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Center Automotive Research

Studie: Massive Rabatte auf dem Neuwagenmarkt erwartet

Eine sinkende Nachfrage und die Corona-Krise setzen dem Pkw-Markt zu. Eine Studie der Universität St. Gallen prognostiziert nun starke Preisnachlässe.

Inhaltsverzeichnis

Die üblichen Frühjahrs-Rabattaktionen auf dem deutschen Automarkt sind in diesem Jahr bislang ausgeblieben. Das zeigt die Rabattstudie des "Center Automotive Research" (CAR) am "Institute for Customer Insight" an der Universität St. Gallen.

Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2010 habe es so wenig Preisnachlässe wie nie gegeben, heißt es in der Studie. Erstmals lag demnach der sogenante CAR-Rabatt-Index im Februar 2020 unter der Januarzahl. Offenbar fehle es an Kaufanreizen für Konsumenten, die üblicherweise in Form von Angeboten beworben würden.

Weniger Nachfrage auf dem Automarkt

Dieses Phänomen werde dadurch verstärkt, dass gleichzeitig der deutsche Automarkt in eine Schwächephase trete. So wurden im Monat Januar mit 246.300 Pkw 7,3 Prozent weniger neu zugelassenen als im Vorjahresmonat. Im Februar 2020 waren es 293.943 neu zugelassene Pkw oder 10,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Mit dem zu erwartenden weiteren Nachfrageausfall durch die Corona-Krise könne in den nächsten Monaten mit hoher Verkaufsförderung und Preisnachlässen im Pkw-Markt gerechnet werden, so Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer.

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Verunsicherung bei Autobauern

Das Ergebnis des Februar-CAR-Rabatt-Index zeige Autobauer im deutschen Automarkt, heißt es in der Studie. Einerseits wartete man auf die Umweltprämie, die dann auch Mitte Februar kam. Gleichzeitig sei das Angebot an Elektroautos noch "überschaubar", außerdem gebe es teils Lieferschwierigkeiten. Zusätzlich seien die Autobauer durch die neuen, von der EU vorgegebenen CO2-Grenzwerte verunsichert. Zuviel Verkaufsförderungsschub für Verbrenner bringe Risiken für die Erreichung der CO2-Vorgaben, also hoffe man hier eher auf die Folgemonate.

Mehr Internet-Rabatte

Einzig bei den Internetvermittlern scheine sich ein Interesse am Frühjahrsgeschäft anzudeuten, so die Studienautoren weiter. Hier stiegen die Rabatte für die 30 meistverkauften Neuwagen auf durchschnittlich 19,8 Prozent an. Die Internetvermittler könnten damit eher die Gewinner bei jetzt zu erwartenden roten Jahr 2020 werden.

Drei Argumente für steigende Rabatte

In den Folgemonaten könne daher mit deutlich stärkeren Verkaufsförderungsprogrammen und Rabatten gerechnet werden, prognostiziert die Studie. Zu einen sei der deutsche Automarkt bereits eingebrochen, wie die Rückgänge bei Neuzulassungen der ersten beiden Monate zeigten.

Hinzu komme die Corona-Krise mit zahlreichen Quarantänen-Maßnahmen, durch die das Wirtschaftswachstum in Deutschland und damit der deutsche Automarkt weiter einbreche. Der Einbruch im Auftragseingang werde sich weiter verschärfen. Zum dritten brauchten die Autobauer Aufträge für ihre Elektroautos und Plug-In Hybride und planten daher mutmaßlich Zusatzmaßnahmen zu den staatlichen Förderungen.

In den nächsten Monaten seien die Voraussetzungen daher gut, dass sich "eine Art ein Kundenschlaraffenland" auftue, so das Fazit der Studie. Deshalb raten die Studienautoren, den Markt vor einem Neuwagenkauf genau zu beobachten. (cr)

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