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Fuhrparkmanagement

Apps sind auf dem Vormarsch: Auch in Fuhrparks?

Ohne Apps für Smartphones ist die digitale Welt nicht mehr vorstellbar. Doch wie verbreitet sind die Applikationen inzwischen im Fuhrparkmanagement?

Inhaltsverzeichnis

Wolfgang Schäffer

Apps haben in den vergangenen Jahren weite Verbreitung gefunden. Warum also sollen sie nicht auch das Fuhrparkmanagement erleichtern? Es sind unterschiedliche Entwickler, Dienstleister und auch Hersteller, die mit speziellen Apps die Arbeit der Fuhrparkveranwortlichen effizienter und den Berufsalltag der Fahrer einfachen machen wollen. Die in der Schweiz ansässige Avrios International AG beispielsweise arbeitet nach eigener Darstellung konkret an einem Produkt, mit dem Fuhrparkmanager den aktuellen Wandel, in der die Automobilindustrie steckt, bewältigen können.

„Neue Mobilitätsangebote wie Shared-Mobility und Uber, aber auch teilautonome oder elektrisch betriebene Fahrzeuge sind auf dem Vormarsch. Mit dem Wandel der Industrie und der Nutzung von Verkehrsmitteln, wandeln sich auch die Herausforderungen und somit Aufgaben des Fuhrparkmanagers grundlegend. Wir sehen es als unsere Aufgabe den Fuhrparkmanagern die dafür nötige Technologie zur Verfügung zu stellen“, sagt Joel Tasche, Marketing Direktor des Unternehmens.

Wie entwickelt sich der Markt?

Er ist überzeugt davon, dass in den nächsten zehn Jahren die Millionen Fahrer von Firmenwagen in Europa ihre Meinung grundlegend ändern würden, wie effektive Mobilität funktioniere. „Getrieben durch technologische Innovationen wie Elektrofahrzeuge, die fast flächendeckende Verbreitung von Smartphones und dem Aufkommen der so genannten Sharing Economy, schießen fast täglich neue Geschäftsmodelle und Angebote aus dem Boden, wie man sich von A nach B bewegen kann. Diese Angebote bergen großes Potential für Unternehmen, bedeuten aber vor allem einen erheblichen Anstieg der ohnehin schon hohen Komplexität im Fuhrpark.“

Wandel zu neuen Mobilitätsmodellen?

Tatsache ist sicher, dass es einen Wandel vom klassischen Firmenwagen hin zu neuen Mobilitätsmodellen geben wird. Vor allem Fuhrparkmanager würden das zu spüren bekommen. Es werde einen Wandel vom Fuhrparkmanagement zum Mobilitätsmanagement geben. „Der Job wird sich insofern ändern, dass Fuhrparkmanager nicht mehr ausschließlich eigene Fahrzeuge managen, sondern zusätzlich neue Mobilitätsangebote evaluieren und in den Mobilitätsmix des Unternehmens integrieren müssen. Das führe zwangsläufig zu einem erhöhten Kommunikations- und Verwaltungsaufwand.

Um Fuhrparkmanager bei diesem Wandel zu unterstützen, arbeite Avrios daran, alle Anbieter - sowohl klassischer Fuhrparkdienste wie Rechnungsprüfung und Schadenmanagement -, aber auch innovative Mobilitätskonzepte auf einer Plattform zugänglich zu machen. So könnten Unternehmen entscheiden, wie hoch der Grad des Outsourcing im Fuhrpark sein soll und welche neuen Mobilitätsdienste in den aktuellen Bestand mit aufgenommen werden sollen. „Etwa 80 Prozent unserer Kunden haben bereits die Initiative ergriffen und sind aktiv dabei, Innovationen wie E-Mobilität und Carsharing in ihren Mobilitätsmix aufzunehmen“, betont Tasche.

Auffällig dabei sei, dass insbesondere die kleineren und mittleren Flotten bei den Innovationsprojekten etwas hinterher seien. „Eine der überraschendsten Erkenntnisse aus drei Jahren Avrios ist, dass alle Unternehmen sehr gut darin sind, eine Kostenart zu verwalten und zu optimieren - die allerwenigsten haben aber ihre gesamten Flottenkosten umfassend unter Kontrolle“, so der Marketing-Chef von Avrios International, das mittlerweile mehr als 600 Unternehmen mit mehr als 120.000 Fahrzeugen betreut.

Wer hat Zugriff?

Die Community4you AG in Chemnitz bietet in Kombination zur Fuhrparkmanagement Software Comm.fleet und der Leasingmanagement Software Comm.lease mit Comm.mobile ein mobiles Fuhrpark- und Leasingportal für den orts- und zeitunabhängigen Einsatz an. „Der Zugriff durch unterschiedliche Nutzergruppen - Mitarbeiter, Kunden, Partner, Vertriebskräfte und Dienstleister - kann dank der einheitlichen Nutzerverwaltung und Authentifizierung sicher und effizient personalisiert werden“, erklärt Vorstandsvorsitzender Uwe Bauch.

