Tesla Model 3 aus dem Dechra-Fuhrpark: Elektroautos auch für den Außendienst geeignet.
Foto: Tobias Tietje - Dechra Veterinary DACH
Tesla Model 3 aus dem Dechra-Fuhrpark: Elektroautos auch für den Außendienst geeignet.

Inhaltsverzeichnis

Best Practice auf dem bfp FORUM 2023

E-Mobilität: Das Mindset macht´s

Was braucht es zur erfolgreichen Einführung von E-Mobilität im Fuhrpark? Vor allem die richtige Einstellung, findet Tobias Tietje von Dechra.

Vor drei Jahren war es so weit. Im Dezember 2020 wechselte Tobias Tietje, Mitglied des Management-Teams bei Dechra Veterinary DACH, im Key Account Management verantwortlich für Corporate-Kunden und damals neu im Unternehmen, auf einen rein elektrischen Dienstwagen. Für Tietje aber kein singulärer Fahrzeugwechsel, sondern der generelle Start in die Elektromobilität des Unternehmens.

Aus 49 zugeordneten Außendienst-Fahrzeugen besteht der Fuhrpark des global forschenden, produzierenden und vermarktenden Unternehmens für tiermedizinische Produkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Derzeit fahren sechs davon rein elektrisch. Nach Tietjes Vorstellung, der seine Erfahrungen mit der E-Mobilität im Rahmen eines Best Practices auch auf dem bfp FORUM 2023 in Mainz teilt, wird der Dechra-Fuhrpark künftig rein elektrisch unterwegs sein. Weshalb auch er selbst mit gutem Beispiel vorangehen wollte.

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Nachhaltig von der E-Mobilität überzeugen

„Ich war im Jahr 2020 Modellprojekt Nummer eins“, sagt Tobias Tietje, Fahrer eines Tesla Model 3, rückblickend. Er habe erstens Lust gehabt auf ein Elektroauto. Und habe außerdem schon vor drei Jahren zeigen wollen, dass die Elektromobilität praxistauglich sei und dass man mit ihr viel Geld und klimaschädliche CO2-Emissionen einsparen könne.

Modellprojekt Nummer eins heißt natürlich vor allem: Bei einem Elektroauto sollte es nicht bleiben. „Und da stehen wir auch als kleiner Fuhrpark vor den gleichen Herausforderungen wie alle anderen Unternehmen auch“, sagt Tietje: „Der Veränderung des Mindsets der Dienstwagen-Fahrerinnen und -Fahrer.“ Auch wenn es – zum Teil große – Unternehmen gibt, die die E-Mobilität par ordre du mufti quasi anordnen und ab einem bestimmten Stichtag nur noch Elektroautos als Dienstwagen zulassen – diesen Weg geht Dechra nicht. Tobis Tietje führt die Elektromobilität lieber sanft ein und versucht nachhaltig von der neuen Antriebsform zu überzeugen.

Detaillierte Verbrauchsvergleiche zwischen Stromer und Diesel

Was also machte Tietje? Er legte ein ganzes Info-Programm auf, um über die Elektromobilität aufzuklären. Zum Beispiel mit individuellen Erfahrungsberichten rund um das Fahrzeug und die Fahr- und Ladeindrücke. „Das ging schon mit der Übernahme los“, erinnert sich Tobias Tietje. „Die unterscheidet sich bei Tesla ja etwas von der bei anderen Herstellern.“ Es ging aber auch um die Ladeprozesse und die praktischen Reichweiten, typische Angstthemen rund um die E-Mobilität. Auf rund 120.000 Kilometer rein elektrische Fahrerfahrung kommt der Dechra-Manager mittlerweile: „Da kann ich einiges aus dem elektrischen Nähkästchen erzählen.“

Zumal er mit jedem Kilometer Fahrt auch seine individuelle Datenbasis ausbauen konnte. Denn Tietje berichtet nicht nur von seinen qualitativen Fahrerfahrungen, sondern unterfüttert die auch mit harten Fakten. „Insgesamt komme ich derzeit auf 18 kWh Stromverbrauch je 100 Kilometer“, berichtet er aus seiner Praxis. Eine gute Basis für einen Kostenvergleich mit herkömmlichen Dieseln sei das, findet er. Und das Ergebnis? „Bereits vor der Explosion der Diesel-Preise lag mein Tesla im Vergleich mit einem sparsamen Diesel rund ein Drittel im Vorteil“, berichtet Tietje. Und da ging es allein um die Kraftstoffkosten und noch nicht um die generellen TCO.

Diese und andere Fakten kommuniziert Tobias Tietje nicht nur digital im Intranet oder per Mail, sondern zum Beispiel auch auf Vertriebstagungen. Und garniert sie auch mit unterhaltsamen Anekdoten rund um die E-Mobilität, die zudem auch Aufklärungscharakter besitzen: „Mein Ziel ist es, dem Halbwissen rund um die E-Mobilität entgegenzuwirken.“ Dabei will er außerdem nicht nur mit gutem Beispiel vorangehen, indem er überhaupt auf ein Elektroauto umgestiegen ist. Sondern auch darüber hinaus zum Nachdenken anregen: „Ich habe mich bewusst für ein Mittelklasse-Auto entschieden“, sagt Tietje. „Es geht ja schließlich nicht nur um den Antrieb, sondern um den kompletten Ressourcen-Verbrauch eines Automobils.“ Und da reiche anstelle eines SUVs oder Oberklasse-Fahrzeugs eben auch einfach eine kleinere Limousine, so Tietjes Gedanke.

