Foto: Sortimo

Umbauten für den Transporter

Transporter: Rollende Werkzeugkästen mit System

Branchenfahrzeuge standardisieren sich immer mehr. Doch für wen lohnt sich die Komplettbestellung beim Hersteller? bfp fuhrpark & management gibt Tipps für den Betrieb.

Inhaltsverzeichnis

Von Dennis Gauert

Wo mobiles Arbeiten gefragt ist, ist die Ladungssicherung nicht weit. Ausbau-Spezialisten bieten fertige, variable Lösungen an, wo früher Sperrholz und Akkuschrauber herhalten mussten. Ein doppelter Ladeboden, eine LED-Beleuchtung oder App-Steuerung sind bei den Ausstattern heute das kleine Einmaleins. bfp zeigt die Ausbauten der wichtigsten Hersteller und erklärt, was sich für wen rechnet.

Sortimo hält den Gang frei

Den Primus mimt ein Fahrzeugeinrichter aus dem Schwabenland: Sortimo. Mit 200 Millionen Umsatz im letzten Jahr ist der Einrichter ganz oben in der Branche angekommen. Bei Herstellern ist ein Standard-Partner für Aus- und Umbauten. Im hauseigenen Konfigurator lassen sich von Fahrzeugen über Umbauten bis zur Beklebung Fahrzeuge vollständig konfigurieren. Mit dem neuen SR5-System ist Zusmarshausen auf der Landkarte außerdem noch größer geworden. Das Regalsystem ist so schmal ausgelegt, dass im Gang sogar noch eine Europalette Platz findet und dem Transporter einen breiteren Einsatzbereich gibt.

Durch die feste Industrievernetzung hat Sortimo seit 1973 zahlreiche Partner gefunden, die direkt mit dem Fahrzeugeinrichter zusammenarbeiten und ihre Produkte entsprechend konzipieren. So passen Werkzeugkoffer von Bosch, Geodore, Hilti und Co. genau ins Regalsystem und sind dort auch gesichert. Hinzu kommt, dass auch innerhalb der Koffer Sortiersysteme von Sortimo direkt integrierbar sind. Der Kunde kann dadurch in ein standardisiertes Sortiment einsteigen, das auch variabel zwischen Transportern gleicher Größe getauscht werden kann. Auch Labels können über den Konfigurator mitbestellt werden, die ein leichtes Nachbestellen von Schrauben und anderen Arbeitsmaterialien ermöglichen.

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Bott hat die Ösen fürs Regal

Beim Konkurrenten Bott sehen die Bedingungen ähnlich aus. Im Sinne einer Full-Service-Dienstleistung im Einrechnungsgeschäft können Bott-Einbauten bei vielen Herstellern direkt mit dem Transporter zusammen bestellt werden. Nachträgliche Einbauten sind selbstverständlich auch möglich. Bott fertigt seine Regalsysteme vornehmlich aus Aluminium und erreicht damit ein geringes Gewicht gegenüber Stahlsystemen.

Die Variabilität wird durch das neue Vario-3-System erhöht, das zudem 15 Prozent leichter ist als der Vorgänger.

Im Vario 3 kommt auch das neue C-Lash-System zum Einsatz, mit dem sich lose Gegenstände im Regal an Ösen festzurren lassen. Zusammen mit Festool und Tanos bietet Bott mittlerweile den Systainer 3, ein einheitliches Koffersystem an. Sowohl Sortimo- als auch Bott-Systeme lassen sich relativ problemlos in einen Transporter der gleichen Größe umbauen.

Aluca baut Ideen aus Aluminium

Wenn es um die ganz speziellen Lösungen für den Mittelstand geht, ist Aluca der Ansprechpartner. Der Fahrzeugeinrichter hat neben Regalen und der Dimension 2, einem Unterflurfach für lange ausziehbare Schubladen, vor allem individuelle Einbauten im Programm. Aluca verwendet für seine Einbauten ausschließlich Aluminium und gibt acht Jahre Garantie auf Material und Einbau. Bei Speziallösungen kann das eine zusätzliche Sicherheit sein.

