DIESELSKANDAL

Nachfrage nach Selbstzündern nimmt weiter ab

Wenig verwunderlich wirkt sich die Diesel-Thematik weiterhin negativ auf die Verkäufe aus. Dies bestätigt eine aktuelle Studie einmal mehr.

Nicht nur die deutschen Autofahrer wenden sich von der Diesel-Technologie ab. Auch im Rest Europas hat der Selbstzünder einen immer schwereren Stand. Das bestätigt auch die jüngste Studie des Center Automotive Research (CAR).

In der EU ist der Selbstzünder-Anteil an den Pkw-Neuzulassungen in den ersten sechs Monaten um 8,4 Prozentpunkte auf 36,8 Prozent gesunken.Die größten Einbrüche gab es in Slowenien (minus 15 Prozentpunkte), Spanien (minus 13 Prozentpunkte) und Rumänien (minus 12 Prozentpunkte). Auch in England, Schweden und Litauen verlor der Diesel zweistellig Marktanteile. In Deutschland betrug der Rückgang 9,2 Prozentpunkte. Dem umstrittenen Motor die Treue halten unter anderem die Italiener, wo die Diesel-Quote lediglich um 2,8 Prozentpunkte auf 56,5 Prozent gesunken ist. Auch in Dänemark und Estland gab es nur geringe Rückgänge.

Wohl deutlich mehr als „nur“ kurzfristiger Trend

Die Gründe für den europaweiten Abstieg des Diesels sieht das CAR nicht zuletzt als Folge der Abgasskandale und dem damit verbundenen Vertrauensverlust. Dazu kommen drohende Fahrverbote auch außerhalb Deutschlands, die höheren Fahrzeugpreise durch die zusätzliche Abgasreinigungstechnik sowie das damit zusammenhängende sinkenden Angebot an Dieselfahrzeugen. Vor allem in den kleinen Klassen verschwinden Modelle mit Selbstzündermotor, weil sie schlicht zu teuer wären. Die Experten werten die sinkende Dieselnachfrage vor diesem Hintergrund nicht als einmaliges Abrutschen, sondern als strukturelle Veränderung. (AA/SP-X)

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