Image
Der Range Rover Generation fünf fährt vor. An der Front hat sich optisch aber kaum etwas geändert.
Foto: Christian Frederik Merten
Der Range Rover Generation fünf fährt vor. An der Front hat sich optisch aber kaum etwas geändert.

bfp-Fahrbericht

Neuer Range Rover: Wuchtig, aber wendig

Land Rover legt die fünfte Generation des Range Rover auf. Mit seiner Allradlenkung fährt das große SUV ziemlich flink auch durch enge Kurven.

Mehr als 50 Jahre ist es her, da begründete der Range Rover ein neues Segment: Mit ihm brachte Land Rover das erste Luxus-SUV auf den Markt, das wie seine Marken-Geschwister im Gelände zwar seinen Meister suchte, eigentlich aber eher für die Straße gedacht war. Range-Rover-Fahrer, die sich nach einem anstrengenden Arbeitstag auf dem Landgut abends in der Oper entspannen wollten, mussten ihr Gefährt fortan also nicht mehr wechseln. Nun ändern sich aber auch die Ansprüche an einen Range Rover mit der Zeit, und deshalb fährt Land Rover sein Spitzen-SUV nun bereits in der fünften Generation vor. Wir haben uns angeschaut, was die Ikone kann.

Land Rover Defender 110: Das Schweizer Taschenmesser im Fuhrpark

Kein SUV, sondern ein Geländewagen für den Profieinsatz, ist der Land Rover Defender. Wir haben ihn in der längeren von zwei Versionen getestet.
Artikel lesen

Design-Revolution am Range-Rover-Heck

Zur Beruhigung aller Traditionalisten: auch der neue Range Rover ist ein typischer Range Rover. Vor allem an der Front müssen sogar Range-Rover-Kenner ganz genau hinschauen, um die Generation fünf überhaupt vom Vorgänger zu unterscheiden. Auch die Silhouette – neu sind hier versenkte Türgriffe – bleibt typisch, die optische Revolution kommt beim neuen Range Rover am Heck. Ein schmales durchgehendes Leuchtenband verbindet die oberen Enden der vertikal angeordneten Rückleuchten – wobei alle drei Komponenten in charakteristischem Schwarz gehalten sind. Die unteren Enden der Leuchten wiederum verbindet eine Chromleiste, sodass am Range-Rover-Heck ein ziemlich kubischer Eindruck entsteht. Vor allem hell lackierte Range Rover machen so auch von hinten ziemlich was her.

Land Rover liefert sein neues Luxus-SUV in zwei Längen: 5,05 oder 5,25 Meter lang ist der neue Range Rover, die längere Variante gibt es in den Ausstattungen HSE und Autobiography optional auch mit sieben Sitzen. Platzprobleme gibt es also nicht im großen SUV aus England, weder für die Passagiere noch für das Gepäck. 818 Liter passen schon im Normalzustand in den Range Rover, 1.841 bis 2.176 Liter sind es bei umgeklappten Rücksitzen. Den Kofferraum erreicht man über eine zweigeteilte Heckklappe, deren Unterteil als Picknick-Bank dient, sofern man die Option „Tailgate Event Suite“ ordert (420 bis 1.639 Euro plus Zwangskombination mit weiteren Extras; alle Preise netto zzgl. USt.).

Alexa immer an Bord des neuen Range Rover

Wer den Range Rover – jetzt übrigens always on – über die elektrisch betätigten Türen entert, findet ein von klaren Linien geprägtes Interieur vor. Sofort ins Auge fällt der horizontal ausgerichtete und jetzt 13,1 Zoll große Touchscreen des Pivi-Pro-Infotainmentsystems, das jetzt auch Alexa integriert und immer mit kabellosem Android Auto und Apple Carplay kommt. Dazu gibt es im SUV – ebenfalls serienmäßig – konfigurierbare und gut ablesbare 12-Zoll-Digitalinstrumente. Der Touchscreen gibt bei der Bedienung je nach Einstellung haptische Rückmeldung.

Was den Sitzkomfort im neuen Range Rover angeht, gibt es nichts zu meckern. Die Sitze passen wie angegossen, auch beim Thema Seitenhalt arbeiten sie anstandslos. Bei der Sitzposition dürfte Land Rover aber nochmal nachbessern. Das liegt vor allem am Verstellbereich des Lenkrads, der an der Längsachse aus unserer Sicht nicht weit genug zum – durchschnittlich gewachsenen – Fahrer reicht.

Großes SUV ab 2024 auch vollelektrisch

Einen Sechszylinder-Diesel mit 249, 300 oder 350 PS bietet Land Rover für sein neues Luxus-SUV an, dazu kommen ein Sechszylinder- und ein Achtzylinder-Benziner mit 400 und 530 PS. Bereits heute bestellbar ist außerdem der Plug-in-Hybrid mit 440 oder 510 PS Systemleistung. Bis zu 109 WLTP-Kilometer soll er dank 31,8-kWh-Akku rein elektrisch fahren. Bis auf den V8-Benziner sind alle reinen Verbrenner als Mildhybrid ausgelegt. Einen vollelektrischen Range Rover reicht Land Rover 2024 nach.

Für eine erste Probefahrt entschieden wir uns für den Range Rover D 350 mit 350 PS. Der stärkste Diesel im Range-Rover-Portfolio arbeitet wie erwartet kraftvoll, durchzugsstark und genauso leise. Fahrgeräusche sind im Range Rover dank aktiver Geräuschunterdrückung kaum zu vernehmen, dazu gesellt sich ein extrem hohes Maß an Fahrkomfort. Kein Wunder, ist die Luftfederung doch bereits serienmäßig an Bord. Im D 350 verfügt sie über die „Dynamic Response“-Funktion, die in Kurven die Seitenneigung verringert und auch auf Offroad-Gegebenheiten reagiert.

