Foto: Mazda Motors Deutschland

bfp-Interview

Mazda: "Großes Potenzial für den MX-30"

Mazda-Flottenkundenchef Stefan Kampa über die CX-Crossover-Modelle, den Skyactiv-X und Mazdas erstes Elektroauto MX-30.

Inhaltsverzeichnis

Von Christian Frederik Merten

Mazda überzeugt mit dynamisch modernem Design und eigenständigen Techniklösungen. War es früher der Wankelmotor, der für die Japaner besonders identitätsstiftend war, ist es heute der als Skyactiv-X vermarktete selbstzündende Benziner. Stefan Kampa, Senior Manager Retail, Fleet & Mobility bei Mazda Motors Deutschland, im Gespräch mit bfp FUHRPARK & MANAGEMENT.

Mazda-Hauptzielgruppe: kleinere und mittlere Flotten

bfp: Herr Kampa, welche Flotten- und Gewerbekunden sprechen Sie in erster Linie an?

Stefan Kampa: Wir sind weiterhin der Überzeugung, dass wir bei kleineren und mittleren Flotten mit bis zu 100 Fahrzeugen am erfolgreichsten sein können. Auf diese Zielgruppe fokussieren sich unsere Aktivitäten. Damit steht auch im Einklang, dass wir für den Handel vor Ort eine wichtige Rolle als Kundenansprechpartner sehen. Deshalb spielt die fortlaufende Qualifizierung unserer Händler eine so große Rolle, vor allem – aber nicht nur – der 150 Händler, die wir in erster Linie für die Betreuung der Flotten- und Gewerbekunden identifiziert haben.

bfp: Welche weiteren Standards haben diese Händler zu erfüllen?

S. Kampa: Besondere Vertragsstandards müssen diese Händler nicht erfüllen. Allerdings erarbeiten wir mit ihnen gemeinsam Empfehlungen zur noch besseren Betreuung von Flotten- und Gewerbekunden, die sie dann auf freiwilliger Basis umsetzen können.

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SUVs und Crossover für Mazda wichtigste Flottenmodelle

bfp: In welchen Zielgruppen spielt der neue Mazda3 eine Rolle?

S. Kampa: Im Mazda3 haben wir schon sehr schnell nach der Markteinführung den Skyactiv-X-Motor eingeführt. Für Fuhrparks, für die sich ein Diesel noch nicht lohnt, die aber auf dessen Effizienzvorteile nicht verzichten möchte, ist das Modell deshalb eine Überlegung wert. Allerdings ist der Mazda3, den wir ja als Fließheck und als Stufenheck anbieten, nicht unser relevantestes Flottenmodell ist.

bfp: Welche Modelle sind hier wichtiger?

S. Kampa: Unsere Crossover spielen in diesem Markt sicherlich eine größere Rolle. Die Palette haben wir letztes Jahr mit dem Mazda CX-30 um eine dritte Baureihe erweitert, die ebenfalls mit Mild-Hybrid-System und als Skyactiv-X bestellbar ist. Die Crossover, und da spreche ich vom Mazda CX-3, dem Mazda CX-30 und genauso dem Mazda CX-5, erfreuen sich auch bei User-Choosern großer Beliebtheit. So liegt der Gewerbekundenanteil beim Mazda CX-30 mit 30 Prozent deutlich höher als von uns erwartet, wobei zehn Prozent der Neuzulassungen auf User-Chooser-Fahrzeuge entfallen.

2020: Facelifts für CX-3 und CX-5

bfp: Welche Neuheiten in der Modellpalette planen Sie 2020?

S. Kampa: Im Mai werden wir ein leichtes Facelift für den Mazda CX-5 einführen, im Sommer gibt es dann einen aufgefrischten Mazda CX-3, den wir auch mit deutlich effizienteren Motoren und dem Mazda-M-Hybridsystem ausrüsten werden.

bfp: Wann können wir mit einem neuen Mazda6 rechnen?

S. Kampa: Einen genauen Zeitplan kann ich Ihnen nicht nennen. Aber was wir ja bereits kommuniziert haben ist, dass wir eine neue große Heckantriebs-Plattform investieren, die mit Sechszylinder-Dieseln und -Skyactiv-X-Benzinern bestückt werden wird und natürlich auch mit verschiedenen Hybrid-Varianten. Wir werden also definitiv auch weiter in der Mittelklasse aktiv sein.

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Skyactiv-X-Motor vor allem auf Effizienz ausgelegt

bfp: Mazda setzt also auch in Zukunft auf Verbrennungsmotoren?

S. Kampa: Ja, unsere Ingenieure sind überzeugt davon, dass sich Verbrennungsmotoren weiter optimieren lassen. Wir setzen deshalb auf den Multi-Solution-Ansatz, also auf das parallele Angebot verschiedener Antriebsformen. Dazu zählt im Übrigen auch der Diesel.

bfp: Für welche Kunden ist der Skyactiv-X-Motor aus Ihrer Sicht besonders interessant?

S. Kampa: Ein Großteil unserer Flottenkunden fährt nicht mehr als 20.000 Kilometer im Jahr. Gerade im Zuge der Diskussion um Diesel-Einfahrverbote bietet der Skyactiv-X-Motor die einzigartige Möglichkeit, die Vorteile von Diesel und Benziner zu verbinden. Der Diesel ist für Vielfahrer sicher weiter erste Wahl, für alle anderen ist der Skyactiv-X aber eine interessante Antriebsalternative, die auf höchstmögliche Effizienz ausgelegt ist.

bfp: Gibt es einen Fahrplan zur Einführung weiterer Varianten mit alternativen Antrieben?

