Foto: Seat

Neue SUV-Modelle

Wird Seat zur SUV-Marke?

VW hat fünf SUVs im Programm, Seat bald ebenfalls fünf und Škoda demnächst drei. Angst vor einem Ende des SUV-Booms hat keiner.

Thomas Wüsten | AutoAmbition

Der neue Seat Tarraco startet zurzeit im Handel. Ebenso wie der seit März 2017 verkaufte Škoda Kodiaq nutzt der Tarraco Plattform und Komponenten des VW Tiguan Allspace, der längeren Variante des Tiguan. Nach Seat Ateca (Mitte 2016), Seat Arona (Ende 2017) und Cupra Ateca (Januar 2019) ist der 4,74 Meter lange Tarraco tatsächlich bereits das vierte SUV von Seat. Und mit dem frischen Cupra SUV-Coupé, das als Design-Highlight auf dem Genfer Salon enthüllt wird, sind es bald fünf.

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Dem Vernehmen nach soll der optisch gelungene Viertürer Cupra Formentor heißen. In Genf trägt er noch den Zusatz Concept, aber es besteht kein Zweifel, dass das sportliche SUV-Coupé noch in diesem Jahr in den Handel geht.

Mit den SUVs hat sich Seat in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Früher galt die spanische VW-Tochter unter den vier Großen (VW, Audi, Škoda und Seat) eher als Sorgenkind. Damit ist längst Schluss.

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2018 war für Seat ein Rekordjahr

Im Jahr 2018 verzeichneten die Spanier einen Rekordabsatz von insgesamt 517.600 Fahrzeugen, das entspricht einem Plus von gut zehn Prozent gegenüber 2017. In Deutschland legte Seat 2018 sogar überdurchschnittlich zu: 121.733 Zulassungen entsprechen einem Plus von gut zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Damit ist Seat der drittgrößte PKW-Importeur auf dem deutschen Markt. Mit einem Zuwachs von gut 15 Prozent entwickelte Seat zudem das Flottengeschäft positiv, auf rund 26.000 Autos in Deutschland.

Auch der Start ins Jahr 2019 verlief positiv. Im Januar lieferte Seat insgesamt 44.500 Fahrzeuge aus, ein Plus von gut 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Großen Anteil daran hat auch die Händler-Auslieferung (Grundausstattung und Vorführwagen) des Cupra Ateca, das erste Modell der neuen sportlichen Seat Submarke. In Deutschland, wo tendenziell eher PS-starke und gut ausgestattete Modelle abgesetzt werden, verkaufte Seat im Januar insgesamt 7.800 Fahrzeuge. Das entspricht einem Zuwachs von über 20 Prozent.

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Seats einfaches Erfolgsrezept

Es gibt viele Wege zum Wachstum, der schlechteste wäre ein Preiskampf. Bernhard Bauer, Geschäftsführer von Seat Deutschland, erklärt den logischen Weg: "Mehr Marktabdeckung mit neuen Modellen bringt mehr Kunden zu uns."

Auch der Blick aus der Zentrale in Barcelona zielt auf Marktabdeckung. Hier geht es darum, die Marke immer internationaler aufzustellen, also den Vertrieb in Ländern zu starten, die bislang für Seat weiße Flecken waren. Die beiden wichtigsten Märkte außerhalb Europas sind für Seat zurzeit Algerien und Mexiko.

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Tarraco mit vollwertiger Serienausstattung

Dass der neue Tarraco ein Erfolg wird, daran zweifelt bei Seat niemand. Und Geschäftsführer Bernhard Bauer erklärt auch warum: "Zum Einstiegspreis von unter 30.000 Euro bieten wir eine sehr hochwertige Grundausstattung. Ein nacktes Auto, das gibt es bei uns nicht."

In der Tat umfasst die Basisausstattung bereits Front Assist, Spurhalteassistent, Tempomat, Voll-LED-Scheinwerfer und Einparkhilfe hinten. Ebenfalls serienmäßig sind Klimaanlage, Lederlenkrad und 17-Zoll-Aluräder.

Damit soll das fast Full-Size-SUV zum einen neue Kunden zu Seat holen und zum zweiten mögliche Alhambra-Interessenten oder -Besitzer, denen der Family-Van doch zu brav und praktisch erscheint, mit seinem markanten Auftritt begeistern. Auf längere Sicht muss der Tarraco wohl den Alhambra ersetzen.

