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Toyota RAV4 Hybrid: SUV und sparsam

Mit dem RAV4 Hybrid gelingt Toyota ein schwieriger Spagat. Trotz Benziners unter der Haube knausert das mittelgroße SUV mit dem Sprit.

Inhaltsverzeichnis

Von Christian Frederik Merten

Nicht nur in Sachen Hybridantrieb ist Toyota globaler Vorreiter, auch das SUV-Segment haben die Japaner mitbegründet. Nein, die Rede ist hier nicht vom Gelände-Boliden Land Cruiser, sondern vom RAV4, den Toyota erstmals 1994 – damals zunächst als Dreitürer und mit dem Namenszusatz Funcruiser – der Öffentlichkeit vorstellte.

Der Name Funcruiser war Programm, der erste RAV4 präsentierte sich als eher freizeitorientiertes Spaßauto. Diese Zeiten sind längst vorbei, mittlerweile läuft der RAV4 nur noch fünftürig vom Band und ist eine ernsthafte Alternative unter den mittelgroßen SUVs.

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Toyota RAV4: geräumiger Allrounder

Seit 2018 ist die fünfte RAV4-Generation auf dem Markt. Sie hat deutlich gewonnen im Vergleich zum Vorgänger. Die Abmessungen blieben zwar annähernd gleich, Design und Qualitätsanmutung haben sich aber deutlich verbessert. Gerade von vorn erinnert der neue Toyota RAV4 deutlich an das US-SUV 4Runner, mit farblich abgesetztem Dach kommt eine stylische Note ins Design. Innen hat Toyota vor allem bei der Materialqualität aufgerüstet – die Haptik hat deutlich gewonnen. Nur die Kippschalter für die Sitzheizung im 90er-Style erinnern noch an alte Toyota-Zeiten. Ebenfalls typisch Toyota: die tadellose Verarbeitung.

Unser RAV4 fuhr als Hybrid mit 218 PS Systemleistung vor – der 2,5-Liter-Benziner leistet 178 PS, der Elektromotor 120 PS. Die Kraftübertragung übernimmt wie bei Toyota-Hybriden gewohnt ein stufenloses CVT-Getriebe. Der Motor ist im Alltag kraftvoll, er hatte im getesteten Fronttriebler an der einen oder anderen Stelle sogar damit zu kämpfen, die Power auf die Straße zu bringen. Im Normalbetrieb arbeitet der Motor akustisch zurückhaltend, nur beim Beschleunigen und höheren Drehzahlen drängt er sich mit metallischem Klang in den Vordergrund. Der erwartete Gummiband-Effekt des CVT-Getriebes bleibt beim Hybrid-RAV4 überraschenderweise weitgehend aus.

Innen zeigt sich der Toyota RAV4 äußerst geräumig. Fahrer, Beifahrer und Hinterbänkler haben genügend Entfaltungsfreiraum. Auch ergonomisch überzeugt der RAV4. Die Bedienung gibt keine Rätsel auf, die Sitze sind – obwohl sie etwas mehr Seitenhalt bieten könnten – auch auf langen Strecken bequem. Auch eine passende Sitzposition findet man problemlos. Der Acht-Zoll-Touchscreen ist gut bedienbar, für die Auswahl der oberen Menüstrukturen ist der Bildschirm von acht Tasten eingerahmt. Auch für das Gepäck bietet der RAV4 viel Platz: 580 bis 1.690 Liter fasst der Kofferraum des SUVs. Er ist durch eine große Ladeöffnung zu erreichen.

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Sechs Ausstattungslinien

Unser RAV4 fuhr als Business Edition vor. Sie steht für 31.084 Euro (alle Preise netto) in der Preisliste. In der Basis gibt es den Hybrid schon ab 27.723 Euro – er ist bereits dort ordentlich ausgestattet. Mit an Bord im Standard-RAV4 sind unter anderem Zweizonen-Klimaautomatik, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, LED-Scheinwerfer, elektrisch beheizte und anklappbare Außenspiegel, Lederlenkrad, Multimedia-System mit Sieben-Zoll-Touchscreen, Rückfahrkamera oder Assistenzsysteme wie ein Frontkollisionsassistent, adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent und Verkehrsschilderkennung.

Wer 2.1010 Euro für den Comfort drauflegt, erhält zusätzlich die Einparkhilfe vorn und hinten, eine Dachreling, Nebelscheinwerfer, einen Regensensor, einen automatisch abblendenden Innenspiegel sowie das Multimedia-System mit Acht-Zoll-Touchscreen. In der von uns getesteten – und ausschließlich Geschäftskunden vorbehaltenen – Business Edition kommen dazu noch ein Totwinkelwarner mit Rückfahrassistent, die Sitzheizung vorn, ein Navigationssystem sowie das "DAB+"-Radio.

