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Erfolgsfaktor Autositz

Gute Sitze, fitte Mitarbeiter

Die Ausstattung der Dienstwagen mit guten Sitzen trägt entscheidend zum Unternehmenserfolg bei. Die Fahrer sind konzentrierter, fitter und motivierter.

Inhaltsverzeichnis

Von Sabine Neumann

Das Thema Gesundheit spielt im Alltag eines Fuhrparkmanagers eher unter dem Aspekt der Arbeitssicherheit eine Rolle. Die Pflicht, auf die körperliche und geistige Eignung eines Fahrers zu achten, um ein Fahrzeug zu führen, gehört ebenso dazu wie die Vorschriften der Unfallverhütung (UVV) zu vermitteln. Die UVV fordert aber auch, dass Mitarbeiter in den Fahrzeugen gegen "Gefahren für Leben und Gesundheit" geschützt sein sollen.

Geringeres Fuhrparkrisiko

Gefahren für die Gesundheit? Sollen Fuhrparkmanager auch noch in die medizinische Beratung einsteigen? Was sich auf den ersten Blick nach einer weiteren Pflicht anhört, ist eine enorme Chance. Mitarbeiter, die fit sind, tragen nicht nur durch mehr Präsenz und eine höhere Motivation zum Unternehmenserfolg bei. Sie bewahren auch vor so manchem Risiko. So hat ein Autofahrer, der geistig und körperlich fit ist, genügend Leistungsreserven, um in kritischen Verkehrssituationen schnell und richtig zu reagieren. Sprich, die Unfallquote sinkt und damit der hohe Aufwand rund um das Schadenmanagement.

Je nach Stellenbeschreibung sind Fuhrparkmanager auch für die Auslastung der Flotte und den reibungslosen Ablauf der Touren verantwortlich. Jede Krankmeldung kann die beste Planung schnell durcheinander bringen, zieht möglicherweise verärgerte Kunden nach sich oder gar den Entzug eines Auftrages. Ein Verlust an Wertschöpfung für das Unternehmen, für den dann auch die Fuhrparkabteilung zur Rechenschaft gezogen werden kann.

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Schnittstelle zwischen Mensch und Fahrzeug

Szenarien, die Fuhrparkmanager unter anderem mit der richtigen Wahl des Sitzes entschärfen können. Er ist die einzige und damit entscheidende Schnittstelle, die der Mensch tatsächlich zum Fahrzeug hat. Er trägt maßgeblich dazu bei, den Nutzer vor den nicht unerheblichen Belastungen des Sitzens zu bewahren.

Allerdings gewährleistet nur eine gute, stabile Verbindung mit dem Sitz, die Reaktionen des Wagens wahrzunehmen und darauf reagieren zu können. Gleichzeitig sorgt sie bei einem Unfall für guten Schutz. Je besser sich das Gestühl an den Menschen anpassen lässt, desto mehr Komfort und Entlastung bietet es.

Orientierung bei der Wahl der Ausstattung des Arbeitsplatzes Auto bietet das AGR-Prüfsiegel der Aktion Gesunder Rücken e.V., einem unabhängigen Verein zur Bewertung von Alltagsgegenständen hinsichtlich ihrer Ergonomie. Sie fordern für den Platz hinter dem Lenkrad folgende Kriterien:

  • Wirbelsäulengerechte, feste Grundstruktur
  • Ausreichende Bemaßung (Rückenhöhe, Kopfstütze, Sitzfläche)
  • Sitzhöheneinstellung
  • Sitzneigungseinstellung
  • Sitzlängsverstellung
  • Sitzflächentiefeneinstellung
  • Kopfstütze optimal einstellbar
  • 4-Wege-Lordosenstütze

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Ergonomie-Sitze als Option oder in Serie

Diese Kriterien haben einige Hersteller bei der Sitz-Entwicklung berücksichtigt und stellen diese zumindest optional zur Wahl. So lässt sich mit nur 328 Euro Invest (alle Preise netto) der Opel Astra mit einem Fahrer-AGR-Sitz ausstatten. In den Ausstattungsversionen GS Line und Elegance ist das rückenfreundliche Polster ab Werk verbaut. 70 Prozent aller Astra sind damit bestückt. In einem ähnlichen Bereich liegt die Verbauquote bei Insignia, Mokka X und Zafira. Sogar 78 Prozent sind es im Grandland X.

Unter dem Dach des PSA-Konzerns profitieren auch Peugeot- beziehungsweise DS-Kunden von Opels-Aktivitäten. So gehört der AGR-Sitz beim DS7 Crossback zur Serienausstattung in den Business Modellen. In den Modellen 3008, 5008, 508 und 508 SW liegt die Nachfrage zwischen zwölf und 33 Prozent.

Auch bei Ford erfreut sich dieses Extra im Focus (420 Euro) in Funktions- und User-Chooser-Flotten steigender Beliebtheit. Aktuell erweitert der Kölner Hersteller gerade die Verfügbarkeit der Ergonomie-Sitze auf weitere flottenrelevante Pkw-Modelle: für die Baureihen S-MAX und Galaxy ist diese Option bereits bestellbar (jeweils für die Ausstattungslinien Trend und Titanium/315 Euro), der Mondeo soll in Kürze folgen. Für die Business Edition werden die Ergonomie-Sitze künftig zum serienmäßigen Lieferumfang gehören.

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Besonders hoch ist die Nachfrage nach diesen Sitzen bei Mercedes. Bei den Volumenmodellen C- und E-Klasse liegt die Einbauquote jeweils bei mehr als 90 Prozent. Bei den Kompaktmodellen entscheidet sich mehr als jeder zweite Käufer für AGR-zertifizierte Sitze.

Eine sanfte Massage gehört bei den Ergo-Aktiv-Sitzen (550 Euro auf der Fahrerseite) von Volkswagen bereits zum Lieferumfang. In der Kompaktklasse (Golf, Golf Variant, Golf Sportsvan, Touran, Tiguan) entscheiden sich zwischen sieben und 30 Prozent der Kunden für diese Sonderausstattung. Bei typischen Vielfahrerautos der Mittelklasse (Passat, Passat Variant) sind die AGR-Sitze ab der Ausstattungslinie "Business" serienmäßig, beim Arteon bereits in der Grundausstattung enthalten.

Auf die richtige Einstellung kommt es an

Die guten Eigenschaften eines Sitzes zeigen jedoch nur mit der richtigen Einstellung Wirkung. Dazu bewährt sich der Test, das Brems- oder Gaspedal komplett durchzudrücken. Bleibt das Knie dabei leicht gebeugt und das Becken auf beiden Seiten komplett an der Rückenlehne, ist der Sitz in der richtigen Position. Um auch die Schultern zu entlasten, sollte die Lehne so steil stehen, dass bei vollständigem Kontakt der Schultern mit ausgestreckten Armen die Handgelenke auf das Lenkrad gelegt werden können. Mit der Höhen- und Längenverstellung des Lenkrades kann diese Position optimiert werden. Und schon sind Vielfahrer nicht nur gesund, sondern auch sicher unterwegs.

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