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Foto: Clemens Noll-Velten

bfp Fahrtest Mercedes Benz E 400 d T 4matic

Das Raumwunder in der Business-Oberklasse

Die E-Klasse von Mercedes-Benz, besonders das T-Modell, gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Dienstwagen in der Oberklasse. Der familienfreundliche Kombi vom Daimler bietet reichlich Platz, viel Komfort und gute Motoren. Wir waren mit dem E 400 d 4Matic T unterwegs.

Bei Mercedes werden Kombis T-Modelle genannt. 1977 startete auf der damaligen IAA die Erfolgsgeschichte für den ersten offiziellen Kombi des W 123. Der sollte allerdings kein Handwerkerfahrzeug werden, sondern vielmehr ein sportlich-luxuriöses Raumwunder. In Sachen Ladekapazität machte schon das erste T-Modell, dessen Buchstabe T für Tourismus bzw. Transport steht, keine halben Sachen: Bei umgeklappter Rückbank bot er für damalige Verhältnisse satte 879 Liter Ladevolumen und das war nur bis zur Fensterunterkante gemessen. 44 Jahre später testen wir das 2020 frisch geliftete E-Klasse T-Modell mit großem 3,0-Liter-Sechszylinder Diesel und Allradantrieb. Über die Jahre hat das T-Modell sich einen Namen gemacht und steht für familienfreundliches Platzangebot und markentypische Qualität.

Den vorderen Teil der E-Klasse veränderten die Designer 2020 optisch dezent mit einem flacheren und breiteren Grill und schmaleren Scheinwerfern, die serienmäßig nun in Voll-LED-Technik leuchten. Während sich bei der Limousine die Heckansicht geändert hat, fährt das 4,95 Meter lange T-Modell unverändert markentypisch stattlich und elegant vor.

Platz in Hülle und Fülle

Die Mercedes E-Klasse bietet als T-Modell so viel Platz wie kaum ein anderes Auto. Vorne sitzen Fahrer und Beifahrer fürstlich auf sehr gut ausgeformten und vielfach einstellbaren Sitzen. Ausziehbare Oberschenkelauflagen sowie das Sitzkomfort-Paket mit elektrischer Lordosenstützen-Einstellung sind für Vielfahrer zu empfehlen. Die Sitze des „Aktiv-Multikontursitz-Pakets“ (rund 1.300 Euro netto) drücken optional in Kurven die Seitenwangen aktiv gegen den Brustkorb. Sie reagieren auf Querbeschleunigung und stützen so bei flotter Kurvenfahrt.

In unserem Testwagen gab es auch eine Auswahl an Programmen zur Entspannung oder zur Vitalisierung für die Passagiere auf den Vordersitzen. Eine heiße Massage, die frische Brise mit passendem Sound und Verwöhnungsduft aus dem Duftspender im Handschuhfach können nach einem arbeitsreichen Tag die Heimfahrt entspannter machen.

Auf der dreigeteilten Rückbank finden große und kleine Menschen viel Platz. Und gegen Aufpreis gibt es für das T-Modell noch zwei gegen die Fahrtrichtung montierte Sitze im Kofferraum, auf denen Kinder bis 115 Zentimeter Körpergröße zumindest auf kurzen Fahrten mitgenommen werden können.

Die Grundfläche des Kofferraums ist groß, in den Platz hinter den Radkästen lässt sich Kleinkram ablegen. Dank der niedrigen Ladekante lässt sich auch große, schwere Ladung ohne Probleme ins Heck schieben. Die Rückenlehnen der Rücksitzbank bilden umgelegt einen fast ebenen Laderaum. Die Entriegelung geschieht bequem per Hebelchen im Kofferraum. Mit 640 Liter Kofferraumvolumen, die sich auf 1.820 Liter erweitern lassen, mit einer angemessenen Zuladung von bis zu 677 Kilo und immerhin 2,1 Tonnen gebremster Anhängelast, zeigt sich der Mercedes auch freundlich zu Familien, als Elterntaxi für Sportmannschaften oder als Zugpferd für aufwendige Hobbys, die einen Anhänger bedürfen.

