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Förderung von E-Mobilität

BVF: Umweltbonus für Plug-in-Hybride "dringend überdenken"

Nach der Genehmigung der erhöhten Elektro-Prämie durch die EU bezeichnet der Fuhrparkverband die Förderung von Plug-in-Hybriden als "Mogelpackung".

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Die Umweltprämie wurde durch die Brüsseler Behörden genehmigt. Nun kann die Förderung nach Angaben der Bunderegierung bald starten. Der Bundesverband Fuhrparkmanagement (BVF) kritisiert jedoch, dass auch Hybridfahrzeuge in den Genuss der Prämie kommen, auch wenn sie niedriger ausfällt. Das schreibt der BVF in einer Stellungnahme und bezeichnet diese als "Mogelpackung". Zuvor hatte bereits der BEM Kritik an der Förderung für Plug-in-Hybride geäußert.

BEM gegen Umweltbonus für Plug-in-Hybride

Der Bundesverband E-Mobilität begrüßt den Start des Umweltbonus für E-Autos. Eine Förderung von Plug-in-Hybriden aber hält der Verband für eine "Geldausschüttung für Trittbrettfahrer".
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"Plug-in-Hybride keine typischen Flottenfahrzeuge

Der Fuhrparkverband argumentiert wie folgt: Die Nachfrage nach umweltschonenden Elektrofahrzeugen sollte gestärkt werden, so das Ziel der Bundesregierung. "Das Wort 'umweltschonend' ist meist fett hervorgehoben", sagt BVF-Geschäftsführer Axel Schäfer.

"Die Erfahrung zeigt aber, dass Plug-in-Hybride insbesondere durch falsche Nutzung diesen Anforderungen nicht gerecht werden und damit die Nachfrage nach umweltschonenderen Alternativen wie vollelektrischen Fahrzeugen oder Erdgasfahrzeugen bremsen und kannibalisieren."

Seit für Plug-in-Hybride auch der halbierte Satz des geldwerten Vorteils nutzbar ist, würden die Fahrzeuge von Dienstwagenfahrer vermehrt nachgefragt, schreibt der BVF. Dies geschehe aber um Leidwesen der Entscheider, die unnötige Diskussionen führen müssen. Denn die Unternehmen wollten in der Regel keine Plug-in Hybride anschaffen, weil es keine typischen Flottenfahrzeuge seien.

Förderung von Plug-in-Hybriden "dringend überdenken"

"Unternehmen entscheiden nach Nutzungsart", erklärt der Verband. "Wenn der Nutzungsradius gering ist und viel Kurzstrecke gefahren wird, verliert ein Plug-in-Hybrid gegen ein vollelektrisches Fahrzeug sowohl nach ökologischen wie auch nach betriebswirtschaftlichen Kriterien." Bei häufigen Langstreckeneinsätzen und vermehrtem Einsatz des Verbrenners sei der Kraftstoffverbrauch im Vergleich zum normalen Verbrenner zu hoch, weil die Motoren darauf nicht optimiert sind. Das sei ebenfalls ein Kosten- und ein Umweltthema.

BVF kritisiert verzögerte Erhöhung des Umweltbonus

Die angekündigte Erhöhung der Umweltprämie für den Kauf von E-Autos verzögert sich. Dies erschwere die Umsetzung von E-Mobilität in den Fuhrparks, mahnt der Fuhrparkverband.
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Deshalb fordert der Verband, dass die Aufnahme der Plug-in-Hybride in diese Fördermaßnahme "dringend überdacht wird". Analysen sollten ernst genommen werden, die zeigten, dass diese Fahrzeuge oft von den Nutzern gar nicht aufgeladen würden.

Natürlich könnten leichte Plug-in-Hybride, die für kurze Strecken wie dem täglichen Arbeitsweg genutzt und überwiegend elektrisch betrieben werden, einen positiven Effekt auf die Klimaschutzziele haben, räumt der BVF. "Die Realität sieht allerdings anders aus – und deswegen ist die Prämie unter umweltpolitischen Erwägungen eine fatale Fehlentscheidung", so Schäfer. (cr)

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