Foto: Christian Frederik Merten - bfp

Branchengespräch

"Stellen uns komplett neu auf"

Neue SUV-Modelle, viel Hybrid – es tut sich viel bei Ford. Gewerbekundenchefin Claudia Vogt im Gespräch mit bfp fuhrpark & management.

Inhaltsverzeichnis

In den nächsten Monaten renoviert Ford seine SUV-Palette komplett. Der Kuga kommt in dritter Generation, darunter ergänzt der Puma als kompaktes sportliches Crossover das Programm, am oberen Ende kehrt der Explorer nach Europa zurück. Allen Baureihen gemein ist ein breites Antriebsprogramm, in dem verschiedene Hybrid-Formen eine wichtige Rolle spielen. Wie wichtig die neuen SUVs für Flotten- und Gewerbekunden sind, erklärt Claudia Vogt, Director Fleet and Remarketing Operations bei Ford Deutschland, im Gespräch mit bfp fuhrpark & management.

bfp: Frau Vogt, was sind die aktuellen Highlights des Ford-Flotten- und Gewerbekundengeschäfts?

Claudia Vogt: Die Automobilhersteller insgesamt schauen auf ein erfolgreiches erstes Flottenhalbjahr 2019 zurück. Mit einem Zulassungsplus von über zehn Prozent ist der relevante Flottenmarkt weiter ein wichtiger Treiber des Automobilgeschäfts in Deutschland. Auch wir von Ford profitieren von dieser Entwicklung und steuern auf ein neues Rekord-Flottenjahr zu. Besonders freuen wir uns darüber, dass wir in diesem Jahr mit über 14 Prozent sogar deutlich stärker als der Markt gewachsen sind und unseren Marktanteil spürbar ausbauen konnten.

Professionalisierung der Kundenbetreuung

bfp: Welchen Einfluss hat die Kundenbetreuung auf diese Entwicklung?

C. Vogt: Eine gute Kundenbetreuung ist eine wesentliche Voraussetzung für diesen Erfolg. Deshalb legen wir sehr großen Wert auf die Professionalisierung unserer Handelspartner. Zum Beispiel schulen und qualifizieren wir unsere Händler – und in diesem Zusammenhang vor allem unsere Gewerbepartner - regelmäßig, da sie in erster Linie für das Geschäft mit Gewerbetreibenden und kleinen Flotten mit bis zu 50 Fahrzeugen verantwortlich sind. Parallel erhalten sie für dieses Geschäft regelmäßige Unterstützung durch unseren Außendienst und durch zielgruppenorientiertes Marketingmaterial.

bfp: Und bei den größeren Fuhrparks?

C. Vogt: Das Geschäft mit Fuhrparks mit mehr als 50 Fahrzeugen wickeln ebenfalls unsere Händler ab, hier unterstützen unsere Außendienstmitarbeiter bei der Fahrzeug- und Dienstleistungswahl aber parallel beim Kunden operativ vor Ort. Die Erstgespräche beziehungsweise die Kontaktaufnahme übernehmen unsere Außendienstler oft allein. Sobald sich der Kunde entschieden hat, mit wie vielen und welchen Händlern er das Geschäft abwickeln möchte, werden die entsprechenden Partner hinzugezogen.

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Ford-Gewerbewochen im Oktober

bfp: In welchen Punkten beraten Sie Ihre Kunden genau?

C. Vogt: Wir gehen deutlich über die Fahrzeug-Produktinformationen sowie über Leasing- und Finanzierungsmodelle hinaus: Ab dem nächstem Jahr statten wir alle Baureihen mit einem Modem aus, was ganz neue, innovative Schritte beim Fuhrparkcontrolling ermöglicht. Immer wichtiger bei der Fuhrparkberatung wird dabei natürlich das Thema alternative Antriebe, vor allem also Mild-, Voll- und Plug-in-Hybridautos oder Elektrofahrzeuge, bei denen sich Ford jetzt sehr breit aufstellt. Hier besteht bei vielen Fuhrparks großer Informationsbedarf bezüglich der Einsatzmöglichkeiten und der Effizienz. Hier geht es um wirklich maßgeschneiderte Lösungen, denn nicht für jeden Kunden ist zum Beispiel ein vollelektrisches Auto geeignet.

bfp: Welche speziellen Angebote für Flotten- und Gewerbekunden haben Sie in nächster Zeit geplant?

C. Vogt: Wir werden, um nur ein Beispiel zu nennen, unseren erfolgreichen Klassiker, die Ford-Gewerbewochen, mit attraktiven Finanzierungs- und Leasingangeboten für ausgewählte Pkw- und Nutzfahrzeugmodelle auch diesen Oktober weiterführen. Zielgruppe sind – wie bereits in den vergangenen Jahren – vor allem Kleingewerbekunden und die Betreiber mittelgroßer Flotten.

