Die Glasschadenreparatur vor Ort kann Fuhrparks eine Menge Zeit und Geld sparen.
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Die Glasschadenreparatur vor Ort kann Fuhrparks eine Menge Zeit und Geld sparen.

Best Practice

Glasschäden: Schnelle Hilfe für den Firmenwagen

Steinschlag in der Windschutzscheibe? Wie Fuhrparkverantwortliche vom Glasschadenservice vor Ort profitieren können.

Glasschäden an der Frontscheibe gehören zu den häufigsten Schadensursachen im Fuhrpark. „Unsere Firmenfahrzeuge sind häufig auf der Autobahn oder auf Baustellen unterwegs. Steinschläge lassen sich dabei kaum vermeiden und passieren relativ häufig“, berichtet Silvio Jäck, Fuhrparkleiter bei Hörmann Vehicle Engineering sowie Verantwortlicher des Gesamtfuhrparks der weltweit aktiven Hörmann-Gruppe. Der Fuhrpark der Gruppe mit ihren rund 30 Tochtergesellschaften besteht aus 478 Pkw, davon 312 Dienstwagen, sowie zusätzlich aus Transportern, Lkws und spezialisierten Baustellenfahrzeuge.

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Steinschlag: Branchenweit rund 20 Prozent aller Schäden

Pro Jahr sind es knapp 50 Scheiben, die in der Hörmann-Flotte repariert oder etwa bei Sprüngen im Sichtbereich ausgetauscht werden müssen. „Bagatellschäden an der Windschutzscheibe sind ein häufiges Schadensbild und machen rund 20 Prozent aller Unfallursachen bei gewerblichen Flotten aus“, bestätigt Friedrich-Ferdinand von Wrede, Gesamtverantwortlicher Schadenmanagement bei der Verti Versicherung.

Kleine Einschläge mit großer Wirkung sind das: Schadenmeldung an die Versicherung, Information der nächstgelegenen Partnerwerkstatt, Bestellung einer Ersatzscheibe, Terminvereinbarung, Zeiten für An- und Rückfahrt, Organisation eines Ersatz-Fahrzeugs … Nicht nur für den Fahrer selbst, auch für den Fuhrparkleiter ist der zeitliche Aufwand für die Behebung eines Glasschadens am Firmenwagen immens. Durchschnittlich beläuft sich der zeitliche Aufwand für eine Glasschaden-Reparatur auf bis zu acht Stunden Arbeitszeit.

Steigende Prämien durch technischen Fortschritt

Dabei ist es nicht nur der reine Zeitaufwand, der in der Summe zu deutlichen Mehrkosten für das Unternehmen führt: Hinzu kommt neben der vereinbarten Selbstbeteiligung für den Halter des Firmenwagens auch das Risiko steigender Prämien für die Flottenversicherung: Kostete der Austausch einer Frontscheibe vor wenigen Jahren noch rund 350 Euro, so belaufen sich diese Kosten mittlerweile auf rund das Doppelte.

„Bedingt durch technologische Neuerungen wie Lichtdämmungs-, Kamera- und Fahrerassistenzsysteme sind die Kosten für einen Scheibenwechsel in den letzten Jahren massiv gestiegen“, sagt Silvio Jäck von der Hörmann-Gruppe. „Mittlerweile verzeichnen wir Kosten in Höhe von rund 600 bis 700 Euro für einen Scheibentausch. Dadurch sind auch die Prämien für die Versicherung unserer Firmenfahrzeuge gestiegen.“

Mobiler Glasservice ohne Werkstattbesuch

Um diese Kosten zu senken und Firmenwagen-Fahrern einen möglichst komfortablen Service zu bieten, setzen immer mehr große und mittelständische Flotten auf mobilen Glasservice. So bietet zum Beispiel Nobleglass aus Kolbermoor seit 1984 deutschlandweit Firmenkunden die Möglichkeit zur Glasschaden-Reparatur vor Ort – „innerhalb von 36 Stunden“, so das Leistungsversprechen des Unternehmens. „Wir bringen die Werkstatt zum Kunden“, schildert Nobleglass-Geschäftsführer Florian Waubke die Idee hinter dem Service. Mittlerweile hat das Unternehmen über 500.000 Scheiben ausgetauscht, zu den Kunden zählen seit 2017 auch die Verti Versicherung und seit 2018 die Hörmann-Gruppe.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Fahrer eines Firmenwagens melden Schäden sowie relevante Daten wie Fahrzeug-Typ, -Modell und -Baujahr eigenständig an Nobleglass und vereinbaren online oder via Hotline einen Wunschtermin. Innerhalb von 36 Stunden kommen die Monteure zum vereinbarten Treffpunkt und reparieren den Schaden vor Ort.

