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VW Passat Variant GTE: Allrounder mit Doppelherz

Wer möchte, bekommt auch den Dienstwagen-Klassiker VW Passat als Plug-in-Hybrid. bfp FUHRPARK + MANAGEMENT hat den GTE genauer unter die Lupe genommen.

Inhaltsverzeichnis

Von Christian Frederik Merten

Plug-in-Hybride wie der VW Passat Variant GTE stehen hoch im Kurs. Vor allem Dienstwagenberechtigte erfreuen sich der Autos mit den zwei Motoren. Ob immer aus reiner Umweltfreundlichkeit, sei mal dahingestellt. Denn viele Plug-in-Hybride bieten den User-Choosern auch handfeste finanzielle Vorteile. Unter bestimmten Voraussetzungen versteuern sie bekanntermaßen nicht mehr ein Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil, sondern nur 0,5 Prozent.

Konkret gilt diese Förderung derzeit für Plug-in-Hybride, die mindestens 40 Kilometer rein elektrisch fahren können oder maximal 50 Gramm CO2 je Kilometer ausstoßen. Mit nach Werksangabe bis zu 64 Kilometer rein elektrischer Reichweite und maximal 37 Gramm CO2-Ausstoß erfüllt der Passat Variant GTE diese Vorgaben theoretisch also locker. Grund genug also, den Klassiker unter den Dienstwagen auch in seiner Plug-in-Hybrid-Variante näher unter die Lupe zu nehmen.

4.500 Euro Kaufprämie für den Passat GTE

Anders als der reguläre Passat steht der GTE nur in einer einzigen Ausstattungsvariante in der Preisliste. Los geht es bei 37.643 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.) für die Limousine und bei 38.496 Euro für den Variant. Mit seinen Fahrleistungswerten erfüllt der Passat GTE auch die Kriterien für die Kaufförderung von Plug-in-Hybriden, dank seines Netto-Listenpreises von unter 40.000 Euro können Fuhrparkmanager also noch einmal 4.500 Euro Kaufprämie abziehen.

Ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe ist im Passat GTE immer Serie. Außerdem fahren immer Gimmicks wie 17-Zoll-Leichtmetallräder, Komfortsitze vorn mit elektrischer Lendenwirbelverstellung für den Fahrer, ein Gepäcktrennnetz beim Kombi, Einparkhilfe vorn und hinten, Klimaautomatik oder Radio und Navi mit. Unser Testexemplar stattete VW zusätzlich mit einigen Extras aus. Dazu zählten unter anderem der Metallic-Farbton Reflexsilber (559 Euro, alle Preise netto zzgl. USt.), das adaptive Fahrwerk (1.008 Euro), der E-Sound (130 Euro), Komfort-Massagesitze (1.029 Euro), Head-up-Display (475 Euro), das Navigationssystem Discover Pro inklusive Digital-Cockpit (1.567 Euro) oder die Umgebungssicht "Area View" inklusive Rückfahrkamera (731 Euro). Auch die adaptiven LED-Scheinwerfer (ab 1.840 Euro) waren in unserem Test-Passat verbaut. Damit und mit weiteren Features kam der Testwagen auf knapp 54.000 Euro.

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Passat: Mittelklasse mit typischen VW-Qualitäten

Zum Passat an sich gibt es wenig Überraschendes zu sagen: der Passat Variant ist halt der Passat Variant. Ein grundsolider Mittelklasse-Kombi und perfekter Begleiter für lange Strecken. Kein Wunder, dass er sich trotz SUV-Booms bei Vielfahrern immer noch großer Beliebtheit erfreut. Unser Test-Passat war komfortabel, aber auch straff gefedert und ließ so in der einen oder anderen Kurve sogar einen gewissen Spaßfaktor aufkommen.

Wer viel Platz sucht, dem lässt der Passat Variant keinen Wunsch offen. Fahrer und Beifahrer haben mehr als genug Luft, das gilt auch für die Fondpassagiere. Nirgendwo zwickt oder kneift es. Und mit 483 bis 1.613 Litern Gepäckraum muss auch auf langen Touren kein Koffer stehen bleiben. Dass die Passagiere am Ziel entspannt aus dem Auto steigen, liegt auch den komfortablen Sitzen mit viel Seitenhalt. Die Massagefunktion für den Fahrersitz ist dabei ein nettes Gimmick, das sein kann, aber nicht muss. Dass sich im Passat alles an seinem Platz befindet, ist nicht wirklich erwähnenswert. Warum VW aber auch in seinem Spitzenmodell weiter auf ein Head-up-Display in Form einer ausfahrbaren Glasscheibe setzt, können wohl nur die Wolfsburger Controller erklären.

