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Foto: Nissan
Nissan NV300 Combi

Transporter

Nissan NV300: eine Frage der Einstellung

Fahrbericht: Der Nissan NV300 in der Version „Kombi“ für den Personentransport.

Frank Jung

Viele Dinge auf dieser Welt sind einfach Einstellungssache. Und wer nicht allzu verbohrt ist und offen gegenüber guten Argumenten, der wird seine Einstellung dann und wann vielleicht sogar ändern. So erging es mir mit diesem Auto.

Irgendwie wollten der Nissan NV300 und ich von Beginn an nicht so recht Freunde werden: Mit der linken Schuhspitze blieb ich im Gestänge des Kupplungspedals stecken, mein rechtes Knie scheuerte schmerzhaft am Rahmen des Schaltknüppels. „Kannst du mal mit dem Nissan fahren, ich habe da so meine Probleme“, bat ich den Kollegen in Erwartung, er würde mit deutlich größeren Statur noch mehr Anlass zur Klage haben.

Das Gegenteil war der Fall: „Du musst den Sitz und das Lenkrad weiter nach hinten fahren“, lautete seine Analyse. Wie er wissen konnte, dass ich mit meinen Hobbit-Beinen dann noch an die Pedalerie reichen würde, bleibt sein Geheimnis. Aber er hatte vollkommen Recht; mit der richtigen Einstellung saß ich fortan locker-flockig am Steuer des Personentransporters. Dazu trug auch die mechanische Lordosenstütze bei, die bereits in der Basisversion ebenso serienmäßig ist wie die Armlehne.

Üppige Basisausstattung

Wir fuhren den NV300 als Personentransporter „Kombi“ für bis zu neun Fahrgäste inklusive Fahrer. Unser Testwagen war jedoch statt der Doppelsitzbank vorne mit einem Einzelsitz (80 Euro – alle Preise netto) ausgerüstet, womit also ein Sitzplatz entfiel. Während es den Kastenwagen auch mit recht spartanischer Ausstattung gibt – die beiden niedrigsten Versionen haben zum Beispiel keine Klimaanlage - bringt der Kombi schon in der Basisversion „Comfort“ einiges mit: so zählen etwa Berganfahrhilfe, Einparkhilfe hinten, Klimaanlage und eine Zusatzheizung für den Fahrgastraum dazu. Zudem beinhaltet der dCi 145 auch ein Fahrerassistenzpaket, das Licht- und Regensensor, Nebelscheinwerfer und Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer umfasst.

Motor: Leise und stark

Damit ist der Name des Motors bereits gefallen. Für den Kastenwagen stehen vier Leistungsstufen des bekannten 1,6 Liter Diesel zur Wahl, den Kombi gibt es nur mit den beiden stärksten Varianten, nämlich mit 92 kW (125 PS) und107 kW (145 PS). Wir fuhren letzteren, den dCi 145, in Kombination mit dem manuellen Sechsganggetriebe und waren von beidem sehr angetan. Die Maschine bringt die zu erwartende Leistung und die Schaltung lässt sich präzise und weich bedienen. Positiv fällt dabei die zurückhaltende Geräuschentwicklung auf, auf die laut Nissan bei der Entwicklung tatsächlich besonderer Wert gelegt worden sei. Die Auslegung des Fahrwerks ist etwas straff für den Transport von Personen, da dürfte es etwas komfortabler sprich weicher zu Werke gehen. Allerdings bringt der NV300 so ein prima Handling mit.

Gutes Navisystem

Empfehlen können wir das von Nissan angebotene Navigationssystem „Connect“ inklusive DAB-Radio und sieben Zoll Touchscreen (600 Euro). Als einer der wenigen wirklich negativen Punkte ist uns das laut Klackern der Gurtriegel an der Karosserie aufgefallen; hier sollte mit einfachen Mitteln Abhilfen zu schaffen sein.

Unser Testverbrauch betrug 7,7 Liter Diesel. Daraus errechnet sich ein Gesamtkostenwert von 37.60 Cent je Kilometer.

Fazit: Der NV300 wird auch als Personentransporter dazu beitragen, dass Nissan seine ehrgeizigen Ziele im Bereich leichter Nutzfahrzeuge erreichen kann.

Was uns aufgefallen ist:

  • Gurtschlösser klackern an Karosserie.
  • Toller Motor, leise und stark
  • Klimaanlage serienmäßig
  • Audio-Navi simpel aber gut
  • Gutes Handling
  • Hecktüren statt Heckklappe empfehlenswert
Nissan NV300 Combi
Nissan NV300 Combi
Nissan NV300 Combi

Betriebskosten

© Clemens Velten

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