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DAT Diesel-Barometer

Restwerte gebrauchter Diesel weiter im Sinkflug

Die Restwerte von Diesel-Pkw sinken weiter, wie das DAT-Diesel-Barometer meldet. Auch die Zukunft des Antriebs wird skeptisch beurteilt.

Inhaltsverzeichnis

Auch nach dem Leipziger Urteil kommt der Diesel nicht wieder in die Spur. Wie die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) in ihrem Diesel-Barometer für den Februar ermittelt hat, sanken die Diesel-Neuzulassungen deutlich, während die Besitzumschreibungen leicht rückläufig waren. Die Analyse der KBA-Zahlen nach Diesel- und Benzinantrieb zeige im Vergleich von Februar 2018 zu Februar 2017 einen leichten Rückgang von vier Prozent bei gebrauchten und einen deutlichen Rückgang bei neuen Diesel-Pkw von 19 Prozent. Benzin-Gebrauchtwagen sanken um drei, Benzin-Neuzulassungen stiegen um 26 Prozent. Saisonal betrachtet belebt sich der Automobilmarkt vor allem in den Frühlingsmonaten.

Stehen die Fahrzeuge länger beim Händler?

Zentrale Aussage der Studie: Die Werte von Diesel-Gebrauchtwagen haben leicht nachgegeben. Im Vergleich zum Februar 2017 sanken die Werte dreijähriger Diesel-Gebrauchtwagen markenübergreifend um 2,3 Prozentpunkte. Im gleichen Zeitraum sind die der Benziner um 1,5 Prozent gestiegen. Wegen der stark angespannten Diesel-Situation sind regional hohe Abweichungen bei den Gebrauchtwagen-Verkaufspreisen je nach Fabrikat möglich. Die im DAT-Diesel-Barometer dargestellten Werte zeigen den markenübergreifenden Bundesdurchschnitt.

Standzeiten von Diesel-Gebrauchtwagen nicht gestiegen: Den dritten Monat in Folge stehen Diesel-Gebrauchtwagen beim Handel im Schnitt 102 Tage, bevor sie verkauft werden. Benzin-Gebrauchtwagen benötigen 88 Tage.

Weitere Ergebnisse des Barometers:

Endverbraucher sehen Zukunft des Diesels als Antriebsform skeptisch: 68 Prozent der Befragten glauben, dass die Bedeutung des Dieselmotors im Vergleich zum Benzinmotor in Zukunft abnehmen wird. Diese Einstellung ist im Trend seit April 2017 angewachsen und zeigt die deutliche Auswirkung der öffentlichen Diskussion auf die Einstellung der Pkw-Kaufplaner.

Glauben die Befragten an eine Luftverbesserung?

Der Euro-6-Anteil bei verkauften Diesel-Fahrzeugen steigt: Der Anteil von Pkw der Schadstoffklasse Euro-6 innerhalb der verkauften Diesel-Fahrzeuge ist auf 32,6% gestiegen. Dies liegt an der stetigen Durchdringung moderner Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

Die Zweifel an Luftverbesserung durch Fahrverbote sind gestiegen: Auf die Frage: „Glauben Sie, dass ein Diesel-Fahrverbot (Euro 5 und niedriger) zur Verbesserung der Luftqualität in Groß- und Innenstädten führt?“ antworteten 39 Prozent mit „Das hat kaum Einfluss. Andere Faktoren spielen eine größere Rolle“. Vor knapp einem Jahr waren diese noch 34 Prozent. Gesunken ist der Anteil derer, die glauben es werde sich wesentlich oder etwas verbessern.

Ein Drittel der Kaufplaner verschiebt den Autokauf, zwei Drittel nicht: Von allen Befragen zögern 33 Prozent ihren geplanten Autokauf hinaus. Dies vor allem deswegen, um die Entwicklung bei Fahrverboten aber auch die allgemeine Dieselentwicklung abzuwarten. 61 Prozent gaben an, sie werden den Autokauf wie geplant durchführen.

Wollen die Besitzer ihren Diesel verkaufen?

Knapp ein Drittel will den eigenen Diesel loswerden: 29 Prozent der befragten Dieselfahrer wollen den eigenen Pkw schnellstmöglich loswerden oder ersetzen Die Angst vor einem drohenden Wertverlust liegt prozentual knapp über der Angst vor Fahrverboten.

Bereitschaft, sich an technischer Nachrüstung finanziell zu beteiligen, ist gesunken: Seit der letzten Endverbraucherbefragung im Oktober 2017 ist der Anteil der Dieselfahrer, die sich finanziell an einer technischen Nachrüstung beteiligen würden, deutlich von 46 auf 34 Prozent gesunken. Diejenigen, die sich beteiligen würden, sehen den Werterhalt des eigenen Pkw als Hauptgrund, gefolgt von der Hoffnung, das eigene Auto behalten zu können. Die Angst vor Fahrverboten ist auf den dritten Rang gerutscht. Im Oktober lag dies noch auf Rang eins.

Jens Nietzschmann, DAT-Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsleitung: „Wer von dem Leipziger Urteil Klarheit im Umgang mit dem Diesel erhofft hatte, wurde enttäuscht. Die Verbraucher sind nach wie vor skeptisch, was die Zukunft des Diesels betrifft und haben Angst vor Wertverlusten. Ihre Skepsis bezieht sich allerdings auch auf die Verbesserung der Luftqualität durch Fahrverbote. Die verhältnismäßig umfassendsten Lasten der Krise tragen weiterhin die Automobilbetriebe.“

Die Situation der Endverbraucher nach dem Urteil von Leipzig:

  • 1/3 der Kaufplaner verschiebt die Kaufentscheidung

  • Knapp 30% der befragten Dieselfahrer wollen den eigenen Pkw loswerden/ersetzen

  • 1/3 der Dieselfahrer würde sich an einer technischen Nachrüstung finanziell beteiligen

  • Standtage der Diesel-Gebrauchtwagen nicht weiter gestiegen

  • Fahrzeugwerte der Diesel-Gebrauchtwagen erneut leicht gesunken

Die Januar-Ergebnisse des DAT-Diesel-Barometers finden Sie hier. DAT/hjm

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