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Basiswissen Fuhrparkmanagement

Reifenmanagement: Keine Universallösung beim Boxenstopp

Die Reifen dürfen im Fuhrpark auf keinen Fall zu kurz kommen – im Zweifel kostet falsches Reifenmanagement Sicherheit, Zeit und Geld.

Inhaltsverzeichnis

Von Esra Tatlises

Das Thema Outsourcing zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche der Fuhrparkverwaltung. Auch beim Reifenmanagement lohnt es sich, zu überlegen, ob die Auslagerung einiger Aufgaben Sinn macht – oder gleich die der kompletten Administration. Welche Lösung am Ende die meisten Kosten spart und den geringsten Aufwand verursacht, hängt aber immer von den individuellen Bedürfnissen des Unternehmens und seiner Flotte ab.

Die Bedarfsanalyse – ein Muss

Zu Beginn gilt es also immer zu klären, worin tatsächliche Bedarfe und Anforderungen liegen. Fuhrparkverantwortliche, die eine professionelle Softwarelösung einsetzen, haben den ersten Schritt bereits gemacht: Sie sollten schon eine aktuelle und vollständige Übersicht über die aktuellen Fahrzeugbereifungen sowie jegliche Wartungs- und Kontrolltermine haben. Im nächsten Schritt können sie externe Expertise in Betracht ziehen, um zum Beispiel im Rahmen einer Fachberatung maßgeschneiderte Lösungen für individuelle Wünsche und Bedürfnisse zu entwickeln.

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Autarkes Reifenmanagement oder professioneller Dienstleister

Diese Lösungen sind dann genauso individuell wie die Unternehmen. Für den einen ist das eigene, autarke Reifenmanagement die beste Lösung. Wer genügend Manpower hat, beschafft seine Pneus ganz einfach selbst beim Reifenhändler – im Idealfall auch online. Mit dem Reifen- und Räderkauf allein ist es dann aber noch lange nicht getan. Hier gilt es, alle Randaspekte des Reifenmanagements zu berücksichtigen: Welche Reifen passen auf welches Fahrzeug? Welche Werkstätten oder Montagepartner kommen für die Umrüstung in Frage? Kaufe ich die Reifen dort auch oder bringe ich sie mit? Und schließlich: Wo und wie werden die Räder im Sommer und Winter gelagert?

Wer sich all diese Fragen nicht stellen möchte, arbeitet mit Kooperationspartnern zusammen. Zum Beispiel bieten viele Reifenfachbetriebe, Werkstätten – egal ob frei oder vertragsgebunden – und Werkstattketten One-Stop-Shopping-Lösungen an, die bestenfalls nicht nur die Räder und Reifen betreffen. Neben der Unterstützung bei der Reifenbeschaffung sowie dem Räderwechsel und der Einlagerung zählen hier oft auch reguläre Wartungsservices, die jährliche UVV-Prüfung, die Führerscheinkontrolle oder Autoglasreparaturen zum Angebot. Ein Full-Service-Angebot, das die Standzeit der Dienstwagen deutlich verkürzt.

Reifenmanagement: Praxistipps statt Theorie

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Wen das überzeugt und wer seine Fahrzeuge least, für den kann eine zusätzliche Reifenpauschale eine naheliegende Option sein. Unternehmen können dann nicht nur von den günstigen Einkaufskonditionen ihres Leasinggebers profitieren – sondern auch von den oben genannten Full-Service-Leistungen, die in den Reifenpauschalen der Leasingunternehmen in der Regel ebenfalls verfügbar sind.

Ganzjahres- oder Saisonreifen?

Auf den ersten Blick scheinen Ganzjahresreifen die ideale Lösung zu sein: Die Anschaffung eines zweiten Satzes Reifen entfällt ebenso wie der logistische und finanzielle Aufwand für die Umrüstung und Einlagerung. Für Autos, die auch im Winter zum Beispiel hauptsächlich Kurzstrecken in der ebenen Stadt fahren, können Ganzjahresreifen sicherlich eine Alternative sein. Wer aber im Winter viel und auf lange und vielleicht sogar im (Mittel-) Gebirge unterwegs ist, der sollte auf jeden Fall zum Winterreifen greifen. Das empfehlen auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und der ADAC: Im Vergleich des Automobilclubs von 2018 schnitten nur vier von neun an Kompaktwagen getesteten Allwetterreifen halbwegs passabel ab. Sie waren die einzigen im Feld, für die die ADAC-Tester nach Fahrversuchen auf trockener, nasser und schneebedeckter Fahrbahn noch die Note befriedigend vergaben.

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Reifenpflege spart Geld

Unabhängig von Reifenwahl spart Geld, wer seine Pneus regelmäßig wartet und kontrolliert. Nur dann erreichen Reifen eine hohe Lebensdauer. Dabei sind regelmäßige Prüfungen von Profiltiefe, Reifendruck, Reifenalter und Verschleiß besonders wichtig. Beispielsweise entsteht bei einer Unwucht eine ungleichmäßig verteilte Last. Diese kann das gesamte Fahrwerk beinträchtigen und in kostspielige Reparaturen ausufern. Und wer Rädertausch und Wartung frühzeitig bucht, profitiert gleich mehrfach: Er vermeidet unnötige Wartezeiten in der Hochsaison und damit den Ausfall des Firmenwagens, außerdem besteht die Chance, von Frühbucherrabatten profitieren.

Klar ist aber auch: Die eine Universallösung für optimales Reifenmanagement gibt es nicht. Wie immer kommt es auf die individuellen Anforderungen des Fuhrparks an, welche Art des Reifenmanagement die effizienteste ist.

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