"Focus Active funktioniert bei User-Choosern sehr gut"

bfp: Wie zufrieden sind Sie im Flotten- und Gewerbekundenmarkt mit der Resonanz auf den neuen Focus?

C. Vogt: Der neue Ford Focus ist ein voller Erfolg. Im bisherigen Jahresverlauf haben wir das Auftragseingangsniveau im Vorjahresvergleich verdreifacht, und das, obwohl wir uns mit dem Vorgängermodell im vergangenen Jahr ebenfalls noch sehr gut entwickeln konnten. Gerade der Ford Focus Turnier überzeugt mit seinem nochmals gestiegenen Platzangebot und ist so eine attraktive Alternative auch für die Kunden, die eigentlich die Anschaffung eines Oberklassefahrzeugs geplant hatten.

bfp: Welche Rolle spielt der Focus Active in Ihrem Flottengeschäft?

C. Vogt: Bei den klassischen Serviceflotten eine untergeordnete Rolle. In diesem Segment spielen die Total Cost of Ownership eine sehr wichtige Rolle, da rechnen die Kunden mit spitzem Bleistift und kommen meistens zu dem Ergebnis, dass sie für rein optische Aufwertungen kein zusätzliches Geld ausgeben wollen. Anders sieht es bei den User-Choosern aus: Da funktioniert der Ford Focus Active sehr gut und ist eine sehr attraktive Wahl für alle Fuhrparks, deren Car Policies SUVs ausschließen.

bfp: Stichwort Mittelklasse: Welche Zukunft hat der Ford Mondeo?

C. Vogt: Wir haben den Mondeo unlängst in wesentlichen Aspekten erneuert und werden noch diesen September S-Max und Galaxy überarbeiten. So sind für alle drei Baureihen Ergonomiesitze verfügbar, die von der unabhängigen „Arbeitsgemeinschaft Gesunder Rücken“ getestet und zertifiziert wurden. Der Mondeo Hybrid ist seit der Überarbeitung auch als Hybrid-Turnier zu haben. Diese Investitionen zeigen deutlich, dass auch größere Autos bei Ford eine Zukunft haben.

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Verschiedene Arten der Elektrifizierung

bfp: Viel Zukunft haben bei Ford auch SUVs. Da erneuern Sie zur IAA Ihre gesamte Palette und bieten neben Dieseln und Benzinern auch zahlreiche alternative Antriebe an.

C. Vogt: Sowohl im SUV-Segment als auch bei den alternativen Antrieben stellen wir uns komplett neu und auch sehr breit auf. Ich denke, mit unseren Mild-, Voll- und Plug-in-Hybriden treffen wir genau den Zeitgeist vieler Fuhrparks. Denn viele Unternehmen wollen aus Kosten-, Reichweiten- und Infrastrukturgründen heute noch keine vollelektrischen Fahrzeuge. Deshalb haben wir uns entschieden, innerhalb unserer Baureihen unterschiedliche Arten der Elektrifizierung anzubieten.

bfp: Was bedeutet das für die Antriebspalette Ihrer neuen SUVs Puma, Kuga und Explorer konkret?

C. Vogt: Wir bieten den neuen Ford Puma – ein Crossover-Fahrzeug im SUV-Stil, das Anfang des nächsten Jahres auf den Markt kommt –, auch als Benziner mit 48-Volt-Mild-Hybrid-Technologie an. Bei der neuen Ford-Kuga-Generation, die Markteinführung ist ebenfalls für das kommende Frühjahr vorgesehen, wird der Mild-Hybrid mit einem Diesel kombiniert. Darüber hinaus wird es den Kuga auch in einer Benziner-Variante mit einem Voll- und mit einem Plug-in-Hybrid-Antrieb geben. Und als Dritter im Bunde bieten wir den Ford Explorer, er kommt noch in diesem Jahr auf den Markt, in Europa ausschließlich als Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 331 Kilowatt – das sind 450 PS – an. Der Explorer ist ein vollwertiges SUV mit sieben Sitzen, einer rein elektrischen Reichweite von rund 40 Kilometern und 2,5 Tonnen Anhängelast.

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Plug-in-Hybrid im Ford Custom

bfp: Einen Plug-in-Hybrid bieten Sie aber auch für Ihren Transporter Transit Custom an.