Verbrauch sehr abhängig von den Fahrsituationen

Kommen wir zu den spannendsten aller Plug-in-Hybrid-Fragen, nämlich der Frage nach dem Verbrauch. Laut Werk verbraucht der Passat Variant GTE im Schnitt 1,6 Liter Benzin. Nun ist es allerdings das Schicksal eines großen Mittelklasse-Kombis, häufig auch auf längeren Strecken eingesetzt zu werden. Und so fuhr auch unser Passat vornehmlich auf Autobahnen zu seinen Zielen. Insgesamt flossen so – bei teils höheren Autobahngeschwindigkeiten – im Schnitt 8,8 Liter Super je 100 Kilometer durch die Zylinder unseres Test-Passat.

Damit lagen wir – erwartungsgemäß – deutlich über der Werksangabe, erreichten im überwiegenden Autobahn-Einsatz aber einen für einen großen Benziner immer noch mehr als passablen Wert. Und außerdem lässt sich der Verbrauch vor allem im urbanen Umfeld noch deutlich drücken. Denn in unseren wenigen Etappen in der Stadt waren auch wir oft auch rein elektrisch unterwegs. Der Benzin-Verbrauch dann: null Liter.

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Welcher Passat ist der richtige?

Dennoch stellt sich uns die Frage: Ist der Plug-in-Hybrid wirklich der richtige Antrieb für einen Mittelklasse-Kombi? Für den klassischen Außendienst-Einsatz mit zigtausenden Kilometern pro Jahr sicherlich nicht. Da raten wir weiter zum TDI. In der Business-Ausstattung – unter anderem mit adaptivem Tempomat, Einparkhilfe vorn und hinten, Leder-Multifunktionslenkrad, E-Lendenwirbelstütze für den Fahrer, Regensensor – steht der Passat Variant TDI mit 150 PS und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe beispielsweise ab 34.887 Euro in der Preisliste. Wer 190 Diesel-PS wünscht, zahlt mindestens 37.340 Euro. Sinnvolle Extras sind

  • das "Business-Premium"-Paket unter anderem mit Navi, Assistenzsystemen, Massage-Fahrersitz, Sitzheizung vorn, beheizten Scheibenwaschdüsen und zusätzlicher Connectivity (1.639 Euro)
  • Knie- und Seitenairbags (429 Euro)
  • für Vielfahrer das Fahrerassistenzpaket "Plus" inklusive adaptiver LED-Scheinwerfer (2.311 Euro)
  • die Rückfahrkamera (345 Euro) sowie.
  • das Gepäcknetz (84 Euro).

Wer den Passat weniger auf Langstrecken einsetzt, für den ist der Plug-in-Hybrid im GTE sicher eine Überlegung wert. Wie bei jedem Elektroauto und Plug-in-Hybrid gilt hier aber: Ohne genaue Fahrprofilanalyse sollte man die Unterschrift auf keinen Fall unter den Kauf- oder Leasingvertrag setzen.

Der VW Passat Variant GTE in der Kurzkritik:

Plus:

  • Viel Platz
  • Hoher Langstreckenkomfort
  • Solide Verarbeitung

Minus:

  • Aufpreispolitik

Technische Daten VW Passat Variant GTE

  • Fünfsitziger, fünftüriger Mittelklasse-Kombi
  • Länge/Breite/Höhe in mm: 4.773/1.832/1.516 mm
  • Frontantrieb mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe
  • Antrieb: Benzin (Reihenvierzylinder) plus Elektromotor
  • Leistung Verbrennungsmotor: 115 kW (156 PS)
  • Leistung Elektromotor: 85 kW (115 PS)
  • Systemleistung: 160 kW (218 PS)
  • Max. Drehmoment Verbrennungsmotor: 250 Nm bei 1.55 – 3.500 U/min
  • Rein elektrische Reichweite: 64 – 66 km
  • Batteriekapazität: 13 kWh
  • Ladedauer: 3:33 h bis 5:00 h
  • Höchstgeschwindigkeit: 222 km/h
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 7,6 s
  • Norm-Verbrauch: 1,6 l
  • Testverbrauch: 8,8 l
  • CO2-Emission (Norm): 36 – 37 g/km
  • Kofferraumvolumen: 483 – 1.613 l
  • Tankinhalt: 50 l
  • Zuladung: 408 – 575 kg
  • Preis Testwagen netto: 53.571 Euro
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