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Foto: Christoph Papsch
Kai Ostermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leasing

Jahresbilanz 2019/2020

Deutsche Leasing spürt Folgen der Coronakrise

Im Bereich Fahrzeugleasing und Fuhrparkmanagement lag die Leasingtochter der Sparkassen 2020 unter dem Vorjahreswert. Blickt jedoch optimistisch nach einem starken Februar auf das Gesamtjahr 2021.

In einem durch die Corona-Pandemie geprägten Marktumfeld verzeichnete die Deutsche Leasing Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr (Stichtag 30.9.2020) einen Rückgang des gesamten Neugeschäfts auf 9,2 Milliarden Euro (-11 Prozent). Nach einem Rekordergebnis im Vorjahr von 10,3 Milliarden Euro und einem bundesweiten Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen von minus 12,5 Prozent, entwickelte sich das Neugeschäft besser als erwartet.

Der Jahresüberschuss brach um 56 Prozent auf 38 Millionen Euro ein (Vorjahr: 87 Millionen Euro). Vor allem die Risikovorsorge für potenzielle Corona-bedingte Ausfälle sowie Währungseffekte seien nach Angaben des größten Leasinganbieters in Deutschland deutlich zu spüren.

Die Deutsche Leasing ist ein Vollsortimenter. 22 Prozent des gesamten Neugeschäfts der Gruppe machen Straßenfahrzeuge aus. Dieses Segment umfasst neben dem Pkw-Geschäft, welches stark von den rückläufigen Neuzulassungen belastet war, auch Nutzfahrzeuge. In diesem Segment erzielte die Deutsche Leasing ein Neugeschäftsvolumen von 2,1 Milliarden Euro. Zum Vorjahr ist das ein Rückgang um rund 7 Prozent (-153 Millionen Euro). Doch aufgrund von Großgeschäften, unter anderem im Logistiksektor und im ÖPNV, entwickelte sich der Bereich besser als der Markt.

„In einem außergewöhnlichen Wirtschaftsumfeld, in dem die Realwirtschaft von deutlichen Einbrüchen betroffen war, haben wir ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt“, sagte Kai Ostermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leasing, bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens.

Geschäftsfeld Mobility

Seit 2020 firmiert die Deutsche Leasing Fleet unter dem Namen Deutsche Leasing Geschäftsfeld Mobility. Hintergrund der Umbenennung war die Ausweitung des Leistungsspektrums über das klassische Angebot hinaus. Nicht mehr nur das Leasing, sondern auch ganzheitliche Mobilitätslösungen sollen vermehrt im Fokus des Unternehmens stehen.

Im Bereich Fahrzeugleasing und Fuhrparkmanagement lag der deutsche Leasing Pionier im vergangenen Geschäftsjahr unter dem Vorjahreswert. Ein Grund sieht Ostermann darin, dass Kunden durch die aktuelle Situation Ersatzinvestitionen aufgeschoben und bestehende Finanzierungen verlängert haben.  Im Wesentlichen hat sich das Geschäft stabil entwickelt, das gilt auch für das aktuelle Geschäftsjahr. „Wir sind stabil im Neugeschäft unterwegs und gehen davon aus, dass wir weitgehend in den kommenden Monaten im Plankorridor für dieses Geschäftsfeld liegen“, sagt Ostermann. Grund für diese optimistische Einschätzung ist der für dieses Segment starke Februar. 

E-Mobilität

„Das Gesamtpaket zur Umsetzung von E-Mobilität im Fuhrpark wird interessiert aufgenommen“, berichtet Ostermann. Das Beratungsangebot im Bereich der Elektromobilität läuft zusammen mit der Tochtergesellschaft DAL (Deutsche Anlagen-Leasing), bei der die Energiethemen platziert sind. Zukünftig sollen auch die Fuhrparks der Sparkassen elektrifiziert werden.

Auswirkungen der Fördermaßnahmen

Bei den betreuten Fuhrparks haben die Maßnahmen zur Förderung der E-Mobilität aktuell nur eine geringe nominale Auswirkung. Allerdings zeichnen sich hohe Wachstumsraten ab.   

Verwertungsunternehmen Auto Expo

Während des Lockdowns musste die Deutsche Leasing auch das eigene, spezialisierte Verwertungsunternehmen Auto Expo, das Leasingrückläufer an private und gewerbliche Abnehmer im In- und Ausland vermarktet, schließen. Die Auto Expo verkauft mittlerweile nennenswert auch über ihren Online-Shop. Die Schließungen im Autohandel insgesamt drückten die Verkaufspreise.  „Da wir bei der Einstufung von Autorestwerten traditionell keine Abenteurer sind, konnten wir durchgängig positive Ergebnisbeiträge erreichen“, so Ostermann.

Ausblick Geschäftsjahr 2020/21

Die Deutsche Leasing Gruppe ist mit ihrem Neugeschäft im ersten halben Jahr des neuen Geschäftsjahres 2020/21 gut und weitgehend planmäßig gestartet.

„Für das zweite Halbjahr erwarten wir ein Anziehen der Geschäftsdynamik“, so der Vorstandsvorsitzende und ergänzt: „Mit unseren alternativen Finanzierungsangeboten wollen wir den Mittelstand im Restart aktiv begleiten.“

Für die relevanten Kundensegmente der Deutschen Leasing erwartet Ostermann für das laufende Geschäftsjahr jedoch keine Insolvenzwelle.

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