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Foto: Christian Frederik Merten
Seat plus SUV plus Plug-in-Hybrid bedeutet Tarraco. Gebaut wird der große Spanier im VW-Werk Wolfsburg.

bfp-Fahrtest

Seat Tarraco e-Hybrid: Effizienz schafft sich Raum

Seat-SUV als Plug-in-Hybrid? Da bleibt nur der Taracco. Der Spitzen-Spanier brilliert auch in seiner Spritspar-Variante mit viel Platz.

Tarraco - das ist nicht nur die antike Bezeichnung der heutigen spanischen Stadt Tarragona in Nordspanien, sondern auch der Name des derzeitigen Seat-Spitzenmodells. Wie heute üblich, handelt es sich auch hier um ein SUV. Seit Anfang 2019 rollt der Tarraco auf der Straße, zum Jahresbeginn 2021 ergänzte der Plug-in-Hybrid das Portfolio. Was der kann, klären wir in unserem Test.

610 Liter Standard-Kofferraum im Tarraco e-Hybrid

Als einziger Seat läuft der Tarraco in Deutschland vom Band: im VW-Stammwerk Wolfsburg. Direkt verwandt ist er mit dem Tiguan Allspace, der Langversion des kompakten VW-SUVs. Insider erkennen das schon am Design. Zwar trägt der Tarraco die Seat-typischen schmalen Scheinwerfer, den sechseckigen Markengrill sowie das ebenfalls prägende Leuchtenband am Heck. Die Türen jedoch haben die Spanier eins zu eins vom Wolfsburger Schwestermodell übernommen. Wie dieses bietet auch der Tarraco optional Platz für bis zu sieben Personen – allerdings nur dann, wenn ein traditioneller Diesel oder Benziner unter der Haube werkelt. Kunden des Plug-in-Hybrid, bei Seat e-Hybrid genannt, müssen mit fünf Sitzen vorlieb nehmen.

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Rund 4,74 Meter lang ist der Seat Tarraco, und die nutzt er überzeugend aus. Zum Beispiel beim Gepäckraum: Der Fünfsitzer bietet mindestens 760 Liter Stauraum, der Siebensitzer 230 bis 700 Liter und der Plug-in-Hybrid immer noch üppige 610 Liter. Aber auch die Passagiere kommen nicht zu kurz: Vorne findet man immer die richtige Sitzposition, und Fondpassagiere können ihre Beine locker ausstrecken.

Ansonsten zeigt sich das Tarraco-Interieur auf der Höhe der Zeit. Volldigitale Instrumente mit 10,25-Zoll-Anzeige sind ebenso Serie wie der 8,25-Zoll-Touchscreen über der Mittelkonsole. Der wächst auf 9,2 Zoll, wenn das Navi an Bord ist. Für 739 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.) gibt es dann außerdem unter anderem Sprachsteuerung sowie Android Auto und Apple Carplay.

Verbrauch: Nicht schlecht für Fahrzeug- und Leistungsklasse

Nun aber zum Antrieb des Tarraco 1.4 e-Hybrid. Im Prinzip ist das System bekannt, VW verwendet es auch im Tiguan. 245 PS Systemleistung aus einem 150-PS-Turbobenziner und einem 115-PS-Elektromotor sorgen für Vortrieb, die Kraftübertragung erfolgt über ein Sechsgang-DSG ausschließlich auf die Vorderräder. Power bietet der Tarraco e-Hybrid also mehr als genug, und laut WLTP-Norm ist auch der Verbrauch überschaubar: maximal 2,1 Liter Benzin sollen es je 100 Kilometer sein, dazu kommen bis zu 18,0 kWh Strom. Und in der Praxis? Wir waren mit unserem Tarraco zu großen Teilen auf der Autobahn unterwegs, sind in der Stadt aber fast ausschließlich elektrisch gefahren. Das Resultat sind im Schnitt 7,5 Liter Benzin plus 7,8 kWh Strom. Nicht schlecht für diese Fahrzeug- und Leistungsklasse, gleichzeitig aber auch ein Beweis dafür, dass der Benzinverbrauch von Plug-in-Hybriden extrem vom Fahrprofil abhängt. Auch dann, wenn für die Stadt fleißig geladen wird.

