Für Fuhrparkmanager kann die Situation auch eine Chance sein, sich strategisch im Unternehmen zu positionieren, neue Ideen zur betrieblichen Mobilität zu entwickeln und damit ihren Arbeitsplatz zu erhalten.
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Für Fuhrparkmanager kann die Pflicht auch eine Chance sein, sich strategisch im Unternehmen zu positionieren, neue Ideen zur betrieblichen Mobilität zu entwickeln und damit ihren Arbeitsplatz zu erhalten.

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Neue Rolle für Fuhrparkmanager?

Ab Januar 2024 sind viele Unternehmen in Deutschland verpflichtet, ihre durch die betriebliche Mobilität in den Verkehr gebrachten Emissionen auszuweisen. Damit rückt auch das Fuhrparkmanagement in den Fokus der Betrachtung, und es kommen weitere Aufgaben auf die Fuhrparkmanager zu. Denn der Report gilt rückwirkend für das Geschäftsjahr 2023.

Am 1. Januar 2024 soll die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU zur Pflicht für alle Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden, und zwar rückwirkend für das Geschäftsjahr 2023, werden. Nach Schätzungen des Beratungsunternehmens EY müssen dann rund 49.000 statt der bisher 11.600 Unternehmen umfangreich über Ökologie, Mobilität, Soziales und Unternehmensführung Rechenschaft ablegen. Diese nicht finanziellen Aussagen eines Unternehmens und deren Kennzahlen gewinnen damit stark an Bedeutung und nähern sich in ihrer Tragweite damit den Finanzkennzahlen an. Denn Handels- und Kundenbeziehungen sowie Auftragsvergaben werden von diesen Kennzahlen abhängig werden. Und auch Investoren werden die Nachhaltigkeitsberichte eines Unternehmens genau unter die Lupe nehmen bevor sie investieren, denn auch ihr Nachhaltigkeitsbericht muss stimmen. Ab 2023 werden die Mitgliedstaaten der EU dann die Umsetzung der Richtlinien in Gesetze verabschieden, um die Konsequenzen des unternehmerischen Handelns für Umwelt und Gesellschaft viel deutlicher als bisher zu berechnen und zu beschreiben. Durch die CSRD werden Unternehmen Nachhaltigkeit jetzt ganzheitlich betrachten müssen und die Mitarbeitenden auch über die Arbeit hinaus zu nachhaltigem Verhalten motivieren, um den CO2-Ausstoß des Unternehmens langfristig zu verringern. Dabei geht es sowohl um die Vermeidung wie auch um die Senkung der Emissionen aus der Mobilität.

Vom Fuhrparkmanager zum Mobilitätsmanager

Vielen Unternehmen ist noch unklar, welche Kompetenzen in welchen Unternehmensbereichen sie nun aufbauen müssen und wie sich unternehmensweit die Anforderungen verändern werden. Eines ist aber klar, die betriebliche Mobilität wird ein wesentlicher Bestandteil dieser Berichte werden. Dazu gehören die Pendler-Mobilität, Geschäftsreisen, der eigene Fuhrpark, geleaste Fahrzeuge und auch der bezogene Strom für die E-Fahrzeuge. Also eine Chance für Fuhrparkmanager, sich strategisch im Unternehmen zu positionieren, neue Ideen zur betrieblichen Mobilität zu entwickeln und damit ihren Arbeitsplatz zu erhalten.

Denn um Treibhausgas-Emissionen (THG) zu mindern, werden viele Unternehmen versuchen, ihren Fuhrpark auf E-Fahrzeuge weiter umzustellen, Fahrzeugbestände im Fuhrpark abzubauen, Fahrzeugpool-Modelle anbieten und alternative betriebliche Mobilitätslösungen einführen.

Ein weiteres Ziel wird sein, neue Kriterien und Regeln (Policy) für die Notwendigkeit von Geschäftsreisen in den Unternehmen zu entwickeln. Dann müssen Mitarbeiter, wenn sie dringend notwendige Geschäftsreisen antreten wollen, klimafreundliche Verkehrsmittel nutzen.

