
  • eine 360-Grad-Kamera
  • automatisch einklappbare Außenspiegel
  • den automatisch abblendenden Innenspiegel
  • eine Klimaautomatik
  • einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz
  • Kunstledersitze und
  • 17-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Allerdings ist auch der Comfort schon gut ausgestattet: Alle wichtigen Assistenzsysteme, LED-Licht, Rückfahrkamera, manuelle Klimaanlage, 7-Zoll-Digital-Instrumente, Infotainment mit 10,25-Zoll-Tochscreen, Navi und Apple Carplay und Android Auto sowie Sitzheizung vorn zählen bereits zur Serienausstattung. Und sieben Jahre Garantie gibt es obendrauf.

Kombi-Features wie Zurrösen, Gepäckhaken oder Gepäcknetz sind aber wie erwähnt wenn überhaupt via Nachrüstsatz bestellbar, eine elektrische Heckklappe gar nicht. Dass man die Hecktür manuell öffnen muss, ist ja verschmerzbar, die fehlenden Sicherungssysteme dagegen nicht. Da muss man Sperriges gegebenenfalls auf dem Anhänger verstauen, denn der MG 5 nimmt bis zu 500 Kilogramm an den Haken.

Lieferzeiten für den MG 5 nennt MG übrigens nicht. Wer im Konfigurator auf den Reiter „Lieferung“ klickt, erhält als Antwort: „Auf Anfrage“.

Fazit MG 5 Luxury:

Der MG 5 hinterlässt insgesamt einen soliden, positiven Eindruck. An den Kombi-Qualitäten können die Chinesen im Detail noch feilen. Dafür rollt der Elektro-Kombi aber zu einem unschlagbaren Preis auf die Straße – für das er allerhand bietet.

Der MG 5 Luxury (61,1 kWh) in der Kurzkritik:

Plus:

  • Niedriger Preis und sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Solider Gesamteindruck
  • Gute Ausstattung

Minus:

  • Relativ geringes Kofferraumvolumen
  • Geringe DC-Ladeleistung
  • Finish der Kombi-Konstruktion

Technische Daten MG 5 Luxury (61,1 kWh):

  • Fünftüriger, fünfsitziger Kompakt-Kombi
  • Länge/Breite/Höhe: 4.600/1.811 (inkl. Seitenspiegel)/1.543 mm
  • Antrieb: Frontantrieb mit Eingang-Automatikgetriebe
  • Motor: Permanent-Magnet-Synchronmotor
  • Leistung Verbrennungsmotor: 115 kW (156 PS)
  • Max. Drehmoment: 280 Nm
  • Reichweite (WLTP): 400 km
  • Kapazität Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie (netto/brutto): 57,7/61,1 kWh
  • Ladeleistung (AC/DC): 11/87 kW
  • Ladedauer AC 0 – 80 %: k.A.
  • Ladedauer DC 10 – 80 %: 00:40 h
  • Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 8,3 s
  • Norm-Verbrauch (WLTP): 17,9 – 17,5 kWh
  • Testverbrauch: 23,0 kWh
  • CO2-Emission (WLTP): 0 g/km
  • Kofferraumvolumen: 479 – 1.367 l
  • Zuladung: 455 kg
  • Effizienzklasse: A+++
  • KH/VK/TK: 14/24/21
  • Grundpreis Testwagen netto: 33.605 Euro
  • Stand: Januar 2023
Für den Marktstart in Europa bekam der MG 5 ein Facelift, die Front ist jetzt deutlich schärfer geschnitten.
Gefälliges MG-5-Heck, dass die Konstruktion schon einige Jahre auf dem Buckel hat, sieht man aber auch.
Gut verarbeitetes Cockpit im MG 5, auch die Materialauswahl passt. 7-Zoll-Digitalinstrumente und 10,25-Zoll-Touchscreen sind Serie.
Eine relativ kleine Heckklappe gibt den Weg zum mindestens 479 Liter großen Kofferraum des MG 5 frei.
Zurrösen oder ähnliche Sicherungsinstrumente fehlen in der Serienausstattung des MG 5.
Die Ladekante des Elektro-Kombis ist recht hoch, auch innen gibt es eine Stufe.
Die umgeklappten Rücklehnen liegen relativ hoch auf der Rückbank des MG 5 auf.
Geladen wird der Akku des MG 5 an der Fahrzeugfront.
Ein Staufach unter Motorhaube des MG 5 gibt es nicht.
Einfache Bedienung im MG 5, neben den digitalen Funktionen gibt es weiterhin Tasten und Knöpfe.

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