„Durchschnittlich dauert diese Prozedur bei Reparatur nicht länger als 30 Minuten. Selbst ein Austausch der kompletten Frontscheibe dauert bei neuesten, hochmodernen Fahrzeugen, die eine aufwändige Kalibrierung erfordern, höchstens 1,5 Stunden“, berichtet Verti-Schadenmanager von Wrede von seiner Erfahrung mit über 10.000 behobenen Glasschäden. Das Fahrzeug ist danach umgehend wieder voll einsatzfähig.

Silvio Jäck (Hörmann-Gruppe): Bedingt durch technologische Neuerungen wie Lichtdämmungs-, Kamera- und Fahrerassistenzsysteme sind die Kosten für einen Scheibenwechsel in den letzten Jahren massiv gestiegen.“
Friedrich-Ferdinand von Wrede (Verti Versicherung):„Bagatellschäden an der Windschutzscheibe sind ein häufiges Schadensbild und machen rund 20 Prozent aller Unfallursachen bei gewerblichen Flotten aus.“
Florian Waubke (Nobleglass):„Die Idee hinter unserem Service ist einfach: Wir bringen die Werkstatt zum Firmenwagen.“

Deutliche Entlastung, mehr Flexibilität, bessere Planung, geringere Kosten

Um intern auf den Nobleglass-Service hinzuweisen, wird etwa bei der Hörmann-Gruppe in allen Tochtergesellschaften ein Extra-Glasschaden-Flyer verteilt: Dieser wird zusammen mit jedem neuen Dienstwagen überreicht – und bei Pool-Fahrzeugen zu den Fahrzeugdokumenten gelegt. Der Vorteil für Fuhrparkverantwortliche: „Als Flottenmanager muss ich mich bei Glasschäden um nichts mehr kümmern“, sagt Silvio Jäck von Hörmann. „Alle Prozesse laufen automatisch – bis hin zur Abrechnung mit der Versicherung und dem TCO-Reporting.“ Allein die dadurch ersparte Arbeitszeit für das Unternehmen geht laut Jäck „in die Tausende Euro pro Jahr“.

Mehr Flexibilität bei der Reparatur, weniger Koordinationsaufwand für den Fuhrparkverantwortlichen, keine Fahrzeiten zur Werkstatt, kein Ersatzwagen – so lassen sich außerdem die wesentlichen Vorteile des mobilen Glasservices für Flottenmanager zusammenfassen. Außerdem wirken sich das Geschäftsmodell des Vor-Ort-Services und gebündelte Rahmenverträge mit Zulieferern bei Nobleglass auch auf das Preisniveau für die Fuhrparks aus: „Wir haben keine Gebäude und keinen teuren Verwaltungsapparat und sparen dadurch bis zu 30 Prozent der Fixkosten“, rechnet Nobleglass-Geschäftsführer Florian Waubke. „Diesen Vorteil reichen wir gerne an unsere Kunden weiter“.

Reduktion der Glasschadendurchschnittskosten

Auch für Deutschlands zweitgrößten Kfz-Direktversicherer Verti ist die Zusammenarbeit mit Nobleglass lohnend, da dadurch eine deutliche Reduktion der Glasschadendurchschnittskosten erfolgt. Friedrich-Ferdinand von Wrede von der Verti Versicherung sagt zur Kooperation: „Die Verrechnungskosten mit Nobleglass sind im Vergleich zu anderen Partnern deutlich am attraktivsten. Das ist ein zusätzlicher Hebel für Fuhrparkleiter, um die Schadenkosten positiv zu beeinflussen und die Prämien niedrig zu halten.“

Sieben Schritte – so funktioniert der Scheibenaustausch mit Nobleglass:

1. Nach der Schadenmeldung durch den Fahrer via Telefon oder Online-Kontaktformular erstellt der Monteur vor Ort einen Vorschadenbericht mit Foto des Schadens und Angaben zum Firmenwagen wie Modell und Baujahr.
2. Ausbau der Fahrerassistenzsysteme und der äußeren scheibenrelevanten Bauteile.
3. Heraustrennen der Scheibe mittels Polyamid-Schnur beziehungsweise Draht.
4. Herausheben der beschädigten Scheibe durch den „Lil‘ Buddy“ (Ein-Mann-Aus- und Einlegesystem mittels Saugnapf).
5. Setzen einer „Kleberaupe“ zur Befestigung der neuen Frontscheibe.
6. Einsetzen der neuen Frontscheibe und Kalibrierung von Kamera- und Fahrerassistenzsystemen nach Herstellervorgabe.
7. Übergabe an den Kunden, direkte Abrechnung der Selbstbeteiligung mit dem Firmenwagenhalter, Fakturierung mit der Versicherung, Übermittlung von Daten und Performance KPIs an den Fuhrparkverantwortlichen.

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