Dem A 200d attestieren die Forecasts-Experten einen Restwert von 50,5 Prozent, sein 4Matic-Bruder mit 150 PS verliert dagegen in zwei Jahren einen Prozentpunkt mehr an Wert.
Foto: Daimler

Restwertprognose Allrad-Pkw

Allradantrieb kein Garant für höheren Restwert

Allradautos sind cool und sicher. Beim Rest müssen sie sich ihren Pendants mit Front- oder Heckantrieb aber oft geschlagen geben.

Inhaltsverzeichnis

Von Ute Kernbach

Autos mit Allradantrieb bieten einen Sicherheitsvorteil – so viel steht fest. Allerdings: ESP und andere Assistenzsysteme bieten dieses Plus an Sicherheit heute auch für Front- und Hecktriebler. Außerdem, so Dieter Fess, Mitinhaber des Prognoseunternehmens Bähr & Fess Forecasts: „Grundsätzlich verursacht der Allradantrieb stets Mehrkosten und zwar bei der Anschaffung und beim Verbrauch, welche durch den Wiederverkauf und der oftmals besseren Versicherungseinstufung naturgemäß nicht mehr amortisierbar sind.“ Heute fahren deshalb sogar viele SUVs ohne Allradantrieb vor.

Was bedeutet das für die Wertstabilität? Laut Bähr & Fess verlieren die für diese Analyse ausgewählten Allradautos in zwei Jahren um bis zu einem Prozentpunkt mehr an Wert als ihre Standard-Pendants. Zwar unterliegen die Restwerte, so die Prognoseexperten, regionalen Schwankungen. So sind in Alpenregionen eher höhere Wiederverkaufspreise für Allradmodelle erzielbar als im norddeutschen Flachland.

In den hier vorliegenden Fällen ziehen die Allradler aber relativ bis auf eine Ausnahme den Kürzeren. Absolut geraten sie hier sogar immer ins Hintertreffen: Weil sie im Anschaffungspreis um bis zu 2.700 Euro (brutto) teurer sind, liegt der absolute Wertverlust der hier berücksichtigten Kompakten und Kombis der (Oberen) Mittelklasse über dem der Front- beziehungsweise Hecktriebler.

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Allradler hinken beim Restwert hinterher

So liegt der Restwert beim kompakten Mercedes A 200d nach zwei Jahren und 80.000 Kilometern bei 50,5 Prozent, die 4Matic-Version ist dagegen nur noch 49,5 Prozent ihres ehemaligen Neupreises wert. Oder in Euro: Der Wertverlust des A 200d mit einem Neupreis von 34.060 Euro beträgt rund 16.860 Euro liegt, der A 200d 4Matic (Neupreis: 36.265 Euro) verliert hingegen mehr als 18.300 Euro. Das bedeutet eine Differenz von 1.450 Euro zu Gunsten der frontgetriebenen A-Klasse.

In der Mittelklasse beim VW Passat Variant ist das nicht anders. Dem Zweiliter-Passat-Variant mit Allradantrieb attestieren die Prognostiker einen Restwert von 39 Prozent, seinem Frontantriebs-Pendant 40 Prozent. Der Wolfsburger Allradler ist rund 2.200 Euro teurer als die 2WD-Variante, demensprechend fällt auch sein Wertverlust um knapp 1.800 Euro höher aus.

Prozentual gleicher Restwert beim BMW 3er

Deutlich weniger klafft die Restwertschere beim Audi A4 Avant und beim BMW 3er Touring auseinander. So attestieren die Experten für den allradgetriebenen A4 Avant nur einen um 0,5 Prozentpunkte schlechteren Restwert als für das zweiradgetriebene Pendant. Beim Münchner 320d Touring mit und ohne Allrad liegen die prozentualen Restwerte mit 47 Prozent sogar gleichauf.

Bei den ausgewählten Kombi-Modellen der Oberen Mittelklasse, also dem Jaguar XF, der Mercedes E-Klasse und dem Volvo V90, sieht die Situation dagegen wieder anders aus: Hier liegen die liegen die prognostizierten Restwerte wieder um einen Prozentpunkt auseinander zugunsten der Fahrzeuge, die von nur einer Achse angetrieben werden.

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