Foto: Ford

Elektro-Transporter

Ab 2022: Ford Transit auch elektrisch

Mit dem E-Transit präsentiert Ford seinen ersten vollelektrischen großen Transporter. Vor Ort beim Kunden dient er auf Wunsch auch als Stromquelle.

Von Christian Frederik Merten

Ford sei ein Familienunternehmen, das sich für andere Familienunternehmen einsetze, so Jim Farley, CEO des US-Autobauers. Und so soll der Ford E-Transit, die neue Elektroversion des großen Ford Transit, den Alltag von Gewerbekunden durch eine Reihe von Annehmlichkeiten vereinfachen. Nach insgesamt 900.000 verkauften Hybridautos, Plug-in-Hybriden und reinen Elektrofahrzeugen sowie 55 Jahren Transit-Geschichte ist der E-Transit der erste vollelektrische große Transporter von Ford.

Ford E-Transit in vielen Varianten

Nach WLTP-Norm liefert die 67-kWh-Batterie Strom für 350 Kilometer Reichweite. An Kraft mangelt es dem E-Transit nicht, sein Motor liefert 269 PS und maximal 430 Nm Drehmoment. Weil die Batterie im Fahrzeugboden untergebracht ist, ändert sich im Vergleich zu den konventionell betriebenen Transit-Versionen nichts in Sachen Laderaumvolumen. Wie gewohnt lassen sich im Kastenwagen bis zu 15,1 Kubikmeter Ladung verstauen. Und die darf bis zu 1.616 Kilogramm schwer sein. Und weil sich im Laderaum der Kastenwagen nichts ändert, passen auch die aus der Baureihe bekannten Einbauten in den E-Transit.

Generell gilt auch beim E-Transit: Kein Transporter gleicht dem anderen. 25 Konfigurations-Möglichkeiten bietet Ford den Kunden seines großen Elektro-Transporters. Geplant sind drei Radstände, zwei Dachhöhen sowie drei Karosserievarianten. Den Ford E-Transit wird es als Kastenwagen, als Kastenwagen mit Doppelkabine mit Platz für bis zu sechs Personen sowie als Fahrgestellt für individuelle Aufbauten gebe. Bei letzter gibt Ford sogar maximal 1.967 Kilogramm Nutzlast an. Das zulässige Gesamtgewicht des Stromers liegt bei maximal 4,25 Tonnen. Wer hier geringere Ansprüche hat, wählt ein Modell, das maximal 3,5 oder 3,9 Tonnen wiegen darf.

Gerüstet für schlechte Wege: Transit-Modelle von Ford

Neue Trail-Modelle für den Ford Transit und Transit Custom. Eine Differenzialsperre oder der Allradantrieb machen die Transporter noch einsatztauglicher.
Artikel lesen >

E-Transit dient auch als Stromquelle

Nach Ladevolumen und Nutzlast stellt sich auch beim Elektro-Transporter ziemlich schnell die Ladefrage. Ford stattet den E-Transit mit Wechsel- und Gleichstrom-Ladetechnik aus. Über den serienmäßigen 11,3-kW-Onboard-Wechsestromlader dauert es 8,2 Stunden, bis ein komplett leerer Akku wieder voll ist. Beim DC-Laden mit maximal 115 kW dauert es laut Ford 34 Minuten, bis der Akkustand von 15 auf 80 Prozent erhöht wurde. Eine Ladesäule zu finden sollte E-Transit-Fahrern übrigens nicht schwerfallen: Über Ford Pass haben sie Zugriff auf europaweit über 150.000 Ladepunkte, außerdem haben sie die Möglichkeit, ihren Transporter an den Schnellladestationen des Ionity-Netzwerks zu laden. Auf die Hochvolt-Komponenten des E-Transit gewährt Ford übrigens acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie.

Elektrische Energie lässt sich jedoch nicht nur in den E-Transit laden, der Transporter die vor Ort auch als Stromquelle. Optional können Kunden einen 2,3 kW starken Onboard-Generator bestellen, der auf die Batterie zugreift und zum Beispiel auf Baustellen zum Betrieb von Maschinen oder Werkzeugen genutzt werden kann. Unabhängig davon ist der Transit in der Lage, das Fahrzeug vor Fahrtantritt aufzuwärmen.

Viel Infotainment und Telematik

In drei Jahren Nutzung verspricht Ford für den Kastenwagen bei einer Jahresfahrleistung von 60.000 Kilometern 40 Prozent geringere Betriebskosten als bei den vergleichbaren Diesel-Transit. Der Grund für die niedrigeren TCO sei vor allem der geringere Wartungsbedarf des Elektromotors. Auch die drei Fahrmodi "Normal", "Slippery" und "Eco" sollen je nach Einsatz für eine Energieeinsparung von acht bis zehn Prozent sorgen.

Ford Transit jetzt auch als 5-Tonner

Neues Spitzenmodell des Ford Transit: Ab Dezember bieten die Kölner ihren großen Transporter auch als 5-Tonner an.
Artikel lesen >

Spartanisch kommt der für Europa im türkischen Kocaeli gebaute E-Transit trotzdem nicht daher. Zahlreiche Assistenzsysteme, vor allem aber das erstmals in einem europäischen Ford-Nutzfahrzeug angebotene Infotainment-System Ford Sync 4 mit Zwölf-Zoll-Touchscreen sorgen für einen Hauch an Luxus im E-Transit. Das Navi und andere Systeme werden im E-Transit drahtlos over the air aktualisiert. Dazu kommen optionale erweiterte Telematik-Services: Fuhrparkverantwortliche haben dann einen direkten Einblick in das Lademanagement, können im System aber auch Warnungen an Fahrer programmieren – wenn sie Tempolimits überschreiten, zu stark beschleunigen oder den Sicherheitsgurt nicht anlegen.

Aber: Wer sich den Ford E-Transit live beim Händler anschauen möchte, muss sich noch einige Zeit gedulden. Vor Frühjahr 2022 rollen die ersten Exemplare des Elektro-Transporters nämlich nicht auf die Straße.

Tipps & News rund um Fuhrparkmanagement und betriebliche Mobilität:der fuhrpark.de-Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen fuhrpark.de-Newsletter!