S. Kampa: Perspektivisch werden wir auf jeden Fall weitere Hybride mit 24 und 48 Volt und dann erstmals auch Plug-in-Hybride anbieten. Wann letzteres das genau sein wird, kann ich heute aber leider noch nicht sagen, aber sicher innerhalb der nächsten Jahre.

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Elektroauto Mazda MX-30: Maximal 260 Kilometer Reichweite

bfp: Mit dem MX-30 haben Sie Ihr erstes batterieelektrisches Modell vorgestellt. Welchen Charakter haben Sie dem Auto mit auf den Weg gegeben?

S. Kampa: Der Mazda MX-30 ist ein kleines Crossover im Format des Mazda CX-30, der zum Beispiel mit Innenverkleidungen aus Recycling-Material auf ganzheitliche Nachhaltigkeit ausgelegt ist. Mit seinen gegenläufig öffnenden Türen erinnert er auch an unsere Sportwagen-Ikone RX-8. Insgesamt stand die Entwicklung des Mazda MX-30 unter dem Motto "Rightsizing". Das bedeutet auch, dass wir mit einer kleinen leichten Batterie und einer maximalen Reichweite von 260 Kilometern den alltäglichen Mobilitätsbedürfnissen unserer Kunden entgegenkommen.

bfp: Welches Angebot haben Sie für Kunden, die mehr Reichweite benötigen?

S. Kampa: Perspektivisch werden wir für den Mazda MX-30 auch einen Wankel-Range-Extender anbieten.

bfp: Welche Rolle wird der MX-30 in Ihrem Flotten- und Gewerbekundengeschäft spielen?

S. Kampa: Generell zeigen sich Flotten- und Gewerbekunden deutlich offener gegenüber der Elektromobilität als der Durchschnittskäufer. Wir sehen deshalb ein recht großes Potenzial für den Mazda MX-30 in der Zielgruppe.

bfp: Zu welchen Preisen startet der MX-30?

S. Kampa: Der Mazda MX-30 mit "First Edition"-Paket ist seit dem 10. März bestellbar und startet ab rund 28.560 Euro netto. Die ersten Auslieferungen werden dann im September erfolgen. Dann übrigens auch mit der neuesten Generation unseres Konnektivitätssystems, das auch um eine App mit verschiedenen Steuerungsfunktionen ergänzt werden wird.

Beratungspaket rund um die E-Mobilität

bfp: Welche Services bieten Sie Ihren Kunden rund um die E-Mobilität an?

S. Kampa: Wir arbeiten mit Innogy zusammen, mit denen wir zusammen unsere Händler mit einer Ladeinfrastruktur ausstatten und die – ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Händler – auch die Kunden rund um die E-Mobilität beraten. Außerdem klären wir unsere Kunden auch online über unsere Website rund um das Thema auf. Wir werden außerdem entsprechende Full-Service-Leasing-Module ergänzen, darunter sicher auch eine Ladekarten-Lösung.

bfp: Und wenn der Kunde einen anderen Partner als Innogy wünscht?

S. Kampa: Dann ist das überhaupt kein Problem. Wir stellen es unseren Händlern absolut frei, auch mit anderen Partnern zusammen zu arbeiten, zum Beispiel lokalen Energieversorgern. Wir möchten, dass der Händler vor Ort zur besten regionalen Lösung für seinen Kunden findet.

Stetig mehr Nutzer der Gehaltsumwandlung mit Athlon

bfp: Gemeinsam mit Athlon sind Sie seit einigen Jahren sehr aktiv in Sachen Gehaltsumwandlung. Wie entwickelt sich dort die Nachfrage?

S. Kampa: Wir können nicht von einem Nachfragesprung sprechen, aber doch von einer stetig steigenden Kundenzahl. Vor dem Hintergrund, dass es sich hier um ein sehr komplexes und beratungsintensives Produkt handelt, sind wir mit dieser Entwicklung sehr zufrieden. Mit der wachsenden Bedeutung der E-Mobilität sehen wir aber die Chance, das Thema Gehaltsumwandlung nochmals zu forcieren.

bfp: Ihr Carsharing-Angebot haben Sie in Deutschland aber eingestellt.

S. Kampa: Ich denke, wir hatten ein gutes Konzept und mit der Deutschen Bahn und Lidl starke Partner an der Hand und das haben uns unsere Kunden auch zurückgespiegelt. Gerade an den 150 Lidl-Standorten hat das Carsharing-Angebot sehr gut funktioniert. Gesamtstrategisch haben wir uns allerdings entschieden, uns auf unser Kerngeschäft und damit auf die Produktion und den Vertrieb guter und effizienter Fahrzeuge zu konzentrieren.

bfp: Das heißt, bei Mazda wird es auch in Zukunft kein Engagement in Richtung zukunftsweisender Mobilitätsservices geben?

S. Kampa: Doch, auf jeden Fall. Allerdings im Rahmen unserer globalen Zukunftsinitiative Case, nicht in den einzelnen Märkten.

bfp: Herr Kampa, herzlichen Dank für das Gespräch.

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