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Unternehmensmobilität der Zukunft

Vernetzte Mobilität für den Betrieb

Autos sind heute und in Zukunft eine wichtige Säule der betrieblichen Mobilität. Vernetzte Mobilitätsservices werden künftig aber genauso wichtig sein.

Inhaltsverzeichnis

Von Esra Tatlises und Christian Frederik Merten

"Der Schlüssel zum Mobilitätswandel in Deutschland ist die betriebliche Mobilität", so Clemens Noll-Velten, Chefredakteur und Publisher von bfp fuhrpark & management, auf der SMC Smart Mobility Conference im Rahmen der Frankfurter Hypermotion im November. Und ja, Unternehmen zählen zu den Katalysatoren neuer Mobilitätsformen.

Schon in der rein automobilen Mobilität spielen sie eine wichtige Rolle: Mehr als ein Viertel der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland entfallen auf die relevanten Flotten. Auf den Privatmarkt entfällt lediglich rund ein Drittel der Neuzulassungen, rechnet man also Autovermieter sowie Autohersteller und -händler dazu, entfallen zwei Drittel des Pkw-Neugeschäfts auf gewerbliche Kunden.

Was ist (nachhaltige) betriebliche Mobilität?

Aber auch wenn der automobile Fuhrpark heute und in Zukunft eine wichtige Rolle für die Unternehmensmobilität spielt, steht die Entwicklung auch hier nicht still. Heute beinhaltet die betriebliche Mobilität alle denkbaren Verkehrsmittel – von neumodischen Elektrorollern über den ÖPNV und Carsharing-Konzepte bis hin zum klassischen Dienstwagen, um nur einige Beispiele zu nennen. Denn letzterer spielt wie gesagt weiterhin eine

Gerade im ländlichen Raum mangelt es allerdings oftmals ganz praktisch an geeigneten Alternativen zum Auto – einer von mehreren Gründen, weshalb der Dienstwagen weiterhin eine wichtige Rolle in betrieblichen Mobilitätskonzepten spielt und hier zu den beliebtesten Mobilitätsmitteln zählt. Jedoch finden sich auch innerhalb der Unternehmen häufig – manchmal auch vorgeschobene – Argumente gegen die Einführung neuer und vernetzter Mobilitätslösungen.

Wer jedoch im urbanen Umfeld angesiedelt ist, wird mittelfristig auch über das Auto hinaus denken müssen. In Zeiten des Fachkräftemangels fordern Recruiter dort regelrecht die Einführung alternativer Mobilitätsangebote. Damit können sie potenziellen Kandidaten einen modernen und nachhaltigen Mehrwert anbieten. Genau an diesem Punkt knüpft das Konzept der Mobility as a Service, kurz MaaS, an.

Unternehmen befeuern den Mobilitätswandel

bfp-Chefredakteur Clemens Noll-Velten skizzierte auf der Smart Mobility Conference im Rahmen der Frankfurter Hypermotion wichtige Mobilitätstrends.
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Was ist Mobility as a Service?

Das MaaS-Konzept skizziert eine nachhaltige und gleichzeitig individuell einsetzbare Mobilität durch die Bereitstellung und Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrslösungen und integrierten Bezahl-und Buchungsfunktionen. Die Palette der Mobilitätsoptionen dient dabei als Ersatz oder auch als Erweiterung zum herkömmlichen Fahrzeug. Ziel von MaaS ist es, die Nachhaltigkeit durch Maßnahmen zur Verkehrsentlastung zu fördern. Gleichzeitig lässt sich das Konzept im betrieblichen Kontext zur Mitarbeitermotivation einsetzen – was gleichzeitig die Arbeitgeberattraktivität steigert.

Ein wichtiger Nebeneffekt: Kostensenkungen. Da mit dem Angebot von Mobilitätsservices fast immer auch weniger Flottenfahrzeuge notwendig sind, sparen Fuhrparkverantwortliche Kosten und Aufwand. Denn in der Praxis können Corporate-Carsharring-Fahrzeuge die Zahl der Pool-Fahrzeuge reduzieren oder ein Teil der User-Chooser verzichtet zugunsten von Jobticket oder Mobilitätsbudget auf den eigenen Dienstwagen.