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Ateca und Arona zusammen 35 Prozent

Wie gut Seat bereits im SUV-Segment angekommen ist, belegt der Erfolg von Ateca und Arona. Der kompakte Ateca hat an den rund 122.000 Zulassungen 2018 einen Anteil von 17 Prozent, also gut 20.700 Fahrzeuge. Im Vergleich zu 2017 erreichte er ein Zulassungs-Plus von 7,4 Prozent.

Rund 50 Prozent der Ateca Kunden entscheiden sich für den Allradantrieb, und das obwohl die frontgetriebenen Versionen die sparsameren sind. Und zwei Drittel aller Ateca werden in Deutschland mit Automatik, sprich DSG, ausgeliefert.

Der Arona - im kleineren City-Crossover-Format und auf VW Polo-Plattform - kam in seinem ersten vollen Verkaufsjahr auf knapp 22.000 Verkäufe, 18 Prozent Anteil am Modellmix. Den handlichen Viertürer gibt es ausschließlich mit Frontantrieb, das gilt auch für seinen künftigen VW-Zwilling T-Cross. Ein Drittel der Arona Käufer wählten die aufpreispflichtige DSG-Automatik.

Arona und Ateca zusammen machen 35 Prozent der verkauften Seat in Deutschland aus. Gut möglich, dass 2019 noch rund 10.000 Tarraco dazu kommen. Spätestens dann und mit knapp 50 Prozent SUV-Anteil im Modellmix wird Seat zur SUV-Marke.

Das gilt erst recht, wenn man die Stückzahlen der Submarke Cupra einschließt. Nach dem Cupra Ateca mit 300 PS wird Ende 2019 vermutlich das SUV-Coupé Cupra Formentor erscheinen, ebenfalls mindestens 300 PS stark.

Auch Škoda setzt verstärkt auf SUVs

Ebenso wie Seat befindet sich auch Škoda eindeutig auf Wachstumskurs. Der schon länger vom Erfolg verwöhnte tschechische Hersteller setzt zum einen auf die Ausweitung seines Modellangebots, um neue Kunden anzusprechen, und erschließt sich zum anderen kontinuierlich neue Märkte auf der Weltkarte.

Ins Wachstums-Segment der kompakten SUV starteten die Tschechen bereits 2009 mit dem Yeti. Bis zum Produktionsende in 2018 wurden allein in Deutschland gut 162.000 Exemplare abgesetzt. Im März 2017 erschien der Škoda Kodiaq. Das optional siebensitzige und 4,70 lange Modell nutzt Plattform und Motoren des VW Tiguan Allspace, ebenso wie der Seat Tarraco.

Gegen Ende 2017 erschien dann der Škoda Karoq als Nachfolger des Yeti. Mit 4,38 Meter ist er allerdings deutlich größer als der Yeti (4,23 Meter). Umso wichtiger wird deshalb für Škoda der bereits angekündigte Kamiq, ein knapp über 4,20 Meter langer Crossover-City-SUV. Wie seine Kollegen Seat Arona und VW T-Cross wird es den Kamiq ausschließlich mit Frontantrieb geben.

Octavia: Bestseller bei Flotten und Familien

Natürlich schreiben auch die SUVs bei Škoda in Deutschland eine Erfolgsgeschichte. 2018 gingen gut 21.000 Karoq in Kundenhand und der Kodiaq verkaufte sich rund 19.400 mal. Insgesamt kam Škoda in Deutschland auf knapp 197.000 Zulassungen.

Der Anteil der beiden SUVs mit etwa 40.400 Einheiten fällt prozentual allerdings deutlich geringer aus als der SUV-Anteil bei Seat. Kein Wunder, schließlich hat Škoda mit dem Octavia (58.444 Zulassungen in 2018) und mit dem Fabia (44.900) noch zwei Nicht-SUV im Programm, die als echte Bestseller in ihrem jeweiligen Segment gelten.

Autos wie der Octavia sind wichtig

Besonders der Octavia bietet als Limousine sowie als Kombi ein so überzeugendes Paket, dass er in Flotten ebenso wie bei preisbewussten Familien überaus beliebt ist. Dieses wichtige Standbein wird Škoda weiter pflegen.

Ende 2019 erscheint der komplett neue Octavia mit deutlich aufgewerteter Produktsubstanz. Sein Erfolg bleibt weiter die Basis der Marke. Zusätzlich kann Škoda dann mit Kamiq, Karoq und Kodiaq auf der SUV-Welle surfen. Doch falls SUVs zum Beispiel unter dem Druck der strengen CO2-Grenzwerte einmal im Verkauf schwächeln werden, ist Škoda weniger stark betroffen als Seat.

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