Durch die Verlagerung von Transporten in immer kleiner werdende Fahrzeuge in den Innenstädten, ergibt sich für Schubladenauszüge ein günstiger Markt. Daher fertigt Aluca Schubladen bis 1,64 Meter Tiefe in nahezu allen Feldbreiten, aber auch in Sondermaßen. So kann auch ein kurzer VW-Caddy problemlos als Servicefahrzeug herhalten, da über der Dimension 2 noch genügend Platz für weitere Gegenstände bleibt. Aluca ist unter anderem ein Premiumpartner von Volkswagen und so in das Ein-Rechnungs-Geschäft der Wolfsburger integriert. Die Mitnahme der Umbauten in den nächsten Transporter ist bei Aluca vom Prinzip her leicht möglich. Da die Umbauten meist individuell sind, sollten solche Wünsche jedoch im Vorhinein mit bedacht werden.

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Wie kauft man Variabilität am besten?

Fuhrparkmanager, die große Flotten von Servicefahrzeugen organisieren, werden am ehesten vom Leasing und dem Kauf fertiger Branchenfahrzeuge profitieren. Viele Hersteller, wie zum Beispiel PSA, bieten fertig konfigurierte Umbauten mit eigenen Fahrzeugen zum Komplettpreis auch als Leasing an. Das kann vor allem dann interessant sein, wenn der Bedarf in den kommenden Jahren schwer abzuschätzen ist oder die Liquidität des Unternehmens beim Einkauf nicht beeinträchtigt werden darf.

Grundsätzlich sind auch steuerliche Vor- und Nachteile zu berücksichtigen, die ein Kauf oder ein Leasing mit sich bringen kann. Das Ein-Rechnungs-Geschäft eignet sich daher mehr für große Unternehmen mit umfangreichen Flotten als für den Mittelstand.

Zwei-Rechnungs-Geschäft lohnt für das Handwerk

Im Regelfall kaufen und finanzieren kleinere Betriebe Transporter mit Umbauten, da hier eine gezielte Nutzung meist auf ein Jahrzehnt geplant ist. So zum Beispiel bei Servicebetrieben aus dem Bereich Elektrik oder Sanitär. Speziell für Handwerker empfiehlt sich das Zwei-Rechnungs-Geschäft, bei dem der Aufbau separat in Auftrag gegeben wird. Vor allem deshalb, weil die Anforderungen an Branchenfahrzeuge bei kleineren Betrieben oft sehr speziell sind und deshalb genauestens die Artikel- und Preislisten der Fahrzeugeinrichter studiert werden müssen.

Da lohnt es sich auch, einen Blick ins Werkzeugregal zu werfen, um die Kompatibilität von im Betrieb bereits bestehenden Werkzeugkoffern und Boxen mit dem Regalsystem sicher zu stellen. Bei der Steuererklärung kann das Zwei-Rechnungs-Geschäft ebenfalls Vorteile bieten: So kann der Kauf des Basisfahrzeugs im einen Jahr, der Einbau des Regalsystems im Folgejahr abgesetzt werden.

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Das Format ändert sich

Mehr ist mehr – diese Regel gilt heute weniger denn je: Der Trend in Richtung besonders kleiner Transporter wie etwa dem Mercedes-Benz Citan, dem Volkswagen Caddy oder dem Nissan NV200 hält an. Der Vorteil dieser kompakten Fahrzeuge liegt vor allem im städtischen Raum. Viel leichter sind Parkplätze gefunden, der Verbrauch ist im Vergleich geringer und die Wendigkeit ermöglicht auch während der Hauptverkehrszeit ein gutes Vorankommen. Auch bevorstehende Diesel-Fahrverbote sind ein Grund für den Umstieg auf die Kleinsten. So kommt es auch, dass die platzsparenden Lösungen auf immer größeres Kaufinteresse stoßen.

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