Foto: Toyota

bfp-Interview

Toyota: "2020 wird ein LCV-Jahr"

Transporter und drauf ausgerichtete Services stehen 2020 im Fokus bei Toyota. TGS-Chef Daniel Avramovic freut sich außerdem auf viele weitere Neuheiten.

Inhaltsverzeichnis

Von Christian Frederik Merten

Seit April ist Daniel Avramovic neuer Leiter des Toyota Geschäftskunden-Services (TGS). Einer seiner Schwertpunkte für 2020: der Ausbau des Nutzfahrzeuggeschäfts. Was Flotten- und Gewerbekunden in nächster außerdem von Toyota und Lexus zu erwarten haben, klärt bfp FUHRPARK & MANAGEMENT in einem ersten Gespräch.

Transporter-Schwerpunktjahr bei Toyota

bfp: Herr Avramovic, wie möchten Sie das Gewerbe- und Flottengeschäft bei Toyota weiterentwickeln?

Daniel Avramovic: Wir bei Toyota haben unser Gewerbekundengeschäft in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich ausgebaut. 2019 konnten wir in diesem Segment das dritte Mal in Folge wachsen. Diesen Weg möchte ich konsequent weitergehen. Besonders erfolgreich waren und sind wir bei kleinen und mittelgroßen Flotten, die für uns auch weiterhin im Fokus stehen werden.

bfp: Auf welchen Fahrzeugsegmenten steht Ihr Hauptaugenmerk derzeit?

D. Avramovic: Ich kann ganz klar sagen: 2020 wird für uns ein LCV-Jahr, also ein Transporter-Jahr. Wie Sie wissen, bauen wir unsere Transporter-Palette mit dem Proace City und dem Proace City Verso derzeit um ein neues kompaktes Einstiegsmodell aus. Zusätzlich setzen wir die sehr erfolgreiche Ausstattungslinie "Meister" bei diesen Modellen fort. Damit treten wir in einem für uns völlig neuen Segment an, wovon wir uns weiteres Wachstum versprechen. Außerdem unterziehen wir unsere Klassiker Hilux und Land Cruiser im Herbst einer Modellpflege.

Kompaktes Kraftpaket: der Toyota Proace City

Mit dem Proace City hat Toyota einen vielseitigen Kleintransporter mit einem durchdachten Ladungskonzept im Programm. In Köln durfte er zeigen, was er kann.
Artikel lesen

Neues "Toyota Professional"-Konzept im Handel

bfp: Spricht die Ausweitung der Transporter-Palette nicht für eine spezielle Kundenbetreuung auch vor Ort im Handel?

D. Avramovic: Da haben Sie absolut recht. Aus diesem Grund haben wir zum 1. Juli auch unser "Toyota Professional"-Konzept ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um bundesweit über 20 Nutzfahrzeug-Standorte, die sich ganz gezielt um Transporter-Kunden kümmern. Sie generieren sich aus unseren derzeit 105 Fleet- und Business-Centern und beschäftigen zum Beispiel zertifizierte Nutzfahrzeug-Verkäufer, die auch mit Blick auf Aus- oder Umbauten professionell beraten können.

bfp: Haben Sie darüber hinaus spezielle Services definiert?

D. Avramovic: Der Umfang der Standards ist gar nicht so groß. Wir haben dort Services definiert, wo es sinnvoll ist. Zum Beispiel werden wir verlängerte Öffnungszeiten anbieten, außerdem können Kunden auf mehr Vorführ- und Ersatzfahrzeuge zurückgreifen, darunter auf mindestens ein umgebautes Fahrzeug.

Verstärkter Fokus auf Aus- und Umbauten

bfp: Mit welchen Partnern arbeiten Sie bei Aus- und Umbauten zusammen? Gibt es dafür zentrale Vorgaben von Toyota?

D. Avramovic: Als Service für unsere Händler werden wir Kooperationen für Aus- und Umbauten im ersten Schritt zentral auswählen und steuern. Kooperationspartner sind zum Beispiel bekannte Unternehmen wie Sortimo und Bott, aber auch Goliath beim Umbau von Kühlfahrzeugen. Unsere Technikabteilung legt auch bei den Um- und Ausbauten den sehr hohen Toyota-Qualitätsstandard an.

bfp: Welche Abrechnungsmöglichkeiten hat der Kunde bei Um- und Ausbauten?