E-Mobilität ist Unternehmensentscheidung

Und die Reaktionen auf all diese Maßnahmen? „Die gesamte Pro- und Contra-Bandbreite, besonders zu Beginn des Projektes“, konstatiert Tietje. „Viele reagierten sehr offen und positiv auf das Thema, einige wenige sagten: ‚Das ist der Tesla-Tobi, der will uns nur sein Hobby schmackhaft machen.‘“ Letztlich gehe es aber nicht um die privaten Vorlieben der Beschäftigten, unterstreicht Tietje, sondern um einen Transformationsprozess, der im Unternehmen verstanden und mitgetragen werden sollte.

„Wir als Unternehmen haben die Verantwortung, Entscheidungen zu treffen, die unsere Geschäftstätigkeit in Zukunft sicherstellen“, sagt Tietje nicht nur, aber auch mit Blick auf künftige Nachhaltigkeitsberichtspflichten. Dechra setzt daher weiterhin in erster Linie auf die weiche Sensibilisierung und die Wissensvermittlung rund um Energie- und Nachhaltigkeitsthemen und damit auch rund um die E-Mobilität.

Auf diesem Wege sollen, wenn es nach Dechra und Tobias Tietje geht, aus den bislang sechs Elektroautos mittelfristig deutlich mehr werden. Dafür hat Tietje aber noch ein weiteres Bonbon parat: das testweise praktische Erleben der E-Mobilität. „Wer sich für ein Elektroauto interessiert, dem stellen wir für einige Tage auch ein gemietetes E-Auto vor die Tür oder ich tausche mein Fahrzeug mit den Kolleginnen oder Kollegen“, erklärt Tietje. „So können die Fahrerinnen und Fahrer selbst erfahren, wie die E-Mobilität funktioniert und welche Verhaltensanpassungen erforderlich sind oder eben auch nicht.“

E-Autos bei Dechra auch für den Außendienst geeignet

In der Regel passen die Elektroautos in die Fahrprofile der Dechra-Dienstwagenberechtigten. Denn dass bislang nur sechs der 49 Fahrzeuge elektrisch fahren, liege vor allem an den noch laufenden und aufgrund geringerer Fahrleistungen während der Corona-Pandemie verlängerten Leasing-Verträgen.

Auch der Außendienst und die E-Mobilität seien kein Gegensatz, so Tietje. Die Touren im Dechra-Außendienst-Team liegen je nach Aufgaben- und Einsatzgebiet 150 bis 400 Kilometern am Tag. Selbst die längeren Strecken seien mit wettbewerbsfähigen Elektroautos problemlos zu absolvieren, findet Tietje: „Das sind Strecken, auf denen man sowieso mal eine kleine Pause einplanen sollte und auf denen man in der Regel immer eine Schnellladesäule findet.“

Dass es natürlich nicht nur ein positives Mindset braucht, um die E-Mobilität im Unternehmen erfolgreich einzuführen, weiß natürlich auch Tobis Tietje. Sondern auch einer entsprechenden Vorplanung und geeigneter Hardware. Deshalb spendiert Dechra jeder Dienstwagenfahrerin und jedem Dienstwagenfahrer eine Wallbox zum Laden zuhause, sobald sie oder er sich für ein Elektroauto entscheidet.

Über Dechra:

  • Dechra Veterinary Products Deutschland GmbH, Sitz Aulendorf (Baden-Württemberg)
  • Teil des Dechra-Konzerns mit Hauptsitz in Großbritannien
  • Globales Betätigungsfeld: Forschung, Produktion und Vermarktung im Bereich tiermedizinischer Produkte
  • Zielgruppe: Tierärztinnen/Tierärzte
  • Welt zirka 2.000 Beschäftigte, im DACH-Gebiet rund 140 Beschäftigte
  • Globaler Konzernumsatz rund 1 Milliarde Euro pro Jahr, davon im DACH-Gebiet rund 100 Millionen Euro
  • Hauptmärkte: EU, Großbritannien, USA
  • Im DACH-Gebiet 49 persönlich zugeordnete Außendienst-Fahrzeuge, davon derzeit sechs Elektrofahrzeuge
  • Marken im Fuhrpark: unter anderem Audi, Tesla und VW

Tobias Tietje auf dem bfp FORUM 2023

Sie möchten sich direkt mit Tobias Tietje rund um die E-Mobilität im Fuhrpark austauschen? Dann besuchen Sie das bfp FORUM am 17. und 18. Oktober in Mainz. Erleben Sie Tobias Tietje live am 17. Oktober um 14:30 Uhr bei seinem Best Practice „Unsere Car-Policy sagt Diesel! Die Geschichte einer Transformation und warum E-Cars für Unternehmen einfach Sinn machen.“ und erfahren Sie weitere Details zum Einsatz von Elektroautos in einem Fuhrpark mit Außendienst-Fokus. Neugierig geworden? Dann gleich Ticket sichern unter bfpforum.de!

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