Der Weg der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) geht durch die Institutionen der EU, bis sie durch die EU-Mitgliedstaaten am  1.12.22 einzeln in Landesrecht umgesetzt wird.
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Der Weg der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) geht durch die Institutionen der EU, bis sie durch die EU-Mitgliedstaaten am  1.12.22 einzeln in Landesrecht umgesetzt wird.

Einblick in die betriebliche Mobilität

Neben dem Thema Fuhrpark spielt auch die gesamte Mitarbeitermobilität zukünftig im Nachhaltigkeitsbericht eines Unternehmens eine Rolle. Ein interessantes Whitepaper zu diesem Thema hat nun Mobiko (kurz für Mobilitätskontingent), ein 2018 gegründetes Green Mobility Startup aus München, erarbeitet. Hintergrund des Whitepapers ist, dass sich die betriebliche Mobilität aufgrund des starken Emissions- und Kostendrucks stärker weg von Inselangeboten hin zu vernetzten Angeboten im Unternehmen entwickelt, welche den Mitarbeitern vor allem geteilte Mobilität zur Verfügung stellen wird. Hierbei kommen ganz neue Herausforderungen auf die Fuhrparkmanager zu, welche nicht mehr das Auto, sondern die Mobilität ins Zentrum des Handels stellen, so die Autoren. Das Whitepaper bietet zudem Beispiele, wie ein Mobilitätsbudget THG-Emissionen und Kosten für das Unternehmen senken kann und gibt Einblicke, wie sich Mitarbeitermobilität und Arbeitsmodelle auch durch die Corona-Pandemie verändert haben.

Konkret geht das Whitepaper auch auf das Thema Mobilitätsbudget ein, das Unternehmen Einblick in den Mobilitätsmix auch auf dem Arbeitsweg erhalten. Das ist wichtig für die Berichtssorgfalt, aber auch, um CO2-Abgabepreise zukünftig zu reduzieren. Über das Budget wird deutlich, für welchen Reisezweck oder Mobilitätstypen Mitarbeitende ihr Budget genutzt haben. Basierend auf diesen Informationen können schlecht genutzte Angebote entweder komplett eingestellt oder ersetzt werden. Zusätzlich könnte stattdessen auch eine Incentivierung für kostengünstige, aber wenig genutzte Mobilitätsangebote im Unternehmen eingeführt werden, so die Autoren. Generell können Mitarbeitende steuerlich von ihrem Arbeitgeber belohnt werden, sofern sie einen hohen Anteil der vom Unternehmen gewünschten Mobilitätstypen nutzen.

Weitere Schwerpunkte des Whitepapers sind:

  • Mobilitätsbedingte Emissionen richtig erfassen und ausweisen (CSRD),
  • Transparenz gewinnen und Mitarbeitende gezielt zu nachhaltigem Mobilitätsverhalten motivieren,
  • Neue Automodelle bedarfsgerecht im Fuhrpark integrieren,
  • Geteilte und externe Mobilitätsangebote richtig versteuern.

Vom Verwalter zum Gestalter: Chance für Fuhrparkmanager

Infokasten

Fuhrparkmanager stehen vor großem Kosten- sowie Emissionsdruck und müssen Mobilität neu denken. Durch zukünftig steigende Verbrauchskosten wird es für den Arbeitgeber immer teurer den Statuswert eines Dienstwagens zu finanzieren. Hat das Unternehmen keine eigene Datengrundlage, werden statistische Werte angenommen, die einen hohen Anteil an spritbetriebenen Einzelfahrzeugen annehmen können, was sich für das Unternehmen in einem hohen CO2- Abgabepreis bemerkbar macht. Für Fuhrparkmanager kann die Situation auch eine Chance sein, sich strategisch im Unternehmen zu positionieren, neue Ideen zur betrieblichen Mobilität zu entwickeln und damit ihren Arbeitsplatz zu erhalten.

Bis zum Start der Berichtspflicht, wird es sicher Hilfen und Unterstützungen für die Fuhrparkmanager geben. Dazu wird das bfp FORUM am 8. und 9. September in Hannover sowie die Nationale Konferenz für betriebliche Mobilität im Anschluss an das bfp FORUM praxisnahe Lösungen und Hilfen bieten. Einen ersten Überblick bietet auch das Whitepaper, das an dieser Stelle heruntergeladen werden kann.

 

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