Audi A8 dynamisch Front schräg
Foto: AUDI AG

Zukunft des Autofahrens

Teil 2: Was Audi kann und nicht kann

Die Systeme für Level 1 und 2 sind heute schon weit verbreitet und bieten beruflichen Vielfahrern eine deutliche Entlastung und Komfortverbesserung.

Allerdings bleibt hier die Verantwortung immer beim Fahrer. Das ändert sich erst mit Autos, die Level 3 erreichen. Eine Vorreiter-Position nimmt der neue Audi A8 ein, der erst seit Ende November im Handel steht. Mit dem Audi AI Staupilot erfüllt der A8 Level 3 und kann auf Autobahnen oder ähnlichen Straßen im Stau oder zähfließenden Verkehr bis 60 km/h die Fahraufgabe alleine meistern. Audi betont, dass der Fahrer das System nicht permanent überwachen muss, sondern lediglich wahrnehmungsbereit bleiben muss, um nach Aufforderung die Verantwortung zu übernehmen. Zum Beispiel dann, wenn sich der Stau auflöst und wieder schneller als 60 km/h gefahren werden kann.

Für Level 3 müssen Vorschriften geändert werden – das dauert

Das Ganze klingt überzeugend, ist aber leider bis jetzt nur eine PR- und Werbemaßnahme. Der Audi AI Staupilot (AI steht für Artificial Intelligence, zu Deutsch künstliche Intelligenz) ist aktuell weder bestell- noch lieferbar. Und das wird voraussichtlich auch bis Ende 2018 so bleiben, denn erst dann ist frühestens zu erwarten, dass die gesetzlichen Vorschriften die Level 3 Technik zulassen. Der Preis für das Extra wird im Bereich zwischen 2000 und 4000 Euro liegen. Audi hat jetzt aktuell das Thema besetzt und gewinnt gleichzeitig Zeit für die Vervollkommnung der Serienentwicklung. 2018/19 werden sicher auch Mercedes und BMW das hochautomatisierte Fahren auf Level 3 mit ihren Topmodellen im Markt anbieten.

Auch Tesla kann noch nicht Level 3

Selbst wenn der amerikanische Elektroauto-Pionier Tesla gerne den Anschein erweckt bei der Entwicklung des autonomen Fahrens ganz vorne zu sein, die Realität sieht anders aus. Bei der Anzahl der Sensoren (Radar, Laserscanner und Kameras sind die Basis für die automatischen Fahrfunktionen) haben die drei deutschen Premiummarken Tesla hinter sich gelassen. Nach einem tödlichen Unfall in den Staaten wurde Tesla von US-Behörden wegen „erheblicher Verkehrsgefährdung“ zur Nachbesserung aufgefordert. Um seinen „Autopilot“ nachträglich auf BMW- und Mercedes-Niveau zu bringen, bietet das Unternehmen für rund 6.000 Euro eine verbesserte Funktionalität an, die mehr Sensoren und eine gesteigerte Rechnerleitung beinhaltet.

Der Markt des Autonomen Fahrens ist heiß umkämpft

Neben den traditionellen Automobilherstellern in Europa oder den USA sowie dem Elektro-Pionier Tesla gibt es weitere künftige Marktteilnehmer, die man auf der Rechnung haben muss. Die Rede ist von den Tech-Giganten aus dem Silicon Valley wie Google, Apple und Co. Nicht zu vergessen jede Menge kleine, flexible Startups und die beinah unzähligen Hersteller aus China. Viele von ihnen verstehen das Auto der Zukunft nicht mehr als Fahrzeug, sondern als Teil des Internets. Die Old-School-Hersteller haben ihre neuen Wettbewerber schon im Visier und der deutsche Branchen Verband VDA lässt verlauten: „Die reine Fahrzeugproduktion allein ist nicht mehr das, was die Unternehmen der Zukunft ausmachen wird“. Insider und Analysten sehen vor allem bei Google ernst zu nehmendes Engagement in Richtung Autonom-Technologie. Google-Mutterkonzern Alphabet bündelt in dem 2016 ausgegliederten Unternehmen Waymo alle Aktivitäten. Bereits seit 2009 forschen die Amerikaner in Richtung autonomes Fahren und haben bei den Testfahrten einen nicht unterschätzenden Vorsprung. Die Rede ist von sechs Millionen real gefahrenen Auto-Kilometern. Und Waymo sammelt weiter Fahrdaten, aktuell alle sechs Monate rund 1,5 Millionen Kilometer. Von diesen Datenvolumen sind die Entwickler der „alten Industrie“ weit entfernt. „Wer über diesen Daten-Schatz verfügt, kann schnell und günstig die Level 1 bis 3 überspringen und ein elektrisch betriebenes Roboter-Taxi aus die Räder stellen“, befürchtet ein deutscher Entwickler. Also gut möglich, dass in etwa zwei Jahren die ersten Fuhrparkmanager Robo-Taxis kaufen und im Lieferdienst auf festgelegten Strecken einsetzen werden.

(Thomas Wüsten/AutoAmbition)

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