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Plug-in-Kombi im Check von bfp

Volvo V90: Starker Schweden-Stromer

Als Motorisierung T8 fährt der Volvo V90 mit elektrischer Unterstützung. Wie gut klappt das Zusammenspiel der beiden Motoren?

Inhaltsverzeichnis

Von Timo Bürger

Man sitzt wieder so feudal. Die Sitze sind traditionell eine der Stärken eines Volvos – so auch hier im Volvo V90. Wohlig weich und warm umschließen die elektrisch einstellbaren Nappaleder-Wangen den Leib des Fahrers, die stattliche Komfortsitz-Polsterung gibt Lenden und Rücken ausreichend Halt. Das Sitzkomfortpaket mit diversen Massagefunktionen ist für 1.400 Euro zu haben.

Volvo V90: edel im Inneren, üppig in der Ausstattung

Ansonsten bedarf es schon keiner vielen Worte über den Innenraum. Die Insassen nehmen in einem geschmackvoll gestalteten, edlen Ambiente Platz, das durch sorgfältige Auswahl der Materialien und deren beste Verarbeitung überzeugt.

Schnell abgehakt sind auch die Anmerkungen über das üppige serienmäßige Sicherheitsinventar: Assistenzsysteme wie die Oncoming Lane Mitigation, die Road Edge Detection oder die Run-off Road Protection sind immer an Bord. Genauso wie der aktive Spurhalte-Assistent der Geschwindigkeitsbegrenzer und die Verkehrszeichen-Erkennung oder das Pilot Assist System für teilautonomes Fahren bis 130 km/h.

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Nach wie vor irritierend ist nur, dass eines der wohl sinnvollsten Sicherheitssysteme, der Totwinkel-Warner (BLIS – Blind Spot Information System) nur gegen Aufpreis zu haben ist. Und: Das Ladekabel Typ 2/ Mode 3 (zum Anschluss an eine Ladestation mit Typ 2-Steckervorrichtung) ist serienmäßig enthalten; das Ladekabel Schuko / Typ 2/Mode 2 (zum Anschluss an eine haushaltsübliche 230-Volt-Steckdose) ebenso. Die Tasche zur Aufbewahrung allerdings lässt sich Volvo mit 50 Euro bezahlen.

Viel Platz und viele Befestigungsmöglichkeiten

Mindestens 560 Liter Laderaumvolumen bietet der Volvo V90. Wer seine Gepäckstücke sicher verzurren will, findet dafür vier Sicherungsösen sowie vier Taschenhaken (jeweils zwei pro Seite) vor. Im empfehlenswerten „Laderaum Paket Pro“ (950 Euro Aufpreis) sind unter anderem noch ein Befestigungssystem, Gepäckraum-Trennnetz, die Funktion für elektrisch umklappbare Kopfstützen und Rücksitzlehnen enthalten. Das Ladekabel lässt sich Platz sparend unter dem Laderaumboden verstauen.

Rein elektrisch geht es nicht allzu weit

Jetzt aber los: Die elektrische Reichweite (die Hochvolt-Batterie 10,4 kWh stark) allerdings ist im Alltag arg limitiert. Maximal 25 Kilometer kommt der Volvo V90 weit – bei immerhin zehn bis 15 Grad Außentemperatur. Dass der elektrische Aktionsradius bei winterlichen Temperaturen noch weiter sinkt, lässt sich leicht prognostizieren.

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Immerhin: Die Akkukapazität ist ausreichend, um zumindest im Stadtgebiet entspannt elektrisch und ohne Abgase dahinzugleiten – und das macht Laune. Um die Akkus wieder aufzuladen, braucht es auch keine teure Wallbox: An einer haushaltsüblichen Schuko-Dose erhöht sich nach etwa einer Stunde Ladezeit die Reichweite bereits um etwa zehn Kilometer.

Für lange (und schnelle) Touren ist der Elektroantrieb (bis Tempo 125 km/h möglich) also nicht die erste Wahl – um den 303 PS starken Verbrenner zu unterstützen aber sehr wohl. Folgerichtig ist die Auswahl des Parallel-Hybridsystems für den Fahrmodus standardmäßig der "Hybrid"-Modus (Wechsel zwischen E-Antrieb und Verbrenner mit dem Ziel, möglichst wenig Energie zu verbrauchen) eingestellt.

In 5,3 Sekunden knackt der dank adaptivem Luft-Fahrwerk sehr kommod auf der Straße liegende Volvo V90 die 100-km/h-Marke, abgeregelt wird das Allrad-Fahrzeug erst bei 250 km/h. Der 303 PS starke Vierzylinder wirkt allerdings bei starker Beanspruchung selbst mit E-Power-Unterstützung (87 PS) doch angestrengt.

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Aber – das ist das Erfreuliche an dieser Benziner-Elektromotor-Kombination: Der Verbrauch hält sich tatsächlich in Grenzen: Mit gut acht Litern Super konnte der über zwei Tonnen schwere Schwede unter Zuhilfenahme meist voller Akkus in der Realität bewegt werden.

Der Volvo V90 ist ein wuchtiger Typ

Das einzige, was man dem Volvo ankreiden kann, sind seine Ausmaße und sein Gewicht. Bei fast fünf Metern Länge ist der Schwede für häufigen Stadtverkehr und ständiges Aus- und Einparken hierzulande eigentlich zu groß. Volvos sind traditionell nicht die leichtesten Vertreter in ihrer Klassen – mit dem Akku-Package (unterm Laderaumboden) legt der V70 aber noch einmal deutlich Speck zu: das Fahrzeug bringt fast 2,2 Tonnen auf die Waage.

Nichtdestotrotz ist der Volvo V90 durchaus eine Alternative für alle diejenigen, die einem Diesel nichts abgewinnen können oder denen ein reiner Benziner zu durstig ist. Für das Fahrzeug sprechen zudem die bereits ab der Basis umfangreiche Sicherheitsausstattung, das coole Interieur und zu guter Letzt: die Sitze.

Technische Daten Volvo V90 T8 Twin Engine AWD Inscription

  • Fünftüriges, fünfsitziger Kombi

  • Länge / Breite / Höhe (in mm): 4.936/1.879/1.475

  • Radstand (in mm): 2.941

  • Antrieb: Allrad, Achtgang-Automatik Geartronic

  • Motor: Reihenvierzylinder, Turbolader, 1.969 ccm Hubraum

  • Leistung: 223 kW / 303 PS bei 6.000 min-1

  • Drehmoment: 445 Nm bei 2.200 – 4.800 min-1

  • Elektromotor: ERAD (Hinterachse-Elektroantrieb)

  • Leistung: 65 kW/87 PS

  • Drehmoment: 240 Nm

  • Beschleunigung 0 – 100 km/h: 5,3 s

  • Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

  • Verbrauch (kombiniert nach WLTP): 2,7 l

  • CO2-Emissionen: 62 g/km

  • Testverbrauch (kombiniert): 8,3

  • Kofferraumvolumen in l: 560

  • Leergewicht: 2.150 kg

  • Tankinhalt in l: 50

  • Preis Testwagen: 93.390 Euro

Betriebskosten Volvo V90

© Timo Bürger

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