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bfp-Fahrbericht

Polestar 2: Smartes E-Auto

Polestar startet in Europa. Der Polestar 2 kommt als rein elektrisches Mittelklasse-Auto. Als besonderes Schmankerl bietet er vollintegrierte Vernetzung.

Inhaltsverzeichnis

Von Christian Frederik Merten

Drei besondere Eigenschaften sollen das neue Elektroauto Polestar 2 aus der Masse hervorheben, sagt Alexander Lutz, Polestar-Chef in Deutschland: sein Design, seine Performance und seine Innovation vor allem in Sachen Connectivity. Wie sich der Polestar 2 tatsächlich auf der Straße schlägt, konnte bfp FUHRPARK & MANAGEMENT auf einer ersten kurzen Testfahrt in Erfahrung bringen.

Mittelklasse im Crossover-Stil

Skandinavisch-minimalistisch nennt Lutz das Design des Polestar 2, und dem lässt sich kaum widersprechen. Schon allein, weil der Fünftürer die Gene seiner Schwester Volvo kaum verleugnen kann – und will. Denn der Volvo-Stil des ersten rein elektrischen Autos der Marke soll auch Vertrauen wecken in die noch junge Marke, die Volvo und Konzernmutter Geely gemeinsam aus der Taufe gehoben haben.

Gebaut wird der 4,61 Meter lange Mittelklässler ausschließlich im chinesischen Luqiao, die ersten Exemplare rollen in Deutschland im August auf die Straße. Entstanden ist eine fünftürige Fließhecklimousine, die aber deutliche Crossover-Anleihen zeigt. Innen bietet das Elektroauto mehr als genügend Platz, über die große Heckklappe erreicht man einen 405 bis 1.095 Liter großen Kofferraum. Für dreckige Ladekabel gibt es ein 35 Liter großes Staufach unter der Fronthaube. Bestellen kann man den Polestar 2 ausschließlich online, wer ihn vor dem Kauf physisch erleben möchte, kann dies in den bundesweit sieben Polestar Spaces tun. Sie sind in Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart geplant.

Bestellstart für den Polestar 2

Polestar öffnet die Orderbücher für den Polestar 2. Seit dem 8. April ist das fünftürige Elektroauto direkt online bestellbar.
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Richtig viel Power unter der Haube

E-Mobilität soll kein Kompromiss sein, sondern Spaß machen, meint Alexander Lutz. Und das tut sie im Polestar 2. Womit wir beim Thema Performance wären. 408 PS leisten die synchronen Permanentmagnet-Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse im Polestar 2, sie übertragen ihre Kraft über ein Eingang-Getriebe an alle vier Räder. Und das sehr dynamisch: Wer den Motoren Sporen gibt, wird richtig in den Sessel gedrückt. In 4,7 Sekunden beschleunigt der Polestart 2 mit seinen 660 Nm auf 100 km/h, die Spitze liegt bei 205 km/h. Übrigens: Schnell kommt das neue schwedisch-chinesische E-Auto auch wieder zum Stehen. Und das nicht nur mit dem Bremspedal – denn man kann den Polestar 2 auch ausschließlich über das Gaspedal steuern. Nimmt man den Fuß vom Gas, sorgt die Rekuperation für ordentliche Verzögerung.

78 kWh groß ist der Lithium-Iionen-Akku des Polestar 2. Nach WLTP reicht das für 470 Kilometer Reichweite, in der Stadt sind es 560 Kilometer. Ist der Akku leer, ist der Polestart 2 an der DC-Schnellladesäule in 40 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen. Apropos laden: Möglich sind bis zu 11 kW AC-Laden ein- oder dreiphasig oder Schnellladen mit bis zu 150 kW Ladeleistung. Serienmäßig an Bord sind ein Typ-2-Ladekabel (16 A, 11kW, Modus 3 sowie 10 A; 2,3 kW, Modus 2).

Unser Testwagen wartete mit 97 Prozent Akkufüllstand und 420 Kilometer Reichweite auf uns. Gefahren sind wir 118 Kilometer. Am Ende hatte der Akku noch 50 Prozent Saft, die Reichweite betrug laut Bordcomputer 150 Kilometer. Damit lag der Reichweitenverbrauch deutlich über den tatsächlich gefahrenen Kilometern. Ein Grund dafür: Auf der Autobahn sind wir der Power des Polestar 2 erlegen und auch deutlich über Richtgeschwindigkeit gefahren. Das sorgt natürlich für höheren Stromverbrauch.

"Viele Jahrzehnte Erfahrung in diesem Geschäft"

Polestar startet jetzt auch in Deutschland durch. Vor allem für den Polestar 2 sieht Deutschland-Chef Alexander Lutz auch Gewerbekundenpotenzial.
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Erstmals mit neuem Google Android Automotive

Noch was vergessen? Klar, die Connectivity. Wie die Schwestermodelle von Volvo beherbergt auch der – vegan ausgestattete – Innenraum des Polestar 2 einen vertikal platzierten Touchscreen. Er ist 11,15 Zoll groß und beherbergt unter anderem als erstes Auto Googles neues Betriebssystem für automobile Infotainmentsysteme, Android Automotive. Das heißt: Der Polestar ist quasi ein Smartphone auf Rädern, wer ein Google-Konto besitzt, kann es im Auto komplett spiegeln, sofern die Apps für Autofahrten freigegeben sind. Praktisch läuft zum Beispiel also die Navigation ausschließlich über Google Maps. Aber auch unabhängig vom Google-System ist das Auto voll vernetzt, System- und Ausstattungs-Updates Over The Air sind wie bei Tesla möglich. Apple Carplay reicht Polestar 2021 nach, mit dem Fahrzeug verbinden kann man iPhones aber natürlich schon heute.

In einer Leistungsstufe bietet Polestar sein neues Modell zunächst an. 2021 soll allerdings noch eine Version mit geringerer Batteriekapazität auf den Markt kommen, Zweiradantrieb ist ebenfalls geplant. Dann soll auch der Einstiegspreis auf unter 40.000 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.) sinken. Ab 48.655 Euro steht der Polestar 2 derzeit in der Preisliste. Für das förderfähige Fahrzeug können Fuhrparkmanager aber nochmal 7.500 Euro Bonus vom Preis abziehen. Dafür bekommen sie ein voll ausgestattetes Fahrzeug. Aber Achtung: Ab nächstem Jahr fallen das Pilot-Paket (unter anderem verschiedene Assistenzsysteme, 360-Grad-Kamera) und das Plus-Paket (unter anderem Pixel-LED-Scheinwerfer, Sitzheizung, Panoramaglasdach) aus der Serienausstattung.

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