Der Arbeitsplatz des Fahrers, hinter dem griffigen Volant mit dem kleinen Pralltopf und das komplette Interieur, ist mit viel Liebe verarbeitet und lädt zum Wohlfühlen ein. Für das Infotainment sorgt die neueste Generation des Multimediasystems MBUX. Serienmäßig kommt die E-Klasse mit volldigitalen Instrumenten und zwei 10,25-Zoll-Monitoren. Im MBUX-Highend-Paket für rund 1.800 Euro (netto) wachsen sie auf 12,3 Zoll an. Die Schalter und Bedieneinheiten am Lenkrad, in der Mittelkonsole und der Touchscreen des großen Monitors sind intuitiv bedienbar, alles sitzt am richtigen Platz.

Zahlreiche Assistenten unterstützen den Fahrer und nehmen Risiken ab

Vom serienmäßigen Notbrems-Assistenten, der sogar nachts sehr gut funktioniert, bis zum Querverkehrswarner, der jetzt auch beim Abbiegen über die Gegenfahrbahn assistiert ist die E-Klasse schon gut grundversorgt. Besonders das Update bei der Einparkhilfe gefällt. Das große Paket mit 360-Grad-Kamera zeichnet jetzt einen virtuellen „Schutzschild“ ums Auto. Er bekommt „Dellen“ und verändert die Farbe, wo wir uns einem Hindernis nähern. Das hilft tatsächlich beim exakten Einschätzen der Parklücke. 

Eine Reihe weiterer Unterstützungssysteme kann optional im Fahrassistenz-Paket hinzu bestellt werden. Dazu gehört der Aktive Geschwindigkeitslimit-Assistent, der mithilfe von Kartendaten als auch vom Verkehrszeichen-Assistent auf Änderungen der Geschwindigkeitsbegrenzung reagiert. Eine streckenbasierte Geschwindigkeitsanpassung vor Kurven, Kreisverkehren, Mautstellen, T-Kreuzungen sowie vor dem Abbiegen/Abfahren von Autobahnen/ Schnellstraßen gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Schaltet der Fahrer den Aktiven Abstands-Assistent Distronic mit streckenbasierter Geschwindigkeitsanpassung ein, kann die E-Klasse jetzt sogar auf Daten von Live Traffic Information reagieren. Im Autobahn-Stau kann der Aktive Stau-Assistent bei erkannten Spurmarkierungen die Aufgabe der Spur- und Abstandshaltung bis ca. 60 km/h weitgehend und mit hoher Verfügbarkeit übernehmen. Bis zu einer Minute nach Stillstand kann das Fahrzeug automatisch wieder anfahren. Der Aktive Lenk-Assistent kann den Fahrer auf mehrspurigen Straßen mit der Rettungsgassenfunktion unterstützen, die das Fahrzeug zu einer außermittigen Spurführung veranlasst. Auf Autobahnen orientiert sich das Fahrzeug dabei unter 60 km/h schwarmartig an umgebenden Fahrzeugen sowie erkannten Spurmarkierungen. Werden keine erkannt, orientiert sich die E-Klasse wie bisher am Vorausfahrzeug.

Komfortabler Gleiter mit viel Power

Der neue 330 PS starke 3,0-Liter-Diesel Reihensechser, im Mercedes E 400 d T-Modell, präsentiert sich laufruhig. 700 Newtonmeter Maximaldrehmoment stehen bereits bei 1.200 Touren bereit und  schieben unseren mehr als zwei Tonnen schweren Kombi aus jeder Situation souverän nach vorne. Stoischer Geradeauslauf und narrensicheres Kurvenverhalten wären hier als zwei der wichtigsten positiven Eigenschaften zu nennen. Die Lenkung ist sehr präzise. Damit lässt sich der E 400 d 4Matic T souverän durch Kurven dirigieren. Der Allradantrieb vermittelt zudem auf allen Untergründen ein besonderes Sicherheitsgefühl. Die sanften Fahrstufenwechsel der Neungang-Automatik sind kaum zu spüren. Für den Zwischenspurt reicht meist der aktuell eingelegte Gang. 