Vielfältige Potenziale des Mobilitätsbudgets

Aber was genau ist eigentlich ein Mobilitätsbudget? Im Grunde handelt es sich um eine festgelegte Summe, die dem Mitarbeiter als die freie Wahl der Verkehrsmittel ermöglicht: Dazu zählen zum Beispiel Jobtickets, E-Bikes, Taxen, Carsharing-Dienste oder Ähnliches. Aber auch die Leasingrate für einen Dienstwagen ist aus dem Topf zahlbar, wenn der Mitarbeiter es wünscht. Die Abrechnung erfolgt in der Regel digital und über eine Mobilitätskarte. Genereller Vorteil des Mobilitätsbudgets: Auch Mitarbeiter ohne Dienstwagenberechtigung können vom Mobilitätsbudget profitieren – was die Arbeitgeberattraktivität noch mehr steigert.

Um diesen Effekt noch auszuweiten, stellen einige Arbeitgeber ihren Mitarbeitern ungenutzte Restbeträge zum Monatsende auch für private Zwecke frei zur Verfügung. Auch das ist ein wesentlicher Grundgedanke eines Mobilitätsbudgets, der auch Ziele des MaaS-Konzepts fördert: Wieso nachhaltige Fortbewegungsmittel nur im Rahmen der Dienstreise oder des Arbeitsweges bereitstellen, wenn Jobtickets und Co. auch privat genutzt werden können und damit das Verkehrsaufkommen insgesamt reduzieren? Vor allem jüngere Menschen in Ballungsräumen nehmen Alternativen zum Auto dankend an – müssen sie doch abends vor ihrer Haustür keinen Parkplatz mehr suchen.

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Corporate Carsharing – auch als Umsatzquelle

Ein weiteres modernes Mobilitätskonzept, das Corporate Carsharing, schlägt gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Es reduziert die Fahrzeugzahl im Fuhrpark, was direkt zu weniger Fixkosten und Administrationsaufwand führt. Und sobald Unternehmen ihre Firmenwagen gegen Gebühr mit der Öffentlichkeit teilen, erschließt sich eine zusätzliche, wenn auch meist überschaubare, Einnahmequelle.

Die Flotte optimal auslasten und dabei noch Umsätze generieren – Voraussetzung hierfür ist die Installation von Softwarelösungen externer Dienstleister, damit Nutzer das Auto per Smartphone oder online aktivieren können. In welcher Höhe dabei Kosten eingespart werden können, hängt vom Nutzerverhalten sowie Parkplatz- und Schadenmanagement ab. Mitarbeiter müssen dabei nicht um die Verfügbarkeit der Fahrzeuge bangen: Die Carsharing-Flotte kann nur zu festgelegten Zeiten geteilt oder flexibel für bestimmte Mitarbeiter geblockt werden.

Mobilitätsservices überlegt einführen

Vernetzte Mobilitätsservices sind noch neue Konzepte. Und wie immer sind neue Angebote erklärungsbedürftig. Kommunikation ist daher das A und O bei der Einführung von Mobility-as-a-Service-Konzepten – auch im, möglichen (Verlust-)Ängsten bei den Mitarbeitern vorzubeugen. Denn es geht ja gerade nicht darum, Dienstwagenberechtigten oder anderen etwas wegzunehmen. Vielmehr geht es um die flexiblere Gestaltung betrieblicher Mobilität.

Deshalb ist es besonders wichtig, konkrete Rahmenbedingungen für neue Mobilitätsoptionen festzulegen. Car Policy und Überlassungsvertrag regeln Modelle und Ausstattungen beziehungsweise Nutzungsberechtigungen. Für Mobilitätsservices kann eine Mobility Policy den Rahmen vorgeben: Neben den jeweiligen Mobilitätsalternativen kann sie rechtliche Vorgaben festhalten und auch steuerliche Aspekte beinhalten – für mehr Sicherheit für die Mitarbeiter.

Alles rund um die moderne betriebliche Mobilität erfahren Sie auch auf dem bfp Fuhrpark-FORUM am 23. und 24. Juni auf dem Nürburgring. Alle wichtigen Informationen rund um die Veranstatltung und das Fachprogramm finden Sie auf www.fuhrparkforum.de.

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