Trotz 5,05 Meter Länge bereits in der Standard-Version – mit langem Radstand misst der Range Rover 5,25 Meter – fährt sich das große englische SUV auch in der Stadt ziemlich handlich. Warum? Weil Land Rover seinem Spitzenmodell schon ab der Basis nicht nur den typischen Allradantrieb, sondern auch eine Allradlenkung spendiert. In Kurven lenkt sich parallel mit und soll so für mehr Fahrdynamik sorgen. 8,3 Liter Diesel soll der Range Rover D 350 laut WLTP verbrauchen, unser Bordcomputer zeigte aber trotz gemächlicher Fahrt einen niedrigen zweistelligen Wert an.

Neuer Range Rover ab 105.798 Euro

Zu haben ist der Range Rover mit dem Basis-Diesel ab 105.798 Euro, der von uns gefahrene D 350 kostet mindestens 121.933 Euro. Je nach Ausstattung sind 21- oder 22-Zoll-Felgen Serie, mit oder ohne Aufpreis ist aber alles zwischen 20 und 23 Zoll möglich. Ledersitze sind ebenfalls standardmäßig an Bord, wer möchte, bekommt aber auch nachhaltigere Materialien als Alternative.

Technische Daten Land Rover Range Rover

  • Segment: Luxusklasse
  • Karosserie: SUV fünftürig
  • Maße | Kofferraum: 5.052 (LWB: 5.252) x 2.047 x 1.870 mm | 818-1.841 l (LWB: max. 2.176 l)
  • Diesel: 249-350 PS | 8,2-8,3 l | 215-218 g CO2 | ab 105.798 Euro
  • Benziner: 400-530 PS | 10,2-12,0 l | 230-272 g CO2 | ab 118.992 Euro
  • PHEV: 440-510 PS | 0,9 l + 29,9-30,0 kWh | 21 g CO2 | ab 115.798 Euro
  • Elektro: ab 2024
  • Max. Ladeleistung PHEV (AC/DC): 7,0/- kW
  • E-Reichweite PHEV: 109 km
  • Versicherung: KH: 24 | VK: 32 | TK: 31 (PHEV: k.A.)

(Verbrauch, Emissionen und Reichweiten nach WLTP; Preise netto zzgl. USt.)

Am Heck dagegebn umso mehr: Schmale horizontale Leuchten, das durchgehende Leuchtenband und eine Zierleiste sorgen für einen kubischen Eindruck.
Range-Rover-Cockpit mit serienmäßigem 13,1-Zoll-Touchscreen und 12-Zoll-Digitalinstrumenten, die auch immer an Bord des SUVs sind.
Mit der Option „Tailgate Event Suite“ wird der untere Teil der Heckklappe des Range Rover zur Picknick-Bank.
Zweiteilige Heckklappe für den Range Rover, dahinter massig Platz für das Gepäck.
Auch beim Design der Seitenlinie bleibt sich der Range Rover treu.
Der erste Range Rover (hinten im Bild) gilt als Urvater der straßentauglichen Luxus-SUVs.

Das könnte Sie auch interessieren:

Toyota Highlander: Allradriese ohne Kabel

Seit 25 Jahren setzt Toyota auf die Hybrid-Technik. Damit gehörten die Japaner 1997 zu den Vorreitern alternativer Antriebe. Auch beim großen SUV der Marke, dem Highlander, setzt Toyota auf den „selbstladenden Hybriden“.
Artikel lesen

Mustang Mach-E GT: Spannungsplus von Ford

Ford krönt das Modellprogramm des Mustang Mach-E mit dem GT. So kommt der elektrische Crossover noch sportlicher daher.
Artikel lesen

Kontaktfreudiger Lifestyle-Offroader

Nach dem Elektro-SUV Audi E-Tron gibt es nun auch die Coupé-Version mit der Bezeichnung Sportback. Wir haben uns den Audi E-Tron Sportback mit großem Akku genauer angeschaut.
Artikel lesen
Image
range-rover-velar-202106-front-1.jpeg
Foto: Christian Frederik Merten

bfp-Fahrbericht

Range Rover Velar: Aufs Wesentliche konzentriert

Land Rover überarbeitet den Range Rover Velar. Optisch tut sich nichts, unter der Haube umso mehr.

Image
Sechszylinder- und V8-Motoren bestimmen den Antrieb beim neuen Range Rover Sport ebenso wie Plug-in-Hybride.
Foto: Jaguar Land Rover

Luxus-SUV

Range Rover Sport geht in den Verkauf

Das Offroad-taugliche Luxus-SUV ist in der neuen Generation ab sofort zu Preisen ab 78.151 Euro bestellbar.

Foto: Timo Bürger/bfp

50 TDI quattro tiptronic

Neuer Audi A8 im Test: der Sitz(t)!

Audis Edel-Limousine kann im Test in fast allen Belangen überzeugen – nur eine Kleinigkeit im Audi A8 gefällt nicht ganz.

Foto: Tobia Kempe / Land Rover

Anders als die anderen

Range Rover Evoque: Augen-Blick mal!

Dienstwagenberechtigte dürfen mit starken Motoren Vorlieb nehmen. Auf Wunsch gibt es zwei sehr pfiffige Features.

Tipps & News rund um Fuhrparkmanagement und betriebliche Mobilität:der fuhrpark.de-Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen fuhrpark.de-Newsletter!