13 kWh fasst der Akku des Tarraco e-Hybrid brutto, netto sind es 10,4 kWh. Geladen wird er mit maximal 3,6 kW, macht mindestens rund 3,5 Stunden von 0 bis 100 Prozent. Ein Prospekt-Wert, der sich in unserem Test als realistisch erwies. Aber: Auch vollem Akku (acht von acht Strichen in der Ladeanzeige) zeigte der Bordcomputer nicht mehr als 41 Kilometer rein elektrische Reichweite an. In der Praxis sprang der Benziner bei uns nach spätestens 33 Kilometern wieder an. Laut NEFZ sollten es 55 Kilometer sein.

Seat Tarraco: Entspannt auf der Langstrecke

In der Praxis zeigte sich der Tarrace e-Hybrid generell als überzeugender Alltagsbegleiter. Gut, in der Großstadt würde es auch eine Nummer kleiner tun. Mit dem 4,74-Meter-Spanier einen Parkplatz zu finden, ist nicht immer einfach. Allerdings: Freunde von SUV und Plug-in-Hybrid haben bei Seat keine Wahl, der kleinere Ateca ist weiterhin ausschließlich mit konventionellen Benzinern und Dieseln bestellbar. Dafür spielt der Tarraco seine Vorzüge auf der Langstrecke aus. Auch nach mehreren hundert Kilometern steigt man entspannt aus dem SUV aus.

Dazu tragen nicht nur die passgenauen Sportsitze der von uns getesteten FR-Version bei, die nicht nur mit perfektem Seitenhalt überzeugen, sondern gleichzeitig noch ausreichend komfortabel sind. Auch die einfache Bedienung sämtlicher Tarraco-Funktionen trägt zum entspannten Fahrerlebnis bei. Dazu kommt ein Fahrwerk, das ebenfalls keine Änderungswünsche aufkommen lässt.

Benziner, Diesel und PHEV – bunte Mischung im Tarraco

Grundsätzlich also ein Gesamtpaket ohne gravierende Schwächen, der Seat Tarraco. Hat man sich grundsätzlich für das Modell entschieden, stellt sich schnell die Frage nach der Variante, die wirklich in Frage kommt. Dabei haben die Kunden die Wahl zwischen drei Antriebsarten. Wer einen Benziner ins Auge fasst, hat die Wahl zwischen 150, 190 oder 245 PS, der 2,0-Liter-Diesel kommt mit 150 oder 200 PS. Dazu gibt es den getesteten Plug-in-Hybrid.

Vom jeweiligen Motor hängt es ab, ob der Tarraco als Handschalter oder mit DSG beziehungsweise mit Front- oder Allradantrieb erhältlich ist:

  • Der Sechsgang-Handschalter ist Serie beim 1.5 TSI und beim 2.0 TDI, beide mit 150 PS. Otional gibt es das Siebengang-DSG, Allradantrieb für diese Motoren nicht lieferbar.
  • Die stärkeren Tarraco bieten bereits serienmäßig das Siebengang-DSG. Das gilt für die 2,0-Liter-Benziner (190 oder 245 PS) ebenso wie für den 200-PS-Diesel. Allrad ist hier ebenfalls Standard.
  • Der getestete Plug-in-Hybrid Tarraco 1.4 e-Hybrid kommt ausschließlich als Fronttriebler und als einziges Modell mit Sechsgang-DSG.

Drei Ausstattungslinien für den Seat Tarraco

Nun zu den Ausstattungslinien: Style, Xcellence und FR heißen die Tarraco-Linien. Die Basis Style gibt es nur mit 150 PS, alle anderen Motoren starten bereits als Xcellence. Während der Xcellence wie immer bei Seat eher komfortorientierte Kunden anspricht, gibt der FR den Sportler unter den Tarracos.

Die Mitte – oder je nach Motor die Basis – macht´s, finden wir auch in diesem Fall. Der Xcellence kommt schon serienmäßig mit Einparkassistent und Einparkhilfe vorn und hinten, elektrischer Heckklappe, Klimaautomatik, Rückfahrkamera und schlüssellosem Schließ- und Startsystem. Dazu wählen wir

  • das Business-Paket Infotain unter anderem mit Navi, Beats-Audiosystem und drahtlosem Smartphone-Laden (966 Euro)
  • Metallic-Lack (546 Euro)
  • das Gepäcktrennnetz (168 Euro)
  • das Winterpaket mit Sitzheizung vorn und hinten (mittlere Sitzreihe) außen (521 Euro)
  • das große Fahrerassistenz-Paket (929 Euro) sowie
  • im Plug-in-Hybrid das Mode-3-Ladekabel für Ladesäulen und Wallboxes (151 Euro).

