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Reines Fuhrparkmanagement

Viel Bewegung im Fuhrparkmanagement

Schärferer Wettbewerb, kraftvolle Digitalisierung und Elektrifizierung in progress – das sind zusammengefasst die Trends des reinen Fuhrparkmanagements.

Inhaltsverzeichnis

Von Alfons Wolf

Ein zweistelliges Wachstum beim Vertragsbestand – so erfolgreich entwickelten sich unsere befragten Branchenvertreter im Durchschnitt. bfp fuhrpark & management nahm für eine aktuelle Marktübersicht eine repräsentative Anzahl kleinerer und größerer reiner Fuhrparkmanagementdienstleister unter die Lupe. Und auch wenn die dort dargestellten Zahlen teils beeindruckend sind, spüren die Anbieter dennoch starken Veränderungsdruck.

Neue Fuhrparkmanagement-Anbieter

Carmobility-Geschäftsführer Matteo Carlesso nimmt grundsätzlich eine starke Konsolidierung im Markt der Fuhrparkmanagementdienstleister wahr: "Kooperationen, Beteiligungen und Aufkäufe stehen an der Tagesordnung." Auch bei Ari Fleet spürt man eine enorme Dynamik im Markt – zum Teil leider in eine problematische Richtung. "Fuhrparkmanager definieren sich über ihre Unabhängigkeit. Und die wird durch die zunehmende Verflechtung vor allem großer Anbieter mit Herstellern und/oder deren verbundenen Leasinggesellschaften, bei denen Vertriebsinteressen im Vordergrund stehen, in Frage gestellt", bemängelt Henning Schick, Director Sales Europe bei Ari.

Für Schick ist das Leasing aber auch mit Blick auf die volkswirtschaftliche Gesamtsituation mit Zweifeln verbunden: Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren einen Konjunktureinbruch, viele Fahrzeuge würden dann ungenutzt herumstehen, ihre Raten zugleich weiterlaufen. Fuhrparkmanager, die lange Laufzeiten oder Vertragsstrafen bei vorzeitiger Rückgabe vereinbart haben, müssen sich auf Nachteile einstellen – egal ob im Leasing oder bei anderen Beschaffungs- oder Finanzierungsformen.

In den letzten Jahren sind einige neue Fuhrparkmanagement-Unternehmen in den Markt eingetreten, darunter auch branchenfremde wie Facilitymanagement-Firmen, Reiseunternehmen und technische Anbieter. Einige dieser Wettbewerber haben sich auf spezielle Bereiche im Fuhrparkmanagement spezialisiert, andere bieten analog der etablierten Unternehmen Komplettlösungen für alle Themengebiete des Fuhrparkmanagement an. Schlussendlich kann man auch eine zunehmende Unübersichtlichkeit auf dem Markt durch das Angebot von Softwarelösungen für das Fuhrparkmanagement beobachten. Mattes Decker, Geschäftsführer der Car Professional Management (CPM), warnt: "Dies macht es für viele Kunden schwierig, zwischen partiellen Fuhrparkmanagement-Leistungen – zum Beispiel die Beschränkung auf die reine Rechnungsprüfung – und einem vollumfänglichen Fuhrparkmanagement den Überblick zu behalten."

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Präferierte Bausteine

Wie viel Outsourcing betrieben wird und welche Bausteine gewählt werden sollten, ist natürlich eine sehr flottenindividuelle Fragestellung. Einsparpotenziale zu heben ist darüber hinaus weiterhin der Haupttreiber in vielen Fuhrparks. Das kann sich schnell lohnen. Der Fuhrparkdienstleister CPM schätzt, dass ein Outsourcing aus Kostengesichtspunkten in der Regel ab zirka 50 Einheiten Sinn macht. "Jeder Prozentsatz weniger an Zeit und Aufwänden spart gleich einen fünf- bis sechsstelligen Betrag", unterstreicht Timo Bungardt, Geschäftsführer von Vispiron Carsync.

Präferenzen sind erkennbar: Bei Carmobility lagert die Kundschaft im Regelfall verstärkt administrativ geprägte Teilbereiche des Fuhrparkmanagements aus. Besonders beliebt sind die UVV-Fahrzeugprüfung, die Fahrersicherheitsunterweisung und die elektronische Führerscheinkontrolle.

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E-Mobilität und Digitalisierung

Die Fuhrparkverantwortlichen erwarten intensive Beratung aber auch bei der Einführung der Elektrofahrzeuge: Typische Themen sind Einsatzmöglichkeiten, Modellauswahl, Car Policy, und Kosten, Lade- und Lastmanagement, Abrechnungssysteme sowie Anbieterauswahl für Ladeinfrastruktur und Ladekarten. Digitale Lösungen und der Einsatz von intermodalen Mobilitätslösungen sind für Traxall-Geschäftsführer Matthias Rotzek für den Wandel ebenso maßgeblich.

Auch die Integration in das Reporting und die sinnvolle Auswertung der Daten aus den E-Flotten ist nicht abgeschlossen, machen aber Fortschritte. Diese Integration findet aber nicht in einem statischen Umfeld statt: Die Digitalisierung treibt den gesamten Bereich des Reportings voran und ist für die Dienstleister auch mit anspruchsvolleren Kundenbedürfnissen verbunden, wie Mattes Decker von CPM aus der Praxis zu berichten weiß: "Die Kunden erwarten zunehmend die Bereitstellung von Daten und Informationen in Echtzeit sowie damit verbundene Livefunktionen, um sich jederzeit einen Überblick über ihren Fuhrpark verschaffen zu können." Durch Big Data wird aber nicht nur die Menge, sondern auch die Komplexität von Daten erhöht. An diese Anforderungen angepasste IT-Systeme aber auch an Know-how aus den Daten die richtigen Erkenntnisse und Ableitungen zu ziehen ist deshalb die Herausforderung.

Die Digitalisierung muss dabei verstärkt auch neue Controlling-Ansätze berücksichtigen: Im Bereich des Fuhrparkmanagements setzt sich der Trend fort, die "Total Cost of Utilization" (TCU) – also das Nutzungs- und Nutzerverhalten – in die Entscheidung der Fahrzeugauswahl einzubeziehen.

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Der Blick in die Zukunft

Die Vision des autonomen Fahrens bewegt auch Horst Hirte, Business Development Manager bei Fleetcar + Service Community. Er sieht vielfältige Veränderungen – nicht nur im Risikomanagement – auf die Fuhrparks zukommen: "Da ein autonomes Fahrzeug allein zum nächsten Nutzer fahren kann, besteht die Möglichkeit der Nutzung durch mehrere 'Fahrer' an einem Tag. Damit entfällt die notwendige Zuordnung zu einem Fahrzeugnutzer. Das verändert direkt die Verantwortlichkeiten und lässt auch die Frage nach zukünftiger Individualisierung wie Farben oder Funktionsausstattung und privater Nutzung - auch von Angehörigen - aufkommen", so Hirte. Alleine diese Entwicklung wird so manches im Mobilitäts- und Fuhrparkmanagement ändern.

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