D. Avramovic: Das hängt immer vom Kundenwunsch ab. Wir bieten selbstverständlich Einrechungs- wie Zweirechnungsgeschäfte an.

Neuer Leiter Geschäftskunden-Service bei Toyota

Daniel Avramovic ist neuer Leiter Geschäftskunden-Service bei Toyota Deutschland. Vorgänger Mario Köhler trägt als Vertriebs-Direktor mehr Verantwortung.
Artikel lesen

Elektrischer Proace für 2021 geplant

bfp: Welche Zielgruppen konnten Sie mit dem Proace bislang vor allem überzeugen?

D. Avramovic: Mit dem Proace Kasten konnten wir im letzten Jahr sehr erfolgreich vor allem unsere typische Zielgruppe, also Handwerker und kleinere bis mittlere Fuhrparks, ansprechen. Dazu beigetragen, hat auch das Meister-Leasing von Toyota Financial Services, das zielgruppenspezifische Full-Service-Bausteine wie Versicherungsleistungen, All-Wetter-Reifen oder UVV-Kontrollen kombiniert hat. Und worüber wir uns auch sehr gefreut haben ist, dass wir auch große Kunden mit dem Proace überzeugen konnten. Wir haben zum Beispiel eine Ausschreibung von BSH Hausgeräte gewonnen.

bfp: Sie arbeiten im Nutzfahrzeug-Segment mit PSA zusammen. Wird es analog zu den PSA-Produkten auch einen elektrischen Toyota Proace geben?

D. Avramovic: Ja, daran arbeiten wir derzeit. Die ersten Proace und Proace Verso als vollelektrische Varianten rollen 2021 auf die Straßen. Für diese Modelle werden wir zwei Batteriegrößen anbieten und auch die bekannten Karosserielängen.

Modellneuheiten 2020: Neues Kernmodell Yaris

bfp: Mit welchen Toyota-Neuheiten können wir mittelfristig noch rechnen?

D. Avramovic: Im September startet mit dem neuen Yaris ein für uns extrem wichtiges Modell. Im Flotten- und Gewerbekundenmarkt sind wir mit diesem Modell in der Vergangenheit vor allem im Pflegesegment auf große Resonanz gestoßen, das wollen wir mit der Neuauflage natürlich wiederholen. Einen besonderen Stellenwert legen wir hier wieder auf das Thema Effizienz: In der Hybrid-Version wird er 15 Prozent weniger verbrauchen, aber gleichzeitig 15 Prozent mehr leisten. Außerdem Hybridantrieb wird es für den Yaris aber auch wieder einen reinen Benzinantrieb geben.

bfp: Welche Pfeile haben Sie noch im Köcher?

D. Avramovic: Ebenfalls im September werden wir den RAV4 als Plug-in-Hybrid mit 300 PS auf den Markt bringen. Seine Fahrer profitieren auch von der vergünstigten Dienstwagen-Versteuerung. Im selben Monat kommen dann auch die überarbeiteten Land Cruiser und Hilux. Der Hilux erhält mehr Hubraum und 204 PS und kann dann 3,5 Tonnen Anhängelast ziehen.

bfp: Können Sie auch schon einen Ausblick auf das Jahr 2021 geben?

D. Avramovic: Ja. Zum Jahreswechsel präsentieren wir den vollelektrischen Lexus UX 300e. Ab Anfang 2021 bieten wir dann auch erstmals unser SUV Highlander in Europa an, im Sommer folgt als neues Einstiegs-SUV der Yaris Cross. Und wie den Proace und den Proace Verso werden wir auch den Proace City und den Proace City Verso 2021 vollelektrisch anbieten. Damit können wir im ersten Halbjahr 2021 die komplette Proace-Familie auch elektrisch anbieten.

