bZ4X heißt Toyotas erstes Batterieelektroauto. Dass das „X“ für Crossover steht, sieht man dem Japaner an.
Foto: Christian Frederik Merten
bZ4X heißt Toyotas erstes Batterieelektroauto. Dass das „X“ für Crossover steht, sieht man dem Japaner an.

Inhaltsverzeichnis

bfp-Fahrbericht

Toyota bZ4X: Unaussprechlich elektrisch

Mit dem bZ4X fährt Toyotas erstes Batterieelektroauto vor. Als Allradler begeistert er mit unerschütterlichen Bergauf-Qualitäten.

Toyota und Batterieelektroautos? Sieht man vom Lexus UX 300e ab, war da lange Zeit gähnende Leere im Portfolio. Aber: Auch wenn Hybride, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge mittelfristig weiter eine wichtige Rolle bei den Japanern spielen werden, mit dem bZ4X rollte im Sommer 2022 das erste Batterieelektroauto von Toyota auf die Straße.

bZ4X? Ein etwas sperriger Name, in dem „bZ“ für Toyotas Nachhaltigkeitsstrategie Beyond Zero steht, die „4“ für die Größenklasse und das X für die Crossover- beziehungsweise SUV-Form. 4,69 Meter lang ist der eigenwillig gezeichnete bZ4X, damit fährt er direkt in die SUV-Mittelklasse. Technisch ist der erste Elektro-Toyota komplett neu, mit ihm führte Toyota die von Beginn an auf Batterieelektromobilität ausgelegte Konzern-Plattform e-TNGA ein.

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Keine Platzprobleme im Toyota bZ4X

Das bZ4X-Layout entspricht dem eines typischen Elektro-SUVs: kurze Haube, fünf Türen, Fließheck mit großer Klappe. Nur die Linienführung ist teils eigenwillig, das kennt man aber ja bereits von Toyota. Insgesamt kommt der bZ4X dennoch stimmig daher, prägend sind vor allem die großen schwarzen Radlaufverkleidungen.

Auch im Interieur geht der bZ4X seinen eigenen Weg, auffallend sind das mit haptisch hochwertigem Stoff bezogene Armaturenbrett, die breite Mittelkonsole sowie die – Peugeot lässt grüßen – über dem Lenkrad platzierten serienmäßigen 7-Zoll-Digitalinstrumente. Das Infotainment-System „Toyota Smart Connect“ mit 8-Zoll-Touchscreen und Cloud-Navigation ist Serie, im Comfort- und Technik-Paket gibt es „Toyota Smart Connect Plus“ mit 12,3-Zoll-Monitor und zusätzlich auch Festplatten-Navigation. An der Verarbeitung des bZ4X-Interieurs gibt es – typisch Toyota – nichts zu meckern. Das gilt auch für das Platzangebot.

Vorn wie hinten bietet der bZ4X durchschnittlich großen Menschen viel Platz, und in den Kofferraum passen im Normalzustand 452 Liter Gepäck. Ein zusätzliches Gepäckfach unter der Fronthaube gibt es allerdings nicht. Dafür kann der Toyota bZ4X bis zu 750 Kilogramm Anhängelast an den Haken nehmen.

Maximal 150-kW-Ladegeschwindigkeit im bZ4X

Nun aber zur Technik: Toyota stellt für sein erstes Elektroauto zwei Antriebsarten zur Wahl. Der bZ4X ist mit einem Motor, Frontantrieb und 204 PS oder mit zwei Motoren, elektrischem Allradantrieb und insgesamt 218 PS lieferbar. Der Akku speichert maximal 71,4 kWh Strom, der reicht kombiniert laut WLTP für maximal 442 bis 513 (Frontantrieb) oder 415 bis 461 (Allradantrieb) Kilometer Fahrt.

Geladen wird mit maximal 11 kW im AC-Modus oder bis zu 150 kW im DC-Schnelllademodus. Das soll von 0 bis 100 Prozent Akkustand 6,5 Stunden (AC-Laden) oder von 0 bis 80 Prozent mindestens 30 Minuten (DC-Laden) dauern. Für Schnellladevorgänge verfügt der bZ4X über einen in Europa üblichen CCS-Anschluss.

bZ4X macht keine Reichweiten-Sprünge

Für unsere Probefahrt stand uns der stärkere Allradler zur Verfügung. Der bZ4X liegt satt und souverän auf der Straße, ein Dynamiker ist an ihm aber nicht verloren gegangen. Wer ein kraftvolles, aber komfortables Elektroauto sucht, ist beim Toyota dagegen komplett richtig. Auch seine Allradkompetenz stellte das SUV auf verschneiten steilen Bergstraßen eindrucksvoll unter Beweis. Wo Fronttriebler nur mit Schneeketten vorankamen, zog der bZ4X problemlos vorbei.

