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Umfrage

Welche (Fuhrpark-)Projekte planen Sie für 2018?

Sabine Neumann wollte wissen, welche Projekte Fuhrparkmanager in diesem Jahr umsetzen möchten. Die Antworten fallen sehr unterschiedlich aus.

Sabine Neumann

Diesel oder was sonst?

Friedhelm Höchst, Bender GmbH & Co. KG, Grünberg

„Es werden natürlich wie in jedem Jahr wieder Fahrzeuge getauscht. Bei den Vielfahrern werden wir auch weiterhin beim Diesel bleiben, auch wenn selbstverständlich die Suche nach einer Alternative ein großes Thema ist. Doch bei einer Fahrleistung von 40.000 bis 80.000 Kilometern sehe ich derzeit keine andere Möglichkeit, als weiter auf Diesel zu setzen. Natürlich könnte ich Benziner anschaffen, um die Feinstaubbelastung zu senken. Doch als Verantwortlicher sowohl für das Fuhrpark- als auch das Energiemanagement sitze ich da ziemlich in der Zwickmühle: Das Unternehmen tut alles, um die CO2-Belastung zu verringern und alles auf möglichst saubere Füße zu stellen.

Benziner verursachen aber im Schnitt eine um 20 bis 30 Prozent höhere CO2-Belastung und haben einen höheren Spritverbrauch. Irgendwas fällt mir also irgendwann immer auf die Füße. Da unsere Mitarbeiter deutschlandweit unterwegs sind, kommen Elektrofahrzeuge für uns erst recht nicht in Frage. Vielleicht für einen sehr selektiven Einsatz, aber dann stimmt derzeit die Kosten-Nutzen-Bilanz aus meiner Sicht noch überhaupt nicht.

Apropos Kosten, die Frage nach dem Wiederverkauf – wir haben einen Kauffuhrpark – spielt bei allen Überlegungen natürlich auch noch eine Rolle. Aber wer sagt mir, dass nicht in Kürze die Benziner genauso im Visier stehen wie jetzt die Diesel?

Bleibt im Grunde genommen nur, weniger zu Fahren. Eine Frage, bei der man eigentlich auch die Logistiker mit ins Boot holen müsste. Muss wirklich jeder Kundenbesuch sein? Wie sieht es mit der Privatnutzung der Fahrzeuge aus – auch wenn das wieder die Frage nach Gehalt etc. aufwirft? Beim derzeitigen Stand der Technik sehe ich im Grunde nur eine wirkliche Stellschraube an der wir drehen können: an unserem persönlichen Fahrverhalten. Es wird also ein spannendes Jahr.“

Alles beim Alten

Stephanie de Vries, Funa GmbH, Emden

„Bei uns bleibt auch in diesem Jahr alles beim Alten. Wir haben die Pool- und Außendienstfahrzeuge, die gemäß der Leasinglaufzeit regelmäßig getauscht werden. Das dafür notwendige Prozedere ist bekannt. Unser Leasingpartner informiert uns auch regelmäßig, wenn es sinnvoll wäre, etwas zu verändern. Aber derzeit steht in dieser Hinsicht nichts an.“

Regelmäßiger Wechsel

Daniela Bühler, Inneo Solutions GmbH, Ellwangen

„Soweit ich weiß, sind bei uns keine besonderen Projekte für den Fuhrpark geplant. Es bleibt wie gewohnt beim regelmäßigen Wechsel der Fahrzeuge. Ansonsten ist alles so organisiert, dass es keiner Veränderung bedarf.“

Keine Alternative

Michael Lau, Bruss Sealing Systems GmbH, Hoisdorf

„Wir haben vor einigen Jahren unsere Car policy ergänzt und erneuert. Damit ist eigentlich alles geregelt. Außer dem turnusgemäßen Austausch von Fahrzeugen gibt es deswegen auch keine besonderen Projekte für dieses Jahr. Ich sehe auch angesichts der Dieseldiskussion derzeit keinen Handlungsbedarf. Es gibt keine funktionierende Alternative zu dieser Antriebsart, wenn man die Laufleistung erzielen will, die bei einem Unternehmen wie dem unseren notwendig sind.

Vielmehr gehe ich davon aus, dass wir unter CO2-Gesichtspunkten in ein paar Jahren nicht an Hybriden vorbeikommen werden, um auch die in der Car policy verankerten CO2-Ziele langfristig zu erreichen. Da aber die derzeitig verfügbare Technik ebenfalls nicht zu unseren Bedürfnissen passt, müssen wir abwarten, welche Konzepte die Automobilhersteller in Zukunft anbieten.“

Nicht langweilig

Jochen Pfeiffer, WMF Group GmbH, Geislingen

„Fuhrparkmanagement ist immer sehr dynamisch, nie optimal. Da gibt es immer eine Menge zu tun. Uns wird auch in diesem Jahr die Frage beschäftigen, wie wir unter den gegebenen Umständen ein umfassendes Fuhrparkmanagement darstellen können. Dieser Job bringt ja eine Menge an Verpflichtungen und Aufgaben mit sich, die man alle unter einen Hut bringen muss. Das Bedarf Zeit und Knowhow. Und nicht nur ich habe den Anspruch an mich, alle Faktoren im Blick zu haben. Das fordern auch die unterschiedlichen Fachbereiche hier im Haus, für die ich letztendlich arbeite.

Im Servicebereich geht es eher um Transporter und Fahrzeugausstattung. Bei einem der Vertriebsbereiche gilt es hingegen, die Waage zwischen Kostenbewusstsein und der Attraktivität eines Firmenwagens als Mittel der Mitarbeitermotivation zu halten. Beim anderen haben wir viele User-Chooser, die ganz individuelle Wünsche haben. Allen gemeinsam sind aber natürlich Prozesse wie UVV- oder Führerscheinkontrolle beziehungsweise Rechnungsauswertungen und vieles mehr.

Dazu kommt, dass unser Firmensitz in Baden-Württemberg uns aktuell sehr fordert, über alternative Antriebskonzepte nachzudenken. München und Stuttgart sind in etwa gleich weit weg, und beide Städte denken bekanntlich ja gerade über Fahrverbote nach. Also wird es uns auch in dieser Hinsicht nicht langweilig.“

Umfrage

Sind Apps im Fuhrparkmanagement hilfreich?

Sabine Neumann fragte nach, ob Apps auch im Fuhrparkmanagement Verbreitung finden. Die Befragten gaben sich zurückhaltend.

Umfrage von bfp

Welche Projekte stehen 2019 in den Fuhrparks an?

Die Diskussion um den Diesel lässt viele Fuhrparkverantwortliche erstaunlich gelassen ins Jahr 2019 blicken. Andere Themen scheinen wichtiger.

Markt

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