C. Vogt: Die Plug-in-Hybrid-Version des Transit Custom sowie des achtsitzigen Tourneo Custom ist eine einmalige Lösung in seinem Segment. Der 1,0-Liter-Ecoboost-Benziner dient ausschließlich als Range Extender, denn das Auto wird stets vom Elektromotor angetrieben. Der Benziner dient also zum Laden der Batterie. So kommt das Fahrzeug auf eine Reichweite von rund 500 Kilometern. Ein Highlight in diesem Zusammenhang ist auch unser Geofencing-System: In einigen europäischen Städten existiert eine Citymaut für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Unser System erkennt die entsprechenden Zonen, schaltet den Verbrenner dann automatisch aus, kommuniziert dies den zuständigen Behörden und vermeidet dadurch mögliche Bußgelder für den Fahrer.

bfp: Wie steht es bei Ford aktuell um die rein batterieelektrische Mobilität?

C: Vogt: Ende des nächsten Jahres starten wir mit einem vollelektrischen SUV, dessen Design von unserer Ikone Ford Mustang inspiriert ist. Das noch namenlose Fahrzeug wird diesen November vorgestellt und wir freuen uns sehr, dass wir in Europa die Ersten sein werden, die dieses Fahrzeug erhalten.

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Neue Crossover Puma und Kuga

bfp: Unabhängig vom Hybridantrieb: Welche Zielgruppen sprechen Sie mit Puma und Kuga im Flotten- und Gewerbekundenmarkt an?

C. Vogt: Der Kuga hat sich über die Jahre im SUV-Segment etabliert. Die Beliebtheit der SUVs im Privatkundenmarkt schlägt selbstverständlich auch auf den User-Chooser-Bereich durch, wo sich der Kuga ebenfalls großer Beliebtheit erfreut. Diesen Erfolg wollen wir mit der neuen, dritten Generation, die sich optisch ja deutlich in Richtung Crossover entwickelt hat, und ihrer breiten Antriebspalette ab Anfang 2020 weiter ausbauen.

bfp: Und was haben Sie mit dem Puma vor?

C. Vogt: Der Ford Puma wurde entwickelt unter dem Motto "Living big in a small world". Er bietet auf verhältnismäßig kleiner Grundfläche enorm viel Platz, großen Komfort und ganz viel Lifestyle. Das Auto überzeugt mit vielen durchdachten Details für den Alltag. Ein pfiffiges Beispiel ist die sogenannte Megabox im Kofferraum. Die Megabox ist ein flexibel nutzbares Unterflurfach mit einem Volumen von bis zu 80 Litern zum Beispiel für den Transport von schmutzigen Sportgeräten oder Stiefeln. Die Megabox ist vollständig mit Kunststoff ausgekleidet und besitzt eine Abfluss-Schraube. Dadurch lässt sie sich nach der Nutzung sehr leicht mit Wasser reinigen, das anschließend einfach abfließt. Außerdem bieten wir für den Puma, einmalig in diesem Segment, auch Massagesitze an. Der Puma ist also ein sehr praktisches und sehr schickes Lifestyle-Produkt, von dem wir uns mit seinem großen Platzangebot eine Menge vor allem im User-Chooser-Bereich erhoffen.

bfp: Ersetzt der Puma den Ecosport?

C. Vogt: Nein, wir werden Puma und Ecosport parallel anbieten. Die beiden Fahrzeugcharaktere unterscheiden sich ja auch ganz grundsätzlich: Der Ecosport verkörpert bereits optisch klassische SUV-Tugenden, während der Puma ein sportliches Crossover-Modell ist.

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Ford Pass Pro für kleine gewerbliche Fuhrparks

bfp: Welche Nachfrageeffekte durch die 0,5-Prozent-Versteuerung für Elektroautos und Plug-in-Hybridfahrzeuge spüren Sie?

C. Vogt: Wir erhalten zurzeit von vielen größeren Fuhrparks das Feedback, dass die Vorteile dieser Regel zum großen Teil beim Fahrer liegen, während die Unternehmen alle Fuhrparkaspekte berücksichtigen müssen, wie zum Beispiel höhere TCO – vor allem, wenn die Fahrer kaum elektrisch und eher mit Benzin oder Diesel fahren, sowie bezüglich des Ausbaus der Lade-Infrastruktur. Allerdings denken wir, dass die Regelung im nächsten Jahr zu einer deutlich größeren Dynamik in diesem Bereich führen wird.

bfp: Wie ist der aktuelle Stand in Sachen vernetzter Mobilitätsservices?

C. Vogt: Für kleine gewerbliche Fuhrparks mit bis zu fünf Fahrzeugen bringen wir in Kürze Ford Pass Pro. Die Kunden haben dann die Möglichkeit, ihren Fuhrpark über die Ford-Pass-App zu steuern und Daten zu verwalten. Weiterhin im Angebot sind die mehrmarkenfähigen Datenservices und unser vollwertiges Telematiksystem im Rahmen von Ford Commercial Solutions.

bfp: Frau Vogt, herzlichen Dank für das Gespräch.

Das Interview führten Clemens Noll-Velten und Christian Frederik Merten.

Foto: Ford

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Foto: Ford-Werke

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