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RAV4-Hybridantrieb erste Wahl

Über der Business Edition rangieren die Ausstattungsvarienten Club (Hybrid ab 31.672 Euro), Selection (Hybrid ab 36.966 Euro) und Lounge (Hybrid ab 37.555 Euro). Sie bieten Dinge wie

  • 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein beheizbares Lenkrad, beheizbare Scheibenwischer und Waschdüsen oder eine Scheinwerferreinigungsanlage (ab Club);
  • Zweifarb-Lackierung, Totwinkel-Warner mit Rückfahrassistent, 360-Grad-Kamera, elektrische Heckklappe, Smart-Key-System, „DAB+“-Radio und JBL-Soundsystem oder einen elektrischen Fahrersitz (Selection) beziehungsweise
  • Totwinkel-Warner mit Rückfahrassistent, 360-Grad-Kamera, elektrische Heckklappe, Smart-Key-System, "DAB+"-Radio und JBL-Soundsystem , Ledersitze, Sitzbelüftung vorn, Sitzheizung hinten oder Frontscheibenheizung (Lounge).

Als Einstiegs-Motorisierung bietet Toyota den RAV4 auch mit einem reinen Benziner mit 175 PS an. Er ist wie der Hybrid mit Front- oder Allradantrieb (plus 2.101 Euro im Benziner, plus 2.521 Euro im Hybrid) lieferbar, im Gegensatz zum Hybrid aber ausschließlich mit Sechsgang-Schaltgetriebe.

Wir würden auf jeden Fall zum Hybrid greifen – schon allein, weil wir mit 5,0 Liter Super je 100 Kilometer ausgekommen sind. Zwar waren unter unseren Etappen einige Landstraßen- und Stop-and-Go-Anteile auf der Autobahn. Insgesamt spricht dieser Wert für einen äußerst sparsamen Antrieb.

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RAV4-Empfehlung: Business Edition

Kommen wir zur Ausstattungsempfehlung: Wie von japanischen Herstellern bekannt, lässt sich auch der Toyota RAV4 nur sehr eingeschränkt individualisieren. Neben dem Metallic- und Sonderlackierungen (210 bis 790 Euro) stehen versionsabhängig bis zu acht Optionen beziehungsweise Optionspakete zur Wahl. Für die Business Edition gibt es eine Anhängevorrichtung (664 Euro), eine Lederausstattung (1336 Euro) und das Protection-Paket mit Karosserie- und Gepäckraumschutzelementen (210 Euro).

Wer die Business Edition mit Metallic- (580 Euro) oder Perleffekt-Lackierung (790 Euro) wählt, bekommt im Prinzip ein komplettes Fahrzeug. Nur wer weitere Gimmicks wünscht, wählt eine höhere Ausstattungslinie und als Option das Navigationssystem für 748 Euro.

Der Toyota RAV4 2.5 Hybrid Business Edition in der Kurzkritik:

Pluspunkte:

  • Sparsamer Antrieb
  • Kraftvoller Motor
  • Geräumiges Interieur

Minuspunkte:

  • Wenig Optionen für die Business Edition
  • Lauter Motor bei höheren Drehzahlen
  • Wenig übersichtlich nach schräg hinten

Technische Daten Toyota RAV4 2.5 Hybrid Business Edition:

  • Fünfsitziges, fünftüriges SUV
  • Länge/Breite/Höhe in mm: 4.600/1.855/1.685 mm
  • Frontantrieb mit stufenlosem CVT-Getriebe
  • Antrieb: Benzin (Reihenvierzylinder) plus Elektromotor
  • Leistung Verbrennungsmotor: 131 kW (178 PS)
  • Leistung Elektromotor: 88 kW (120 PS)
  • Systemleistung: 160 kW (218 PS)
  • Max. Drehmoment Verbrennungsmotor: 221 Nm bei 3.600 – 5.200 U/min
  • Max. Drehmoment Elektromotor: 202 Nm
  • Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 8,4 s
  • Verbrauch (nach WLTP ermittelt, auf NEFZ umgerechnet): 4,5 l
  • Testverbrauch: 5,0 l
  • CO2-Emission (Norm): 102 g/km
  • Kofferraumvolumen: 580 – 1.690 l
  • Tankinhalt: 55 l
  • Zuladung: 360 – 390 kg
  • Preis Testwagen netto: 31.664 Euro
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