Toyota Yaris: Preise zu allen Ausstattungen

Toyota hat nun die Preise für den erneuerten Yaris bekannt gegeben. Der Kleinwagen kostet abzüglich der Mehrwertsteuer ab 13.270 Euro.
Artikel lesen

Toyota Proace City: Ergänzung nach unten

bfp: Was erwarten Sie generell vom Proace City?

D. Avramovic: Auch mit dem Proace City sprechen wir vor allem lokale Handwerksbetriebe sowie kleinere und mittlere Fuhrparks an. Im Fokus der Handwerksbetriebe stehen dabei vor allem Unternehmen des Bauhandwerks und des bauvorbereitenden Handwerks.

bfp: Gibt es Überlegungen bei Ihnen das Transporter-Portfolio auch nach oben abzurunden?

D. Avramovic: Mit dem Proace City bauen wir unser Transporter-Portfolio ja gerade erst deutlich aus. Pläne, das Angebot auch nach oben hin zu erweitern, gibt es derzeit nicht.

Plug-in-Hybride und reine E-Mobile

bfp: Toyota hat viele Jahre lang ausschließlich auf Voll-Hybride gesetzt, jetzt bauen Sie Ihre Palette an Plug-in-Hybriden aus. Was ist der Grund?

D. Avramovic: Wir schauen uns die Entwicklung der einzelnen Segmente immer sehr genau an. Dort, wo eine technische Innovation Sinn macht und auf entsprechende Nachfrage trifft, platzieren wir auch ein Angebot. Das gilt auch für Plug-in-Hybride.

bfp: Mit dem Lexus UX 300e starten Sie Ihr erste batterieelektrisches Auto. Gibt es Pläne für ein ähnliches Toyota-Modell?

D. Avramovic: Auch hier gilt, dass wir die Marktentwicklung ganz genau beobachten und bei Bedarf durch unser Baukastenprinzip schnell auf die Kundenwünsche reagieren können.

bfp: Welche Services bieten Sie rund um batterieelektrische Fahrzeuge an?

D. Avramovic: Selbstverständlich beraten unsere Händler die Kunden intensiv, welche Antriebstechnik für sie in Frage kommt. Dazu gehören zum Beispiel ausführliche Fahrprofilanalysen. Wenn es um die Beratung rund um die Ladeinfrastruktur für den Kunden zuhause beziehungsweise in seinem Betrieb geht, befinden wir uns derzeit noch in der Konzeptionsphase, welche Angebote wir unseren Kunden konkret machen können.

bfp: Auf die Brennstoffzellentechnik setzt Toyota aber auch weiterhin?

D. Avramovic: Ja, wir werden das Thema Brennstoffzelle auch langfristig weiterverfolgen. Wir sprechen hier von einer Technik, die wir in den nächsten Jahren weiterentwickeln werden. Deshalb werden wir auch ab 2021 einen Nachfolger für unser Brennstoffzellenfahrzeug Mirai anbieten.

bfp: Herr Avramovic, herzlichen Dank für das Gespräch.

Foto: Christian Frederik Merten - bfp

bfp-Interview

"Feedback ausnahmslos positiv"

Toyota-Flottenkundenchef Mario Köhler über die neuen Modelle der Japaner, den Hybridantrieb in der Flotte und die Nutzfahrzeugstrategie.

Foto: Christian Frederik Merten - bfp

bfp-Interview

VWN: "Hin zur dezidierten Mobilitätsberatung"

VWN-Großkundenchef Axel Czora über die Elektromobilität bei Transportern, Autoabos und vernetzte Mobilitätsangebote.

Foto: Christian Frederik Merten - bfp

bfp-Interview

Hyundai: "Beratung über das Produkt hinaus"

Jürgen Keller und Sascha Behmer von Hyundai über den neuen i10, Plug-in-Hybride und Batterieelektroautos sowie die Brennstoffzellentechnik.

Foto: Jörn Wolter - Renault Deutschland

bfp-Interview

Renault: "Wir haben eine schnelle Lösung gefunden"

Renault-Flottenkundenchef Carsten Schopf über die Elektromobilität, neue Modelle und die Relevanz einzelner Segmente für die Franzosen.

Tipps & News rund um Fuhrparkmanagement und betriebliche Mobilität:der fuhrpark.de-Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen fuhrpark.de-Newsletter!