Nicht ganz optimal ist dagegen die Sitzergonomie auf der Fahrerseite: Das Lenkrad verdeckt in vielen Einstellungen die Sicht auf die Instrumente. Auch der Touchscreen dürfte gerne zum Fahrersitz geneigt sein, und die Naviansagen ertönten manchmal etwas kurzfristig.

306 Kilometer Reichweite zeigte unser bZ4X bei vollem Akku an, nach 157 Kilometer Fahrt waren es noch 106. Der Verbrauch laut Bordcomputer: 24,6 kWh pro 100 Kilometer, der WLTP-Wert liegt bei 16,2 bis 18,0 kWh. Dass die Temperaturen zumindest in den von uns angesteuerten Gebirgsregionen um den Nullpunkt lagen und die Fahrt zu großen Teilen bergauf ging, erklärt einen Teil des Mehrverbrauchs gegenüber WLTP. Für mehr Effizienz lässt sich übrigens auch im bZ4X ein One-Pedal-Modus mit erhöhter Rekuperation aktivieren.

bZ4X-Basis unter 40.000 Euro

Die bZ4X-Preise starten bei 39.908 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.). Dafür gibt es das Toyota-Elektro-SUV mit Frontantrieb in der Basisausstattung. „Toyota Safety Sense“ mit sieben Assistenzsystemen, eine Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer, schlüsselloser Zugang, 7-Zoll-Digitalinstrumente oder das „Toyota Smart Connect“-System mit 8-ZolL-Monitor und Cloud-Navi sind dann bereits an Bord.

Mindestens 48.227 Euro kostet der Toyota bZ4X mit Allradantrieb. Dann ist allerdings bereits das Comfort-Paket dabei, das im Fronttriebler 5.798 Euro Aufpreis kostet. 360-Grad-Kamera, Aufmerksamkeits-Assistent und Totwinkel-Warner, aktive Einparkhilfe vorn und hinten, elektrische Heckklappe, Regensensor, Sitz- und Lenkradheizung, elektrischer Fahrersitz, kabelloses Smartphone-Laden, das größere Infotainmentsystem und ein Typ-2-Ladekabel sind dann ebenfalls serienmäßig.

Wer Features wie Frontscheiben-Heizung, Einpark-Assistent, Matrix-LED-Licht, Soundsystem, Sitzbelüftung vorn oder Sitzheizung hinten möchte, muss zusätzlich das Technik-Paket für 3.109 Euro wählen. Der Haken: Die Bestellung dieses Pakets ist an die Wahl des Comfort-Pakets gebunden. So bauen die Pakete also praktisch aufeinander auf, sind aber keine klassischen Ausstattungslinien. Heißt: Der Basispreis des Toyota bZ4X bleibt immer unter 40.000 Euro. Gut für die Höhe des Umweltbonus.

Vier bis fünf Monate Lieferzeit nennt Toyota aktuell für den bZ4X. Zusätzlich zum Fahrzeug bieten die Japaner außerdem ein E-Mobilitäts-Service-Paket an mit Leistungen zum Beispiel rund um die Ladeinfrastruktur. Und Gewerbekunden leasen den bZ4X inklusive Wartung ab 399 Euro im Monat – bei 48 Monaten Laufzeit und 10.000 Kilometer Laufleistung pro Jahr.

Technische Daten Toyota bZ4X:

  • Segment: Mittelklasse
  • Karosserie: Crossover fünftürig
  • Maße | Kofferraum: 4.690 x 1.850 x 1.600 mm | 452 l
  • Elektro: 204 – 218 PS | 14,4 – 18,0 kWh | 0 g CO2 | ab 39.908 Euro
  • Max. Ladeleistung (AC/DC): 11/150 kW
  • Reichweite (WLTP): 513 km
  • Versicherung: KH: 15 | VK: 26 | TK: 25

(Verbrauch, Emissionen und Reichweiten nach WLTP; Preise netto zzgl. USt.)

Das erste Batterieelektroauto von Toyota kennzeichnen individuelle Linien.
Besonderes Markenzeichen des Toyota bZ4X sind die großflächigen schwarzen Kunststoffverkleidungen um die Radläufe.
Einen 8-Zoll-Tochscreen gibt es serienmäßig im Toyota bZ4X, die 12,3-Zoll-Variante (Bild) ab Wahl des Comfort-Pakets.
In den bZ4X-Kofferraum passen im Standardformat 452 Liter Gepäck.

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