Die Applikationen seien auf allen unterstützten Geräten - Smartphone, Tablet, Notebook, PC - anwendbar. Comm.mobile verfüge über zahlreiche Apps für das mobile Fuhrparkmanagement: Disposition, Fahrzeug Konfigurator, Schadenmanagement, Reporting sowie Online Fahrer- und Kundenportal. In den vergangenen Jahren hätten neben den klassischen, für spezifische Plattformen entwickelten, nativen Apps (speziell für ein Betriebssystem entwickelt) insbesondere webbasierte Applikationen (erkennen das Endgerät) an Bedeutung gewonnen.

Was bringt die Zukunft?

Vorstand Janko Nebel dazu: „Da beide Ansätze Stärken und Schwächen aufweisen, sehen wir die Zukunft in hybriden Applikationen mit dem entscheidenden Vorteil, dass etwa 90 Prozent der Codes plattformunabhängig und damit kostensparend als HTML5-Webapp entwickelt werden können“. Ein weiterer Vorteil des hybriden Ansatzes sei die Konsistenz der Benutzeroberfläche auf unterschiedlichen Plattformen bei gleichzeitiger Wahrung der Gestaltungsrichtlinien der Hersteller sowie der parallelen Anpassung der Benutzeroberflächen an persönliche oder kundenspezifische Anforderungen.

„In Zukunft werden sich mobile Applikationen hin zu progressiven Web-Apps entwickeln, die sich dadurch auszeichnen, dass alle mit HTML5 existierenden Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um den Kunden ein Höchstmaß an Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit zu garantieren“, sagt das andere Vorstandsmitglied Lavinio Cerquetti. Das beginne mit der Möglichkeit, Programmcodes während der Laufzeit der App dynamisch über sichere Verbindungen nachzuladen oder zu modifizieren und gehe über die Verwendung von Lokalisierung- und Messagingkomponenten bis hin zur Offline-Fähigkeit der App. „Für den Benutzer ist es dann gar nicht mehr ersichtlich, dass er eine Web-App bedient, da diese auch bei fehlender oder schlechter Netzwerkverbindung funktioniert.“

Apps bieten maximale Flexibiliät

Derzeit würden 62 Prozent der Comm.fleet-Kunden das App-basierte Fuhrpark- und Leasingportal Comm.mobile für den mobilen Einsatz nutzen. Seit der Einführung des Produktes habe sich dieser Anteil stetig erhöht. „Wir prognostizieren für die Zukunft ein weiteres Wachstum, da die Nutzung mobiler Apps maximale Flexibilität gewährleisten. Der Hauptteil unseres Kundenkreises setzt sich aus großen, teilweise international agierenden Unternehmen zusammen. Es sind diese Kunden, die unser mobiles Anwendungsportal mit allen seinen Anwendungsmöglichkeiten einsetzen. Aber auch kleinere Firmen oder Unternehmen mit kleineren Fuhrparks nutzen es, teilweise mit einem abweichenden Anwendungsspektrum“, unterstreicht Bauch. „Unsere Softwareprodukte passen sich den unterschiedlichsten Strukturen und Branchen an, sind modular und erweiterbar. Unabhängig von Art und Größe könne jede Fahrzeugflotte verwaltet werden. Eine Einführung in kleineren Fuhrparks oder Handwerksbetrieben sei innerhalb eines Projekttages durchzuführen.

Auch bei Hiepler und Partner in Kaarst bei Düsseldorf räumt man den für jedes Betriebssystem unterschiedlichen nativen Apps, die auf den Geräten installiert werden müssen, kaum noch Chancen ein. „Das ist bei großen Organisationen nicht mehr umsetzbar. Der Weg führt eindeutig zu reinen Weblösungen, die per URL auf jedem mobilen Gerät laufen“, sagt Prokuristin Claudia L. Hiepler. „In Zukunft wird es komplett geräteunabhängige Lösungen geben, bei denen der Kunde seine eigenen Sicherheitsanforderungen realisieren kann.“

Sind alle Fuhrparkgrößen vertreten?

Fuhrparks würden das Angebot des Unternehmens vor allem im Bereich Führerscheinkontrolle für die grauen und rosa Exemplare wahrnehmen. „Im Bereich UVV ist die Nutzung im letzten Jahr allerdings extrem angestiegen, da das Netz der Werkstätten, die die UVV für unsere Kunden durchführen, deutlich gewachsen ist.“ Vertreten seien alle Fuhrparkgrößen, da die Nutzung der Apps weder größen- noch branchenabhängig sei. Die Preise würden sich gestaffelt nach dem Gesamtvolumen richten.

Die Areal Control GmbH aus Stuttgart hat keine Fuhrpark-App im Sinne von Fuhrpark-Verwaltung , sondern bietet Apps für Touren-, Auftrags- und Tätigkeits-Management für Außendienstkräfte an. Die Areal Pilot Telematik App wird für Ortung, Tracking, Messaging, Auftrags- und Prozess-Management eingesetzt, Bei der Arealcontrol Mobile Web-App geht es um die Pflege des e-Fahrtenbuchs. „Dazu ist im Fahrzeug eine Telematik-Box fest verbaut, um jeglicher Manipulation vorzubeugen“, unterstreicht Geschäftsführer Ulric Rechtsteiner.

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