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Fahrzeugbeschaffung

Bewährte Beschaffungsform: Leasing im Fuhrpark

Das Leasing bleibt wichtig im Fuhrpark. Aber auch Leasinganbieter müssen sich an Trends wie die E-Mobilität und flexible Mobilitätsangebote anpassen.

Inhaltsverzeichnis

Von Bettina Göttler

Der Corona-Lockdown hat überdeutlich gezeigt: Fuhrparks brauchen maßgeschneiderte Lösungen, die Planungssicherheit und Liquidität mit sich bringen. Das bewährte Leasing im Fuhrpark ist eine davon und der Trend zum Leasing hat sich seit März 2020 verstärkt. "Vom Eigentum zur Nutzung" nennt dies Jürgen Petschenka, Commercial Director von Leaseplan Deutschland, und betont: "Leasing ist ein Finanzierungsinstrument, das für Unternehmen jeder Größe Kosten- und Planungssicherheit gibt."

Rückenwind für geleaste E-Mobilität

Unabhängig davon sind sich die Leasing-Anbieter einig: Elektromobilität ist "der große Trend" für Flotten- und Gewerbekunden, so Frank Hägele. Der Leiter des Geschäftsfelds Mobility der Deutschen Leasing meint: "Besonders durch die Verdopplung des Bundesanteils am Umweltbonus als neue Innovationsprämie und durch die zusätzlichen Investitionen in den Ausbau einer modernen Ladesäulen-Infrastruktur wird es hier Rückenwind geben." Die Deutsche Leasing bemerkt schon seit mehreren Monaten eine stärkere Nachfrage nach E-fahrzeugen und Plug-in-Hybriden, unabhängig von der Größe des Fuhrparks.

Plug-in-Hybride sind – sofern sie regelmäßig geladen werden – oft die bessere Wahl im Fuhrpark. Pluspunkt ist die größere Reichweite im Vergleich zu reinen E-Fahrzeugen. Bei weiteren Strecken – ab etwa 50 Kilometern – springt der zusätzliche Verbrennungsmotor ein. Kunden von Athlon Germany interessieren auch deutlich häufiger für das Leasing von Plug-in-Hybriden und sind alternativen Antrieben sehr aufgeschlossen. "Der Bedarf an Beratung ist groß", sagt André Girnus, Geschäftsführer von Athlon. Leasing-Experten beraten jeden Fuhrparkmanager individuell und gehen dabei auf die Ladeinfrastruktur ein. "Ein sehr komplexer Themenbereich", weiß Girnus. „Hier gilt es zu klären, ob und wo eine eigene Ladeinfrastruktur aufgebaut werden soll, welche Kapazitäten benötigt werden und wie die Abrechnung gewünscht wird.“

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Bei der Frage nach der Ladeinfrastruktur kommt es dann tatsächlich doch auf die Größe des Fuhrparks an. Je mehr alternativ angetriebene Fahrzeuge geleast werden, desto aufwendiger das Lademanagement. Übrigens ist nicht nur reines Fahrzeugleasing, sondern auch das Leasing von Ladeprodukten für Fuhrparkmanager eine Überlegung wert, ebenso die Kombination von Tank- und Ladekarten.

Es geht um mehr als nur den Antrieb

Es darf nicht allein Ziel sein, nur möglichst viele E-Fahrzeuge zu leasen. E-Mobilität muss funktionieren. Fast immer muss dafür die Car Policy angepasst werden. Entscheidende Stellschrauben sind:

  • Die Strategie und das (grüne?) Image des Fuhrparks
  • Die TCO (Anschaffung plus Versicherung, Kraftstoff, Steuern, Service, Reifen etc.)
  • Kommunale und städtische Fahrbeschränkungen

Essentiell sind auch menschliche Stellschrauben. Die Dienstwagenfahrer, seine Nachhaltigkeitserwartung und vor allem die Nutzungsprofile entscheiden. "Gemeinsam mit unseren Kunden analysieren wir, ob der Umstieg auf Elektromobilität Sinn macht und welche Modellstrategie optimal ist", versichert Susan Käppeler, Leiterin Vertrieb und Marketing bei Alphabet Fuhrparkmanagement. Bei der Analyse der Nutzungsprofile sowie der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit "werden natürlich alle Antriebsvarianten berücksichtigt."

Individuell leasen

Die meisten Leasingverträge können während der Laufzeit angepasst und entsprechend ergänzt werden. Fuhrparkmanagern kommt dies sehr entgegen, denn sie wollen flexibel sein, weiß Christian Schüssler. Der Commercial Director bei Arval Deutschland nennt Flexibilisierung "ein Thema, das bereits vor der Krise auf großes Interesse gestoßen war und durch die Ereignisse der letzten Wochen und Monate weiter an Fahrt aufgenommen hat: Unternehmen sind mehr denn je auf flexible Lösungen angewiesen, mit denen sie ihre Flotten auch kurzfristig aufstocken oder reduzieren können."

Die wohl flexibelste Lösung ist derzeit das Mobilitätsbudget. Ein solches kombiniert verschiedenste Arten von Mobilität. Der Arbeitgeber stellt seinem Arbeitnehmer dabei ein monatliches Budget zu Verfügung, das für festgelegte Verkehrsmittel eingesetzt werden kann. Eine Standard-Lösung gibt es nicht. Welches Fahrzeug geleast wird, kommt ganz auf die individuelle Situation und die Mitarbeiter des Unternehmens an. Auch die Volkswagen Leasing stellt fest, dass Fuhrparkmanager den klassischen Dienstwagen sinnvoll um weitere Mobilitätsarten ergänzen wollen. "Wir als Volkswagen Financial Services schenken diesen Entwicklungen größte Aufmerksamkeit", versichert Chief Sales Officer Armin Villinger. "Aus diesem Grund haben wir beispielsweise erst kürzlich das Business-Travel-Startup Voya übernommen, um unseren Kunden perspektivisch ein digitales Reisemanagement anbieten zu können. Auch im Bereich Diensträder sind wir aktiv und testen das Bike-Leasing aktuell mit einigen unserer Kunden im Rahmen eines Piloten."

Eine ganzheitliche Betrachtung kommt vielleicht zu dem Ergebnis, dass zwar der – elektrisch angetriebene – Dienstwagen zentrales Element beim Leasing im Fuhrpark ist. Er kann jedoch je nach Lage des Unternehmens sowie dem Nutzerverhalten sinnvoll ergänzt werden. In Großstädten sind etwa Alternativen wie E-Scooter, E-Bikes oder Motorräder interessant.

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