Foto: Toyota

Vierte Generation

Toyota stellt den rundum erneuerten Yaris vor

Die vierte Generation des Kleinwagens von Toyota ist kürzer und flacher als der Vorgänger. Auch der Hybrid-Antrieb wurde komplett überarbeitet.

Inhaltsverzeichnis

Der japanische Autohersteller Toyota produziert sienen Kleinwagen Yaris seit sieben Jahren in Frankreich. Das konnte man damals durchaus als Frontalangriff auf VW Polo, Ford Fiesta, Renault Clio und Co. verstehen. Von der dritten Generation, die bald ausläuft, hatten gut 70 Prozent einen Hybrid-Motor unter der Haube. Nun kommt die vierte Generation, für die nicht nur der Hybrid-Antrieb völlig neu entwickelt wurde. Mitte 2020 wird sie auf den Straßen sein.

Neue Plattform

Der Yaris wurde auch auf eine komplett neue Plattform namens GA-B gestellt, die Designern und Ingenieuren viele Freiheiten bieten soll. Die Folgen sind überraschend. Der kleine Japaner wurde um nur fünf Millimeter kürzer, innen aber spürbar größer. Der Trick: Der Abstand zwischen den Achsen wurde um gleich fünf Zentimeter gestreckt, die Räder wanderten vorn und hinten dichter an die Begrenzungen der Karosserie.

Eine Sitzprobe auf dem rückwärtigen Gestühl ergibt deutlich mehr Distanz zwischen den eigenen Knien und der Rückseite der Vordersitze. Hinzu kommt selbst für 1,80-Meter-Passagiere ausreichend Luft. Der Yaris ist zwar in Summe um vier Zentimeter flacher geraten, aber die neue Plattform erlaubt einen tieferen Einbau der Sitze. Hinzu kommen fünf Zentimeter mehr Breite.

Toyota Camry Hybrid: Ich fahr‘ Taxi

"Wenn ich Mercedes fahren will, rufe ich mir ein Taxi", unkte so mancher früher. Schenkt man Toyotas Worten Glauben, werden sich zukünftig Taxikunden im Camry wiederfinden.
Artikel lesen >

Bei der Gestaltung der Seitenpartie des Yaris sind Anleihen beim noch kleineren Toyota Aygo oder dem eigenwilligen Crossover C-HR erkennbar. Die charakteristische Linie unterhalb der Fenster steigt hinten an, um sich dann mit der abfallenden Dachpartie zu vereinigen. Bei der Frontparte entschärften die Designer die bislang spitze zulaufende Motorhaube über dem markanten Kühlergrill. Das Heck wiederum erinnert ebenfalls an den größeren C-HR. Damit rückt der Yaris auch optisch enger an die neueren Modelle der Toyota-Familie heran.

Vollkommen neuer Hybridmotor

Inneres Schmuckstück des neuen Yaris soll der neue Hybridmotor sein, der wie bisher aus der Kombination eines kompakten Benziners mit einem E-Motor besteht. Im derzeitigen Modell arbeitet ein 1,5-Liter-Vierzylinder (74 PS) mit einem 61 PS starken E-Triebwerk zusammen. Die Japaner haben die Kraftquelle gründlich modernisiert und verzichten beim Verbrenner trotz gleichen Hubraums auf einen Zylinder.

Offizielle Daten gibt Toyota noch nicht preis, spricht aber von 15 Prozent mehr Leistung. Bezogen auf den Vorgänger würde das 115 PS bedeuten. Ähnlich beim Verbrauch: Da ist von 20 Prozent mehr Effizienz die Rede, der Yaris könnte also zum echten Drei-Liter-Auto werden.

Matthew Harrison, Vizepräsident von Toyota in Europa, zieht noch ein As aus dem Ärmel: "Bei Testfahrten mit Prototypen in Rom, Paris und Darmstadt haben die Techniker herausgefunden, dass der Verbrennungsmotor im Stadtverkehr bei normaler Fahrweise rund 80 Prozent der Zeit nicht am Antrieb beteiligt ist, also keine Abgase erzeugt."

Markenausblick: Was Toyota alles plant

Alte Bekannte, große Namen und sogar ein Elektrofahrzeug schickt der japanische Autobauer Toyota ins Rennen um die Gunst der Kunden.
Artikel lesen >

Motor geht an der Ampel aus

Wie schon beim Hybrid-Vorreiter Prius sorgt die Elektronik dafür, dass beim Gaswegnehmen oder Rollen und sowie an der Ampel oder im Stau der Benziner abgeschaltet ist. In Summe soll das für einen geringen Verbrauch sorgen. Harrison geht davon aus, dass der Yaris vor allem in Städten unterwegs sein wird und so diesen Vorteil ausspielen kann.

Bei den elektronischen Hilfsmitteln gibt sich der Kleine fast schon wie ein Großer. Der Vizepräsident spricht sogar schon vom "sichersten Kompaktwagen der Welt". Teils bestellbar teils in Serie sind zum Beispiel Abstandsradar, Spurhalte- und Notbremsassistent. Über ein Head-Up-Display können wichtige Infos wie Tempo, Navigationsdaten oder Warnungen vor den Fahrer auf die Frontscheibe gespiegelt werden. Auch LED-Scheinwerfer und die Vernetzung mit der digitalen Umwelt halten Einzug in den europäischen Japan-Mini.

Preis steht noch nicht fest

Der Preis des Hybrid-Modells steht noch nicht fest, dürfte aber dichter an die 20.000-Euro-Schwelle heranrücken als bisher. Gut 80 Prozent der Käufer werden sich für die "grüne" High-Tech-Variante entscheiden. Wenn der Yaris Mitte nächsten Jahres auf die Straßen kommt, haben Skeptiker auch eine traditionelle Alternative: Der Viertürer ist wie bisher auch mit reinem Benzinantrieb zu haben. (SP-X/cr)

hintergrundgrafik

Tipps & News rund um Fuhrparkmanagement und betriebliche Mobilität:der fuhrpark.de-Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen fuhrpark.de-Newsletter!