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Basiswissen Fuhrparkmanagement

Das E-Auto laden: Zuhause, auf der Arbeit und an der E-Tankstelle

Die E-Mobilität wird sichtbarer auf Deutschlands Straßen – aber wie E-Autos laden? Eine Übersicht zu Lademöglichkeiten sowie Stecker- und Kabeltypen.

Inhaltsverzeichnis

Von Esra Tatlises

Elektroautos werden für Unternehmen zunehmend interessanter. Allein seit Jahresbeginn wurden laut Statista bereits knapp 7.500 E-Autos neu zugelassen. Und auch die vielen Fördermöglichkeiten sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur machen das elektrische Firmenauto noch lukrativer. Stellt sich nur noch die Frage: Wie lädt man das geräusch- und emissionsarme Auto schnell und einfach? Bestenfalls zuhause und am Arbeitsplatz. Aber welche Lademöglichkeiten habe ich noch als E-Auto-Fahrer? Und welchen Stecker- oder Ladekabeltypen benötigt man für welche Ladestation? bfp fuhrpark & management klärt auf.

E-Auto-Fahrer haben Angst vor Mangel an Ladepunkten

Fahrer von Elektroautos in Europa wünschen sich ein umfassendes und leicht zugängliches Ladenetz. Das ergab eine aktuelle Umfrage von Newmotion.
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Das E-Auto zuhause laden

Das Laden an einer haushaltsüblichen Steckdose ist mit einem Schuko-Stecker zwar prinzipiell möglich, dauert jedoch wegen der niedrigen Ladeleistung von 2,3 Kilowatt relativ lange. Ohnehin sind die Steckdosen in den eigenen vier Wänden nicht darauf ausgelegt, um für einen längeren Zeitraum sehr hohe Stromstärken abzugeben. Wesentlich sicherer und schneller funktioniert es mit einer Wallbox: Diese werden meistens an einer tragfähigen Wand oder auch unter dem Carport auf Stelen montiert. Die Leistungsspanne von Wallboxen reicht von 3,6 bis 22 Kilowatt – das hängt ganz davon ab, ob die Wandladestation an das übliche Haushaltsnetz (einphasig) angeschlossen wird oder an den Starkstromanschluss (ein- oder dreiphasig). Dementsprechend verkürzt sich bei höherer Ladeleistung auch die Ladedauer: So dauert das Laden eines E-Autos mit einer 30-kWh-Batterie ungefähr 90 Minuten mit einer 22-Kilowatt-Wallbox (32 Ampére, dreiphasig).

Die meisten Wandladestationen sind mit einer normierten Typ-2-Steckervorrichtung (auch Mennekes-Stecker genannt) ausgestattet. Ältere E-Modelle sind noch mit einem Typ-1-Stecker bestückt – aber auch diese können an einem Typ-2-Ladepunkt geladen werden: Mit einem Adapter-Ladekabel, das am einen Ende den Typ-1-Anschluss und am anderen Ende die Typ-2-Vorrichtung besitzt.

Das E-Auto unterwegs laden

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zählte im Dezember rund 23.840 (teil-)öffentliche Ladepunkte in Deutschland. Im "Ladesäulenregister" der BDEW lassen sich Ladestationen sowie Betreiberinfos der E-Tankstellen finden. Aber auch viele Auto-Navis und Smartphone-Apps zeigen den nächsten Ladepunkt an. Am einfachsten ist es, mit einer Ladekarte Strom zu tanken: Die meisten Ladekarten-Provider bieten eine dazugehörige App an, mit der man Ladesäulen finden, aktivieren und auch abrechnen kann. Aber auch ohne Ladekarte lässt sich der Ladepunkt häufig über einen QR-Code freischalten und anschließend durch eine weiterführende Webseite mit Bezahlschranke abrechnen. Durch Roaming-Dienste der Ladekarten-Anbieter haben E-Auto-Fahrer mit einer Ladekarte Zugang zu zahlreichen Stationen verschiedener Ladesäulenbetreiber.

Diese E-Autos laden am schnellsten

Nicht nur die Reichweite ist bei Elektroautos wichtig, auch Schnelladefähigheit und Effizienz spielen eine Rolle. Der ADAC hat fünf Fahrzeuge getestet und große Unterschiede festgestellt.
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Normal- und Schnelladestationen

Es gibt zwei Ladearten: Die Wechselspannung (AC) ist eine Normalladestation und unterstützt meistens Typ-2-Stecker. Die Gleichspannung (DC) eignet sich für das Schnell-Laden und kann über die Ladestecker "Combined Charging System" (CCS oder auch Combo 2) und CHAdeMO genutzt werden. Letzteres unterstützt Ladevorgänge bis zu 100 Kilowatt, was jedoch an den meisten Ladestationen nicht zur Verfügung steht. Ein Tesla-Supercharger-Stecker schafft sogar bis zu 120 Kilowatt, ist aber bisher nur mit Tesla-Modellen kompatibel. Das kabellose induktive Laden, wie man es sonst vom Handy oder der Zahnbürste kennt, ist für das E-Auto momentan noch Zukunftsmusik.

Kabeltypen: Mode 1,2, 3 und 4-Ladekabel

Während das Mode-1- und Mode-2-Ladekabel ausschließlich zum kurzfristigen Notladen an der Schuko-Steckdose eingesetzt wird, handelt es sich beim Mode-3-Ladekabel um die Verbindung zwischen Auto und Ladesäule. Der wesentliche Unterschied besteht darüber hinaus auch in der "Kommunikationsfähigkeit": Der Mode-1-Kabeltyp ist die einzige Form, die eine Kommunikation zwischen Auto und Ladepunkt nicht unterstützt. Bei den anderen Kabeltypen erfolgt die Verknüpfung über eine kleine integrierte Box am jeweiligen Kabel. Das Mode 4-Ladekabel hingegen ist fest an der Ladesäule angeschlossen und ist ausschließlich für das Laden mit Gleichstrom geeignet. Die Übersicht zeigt, welche Kabeltypen mit welchen Steckerformen und Ladestationen kompatibel sind.

Für das Handy haben die meisten Menschen immer ein Ladekabel in der Tasche – oder einen Adapter, um das Smartphone an jede Stromquelle anstecken zu können. Wer also auch unterwegs das E-Auto laden möchte, lässt das mitgelieferte Ladekabel gleich im Auto.

Elektromobilität

Diese Fachbegriffe sollte man kennen

Abkürzungen wie PS, Nm und Vmax sind Bezeichnungen, die auch bei konventionellen Antrieben existieren. Bei Elektrofahrzeugen gibt es allerdings eine Reihe weiterer Begriffe, die man kennen muss.

PRIVATE WALLBOXEN

Mächtig Power aus den eigenen vier Wänden

Das Aufladen via Haushaltssteckdose kann beim E-Auto nur eine Notlösung sein. Deutlich besser funktioniert es mit einer eigenen Wallbox.

Entscheidend sind die Details

Laden von E-Autos: Das gilt es zu beachten

Man kann schnell laden oder langsam laden. Wie lange es tatsächlich dauert, hängt nicht nur von der Ladesäule, sondern auch vom Fahrzeug ab.

Drei Versionen

Volkswagen: E-Auto laden mit dem ID. Charger

Mit dem Start des neuen ID.3 bringt Volkswagen die passende Wallbox auf den Markt. Sie ist ab Ende November bestellbar.

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