Der E 400 d T hält auch bei hohen Autobahngeschwindigkeiten Abroll- und Windgeräusche gleichermaßen souverän von den Insassen fern. Die optionale Luftfederung, mit adaptiven Dämpfern (1.400 Euro netto), die in unserem Testwagen verbaut war, ist zu empfehlen. Damit gleitet der E 400 d 4Matic T sanft über jeden noch so schlechten Untergrund, auch bei voller Beladung.

Standardmäßig verfügt die E-Klasse nur über einen 50-Liter-Tank, optional gibt es ein 66 Liter fassendes Reservoir. Wir hatten einen guten Testverbrauch im Schnitt von 7,3 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Fuhrparkmanager müssen mit 66 Cent pro Kilometer an Betriebskosten rechnen.

Alles hat seinen Preis

Schon die Basisversion der E-Klasse kostet einen stattlichen Preis: Rund 40.000 Euro (netto) muss man für das T-Modell als E 200 d mit 160-PS-Diesel ausgeben für den E 400 d 4Matic T sind mindestens 55.000 (netto) Euro fällig. Fast 76.000 Euro (netto) stehen auf dem Preisschild unseres Testwagens. Assistenzpaket Plus (2.268 Euro, netto), Park-Paket mit 360-Grad-Kamera (1.400 Euro, netto), Aktiv-Multikontursitz-Paket (1.300 Euro, netto), Luftfahrwerk (1.400 Euro, netto) und Matrix-LED-Scheinwerfer (1.500 Euro, netto) und weitere Schmankerl treiben den Preis am stärksten nach oben. Wer sich beherrschen kann und auf das ein oder andere Extra verzichten kann, schafft es, für rund  70.000 Euro (netto) einen schönen E 400 d 4Matic zu konfigurieren. Dennoch: Ein Schnäppchen war und wird die E-Klasse nie, genauso wenig wie die direkten Mitbewerber von BMW und Audi.

Fazit zum Mercedes E 400 d T-Modell

Die größte Konkurrenz für den E 400 d versteckt sich im Konfigurationsassistenten der E-Klasse selbst. Dort steht der Plug-in-Hybrid E 300 de 4matic. Der Kombi mit 306 PS Systemleistung und 700 Nm Drehmoment fährt zwar nicht ganz so flott, kostet aber „nur“ rund 50.000 Euro (netto). Außerdem wird er als von außen aufladbarer Hybrid mit bis zu 52 Kilometern rein elektrischer Reichweite mit Elektrobonus gefördert. Als privat genutzter Dienstwagen muss er zudem nur mit der Hälfte des normalen Satzes versteuert werden. Wenn Emotion den kühlen Rechner schlagen soll, dann ist der von uns getestete E400 d T 4matic die richtige Wahl.

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Die Mercedes E-Klasse bietet als T-Modell so viel Platz wie kaum ein anderes Auto. Vorne sitzen Fahrer und Beifahrer fürstlich auf sehr gut ausgeformten und vielfach einstellbaren Sitzen.
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Das große Widescreen-Display bringt viel Modernität ins Auto und bildet einen interessanten Kontrast zu Leder, Holz und Chrom.
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Das E-Klasse T-Modell bietet 640 bis 1.820 Liter Kofferraumvolumen und gehört damit zu den größten Kombis im Segment
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Besonders das Update bei der Einparkhilfe gefällt. Das große Paket mit 360-Grad-Kamera zeichnet jetzt einen virtuellen „Schutzschild“ ums Auto. Er bekommt „Dellen“ und verändert die Farbe, wo wir uns einem Hindernis nähern. Das hilft tatsächlich beim exakten Einschätzen der Parklücke. 
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Über die Jahre hat das T-Modell sich einen Namen gemacht und steht für familienfreundliches Platzangebot und markentypische Qualität.
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Während sich bei der Limousine die Heckansicht mit dem Facelift 2020 geändert hat, fährt das 4,95 Meter lange T-Modell unverändert markentypisch stattlich und elegant vor.

Betriebskosten TCO Mercedes-Benz E 400d T 4matic

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