Wer viel auf kurzen Strecken unterwegs ist, für den reicht der 150-PS-Einstiegsbenziner. Schließlich war schon unser schwerer Plug-in-Hybrid bei leerer Batterie mit seinen dann 150 PS kein Verkehrshindernis. Als Xecellence steht die Basis ab 30.529 Euro in der Preisliste, mit DSG ab 32.084 Euro. Langstreckenfahrer können weiterhin mit dem Diesel liebäugeln (150 PS mit DSG ab 35.042 Euro, 200 PS ab 39.277 Euro). Der Plug-in-Hybrid Tarraco 1.4 e-Hybrid steht als Xcellence ab 37.714 Euro in der Preisliste. Mit 55 Kilometern unterschreitet er zwar die ab 2022 für die Förderung geltende Mindestreichweite von 60 Kilometern, bleibt mit 44 bis 47 Gramm CO2 je Kilometer aber unter der 50-Gramm-Grenze. Damit kommen Kunden des Tarraco e-Hybrid auch im nächsten Jahr weiter incen Genuss des PHEV-Umweltbonus.

Übrigens: VW bietet nur den kurzen Tiguan als Plug-in-Hybrid an. Wer das Plus an Raum mit den zwei Herzen verbinden möchte, kommt um den Wolfsburger Spanier also gar nicht herum.

Der Seat Tarraco FR 1.4 e-Hybrid in der Kurzkritik:

Plus:

  • Hoher Langstreckenkomfort
  • Viel Platz für Passagiere und Gepäck
  • Einfache Bedienung

Minus:

  • Mode-3-Ladekabel nur gegen Aufpreis
  • Nicht als Siebensitzer bestellbar

Technische Daten Seat Tarraco FR 1.4 e-Hybrid:

  • Fünftüriges, fünfsitziges Mittelklasse-SUV
  • Länge/Breite/Höhe: 4.735/1.839/1.674 mm
  • Antrieb: Frontantrieb mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe
  • Motor: Reihenvierzylinder-Turbo-Benzinmotor plus Elektromotor
  • Leistung Verbrennungsmotor: 110 kW (150 PS)
  • Leistung Elektromotor (Boost): 85 kW (115 PS)
  • Systemleistung: 180 kW (245 PS)
  • Max. Drehmoment Verbrennungsmotor: 250 Nm bei 1550 – 3500
  • Rein elektrische Reichweite (NEFZ): 55 km
  • Kapazität Lithium-Ionen-Batterie (netto/brutto): 13,0/10,4 kWh
  • Ladeleistung (AC/DC): 3,6 kW/-
  • Ladedauer 0 – 100 %: 3:33 h
  • Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 7,5 s
  • Norm-Verbrauch (WLTP): 1,9 – 2,1 l + 16,9 – 18,0 kWh
  • Testverbrauch: 7,5 l + 7,8 kWh
  • CO2-Emission (WLTP): 44 – 47 g/km
  • Kofferraumvolumen (Standard): 610 l
  • Tankinhalt: 45 l
  • Zuladung: 597 kg
  • Schadstoffklasse: Euro 6 AP
  • Effizienzklasse: A+
  • Versicherung (KH/VK/TK): 19/22/24
  • Grundpreis Testwagen netto: 37.714 Euro
  • Stand: Oktober 2021
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Auch den Tarraco-Heck ziert das Seat-typische Leuchtenband.
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In der Seitenlinie wird die Verwandtschaft zum VW Tiguan Allspace mehr als deutlich.
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Wer das Navi ordert, erhält einen 9,2-Zoll-Touchscreen dazu (Standard: 8,25 Zoll). 10,25-Zoll-Digitalinstrumente sind Serie.
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Im Standard misst der Kofferraum des Plug-in-Hybrid 610 Liter. Sieben Sitze gibt es im Tarraco nur für die konventionellen Diesel und Benziner.
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Geladen wird vorn links, mit maximal 3,6 kW Ladeleistung.
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Typisches Seat-Gesicht: Der Tarraco ist das Spitzenmodell der spanischen VW-Tochter.

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