Jetzt auch vollelektrisch: 156 PS leistet der neue Opel Astra Electric.
Foto: Christian Frederik Merten
Jetzt auch vollelektrisch: 156 PS leistet der neue Opel Astra Electric.

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bfp-Fahrbericht

Opel Astra Electric: Ganz normal, nur elektrisch

Erster Elektro-Kompakter von Opel: Der Astra Electric fährt mit Strom, ansonsten aber wie seine  konventionell betriebenen Geschwister.

Schon 2028, sieben Jahre vor dem EU-Verbrennerverbot, will Opel nur noch rein elektrische Autos anbieten. 2024 soll es in jeder Baureihe ein batterieelektrisches Modell geben, auch in den Nachfolgern der SUVs Crossland und Grandland, die im nächsten Jahr erscheinen. Bevor es so weit ist, roll Opel aber erstmal den Astra Electric ins Rampenlicht – den ersten vollelektrischen Kompakten aus Rüsselsheim.

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Auch mit Elektroantrieb: Astra bleibt Astra

Dabei hat der Astra mit Elektroantrieb optische Extravaganzen überhaupt nicht nötig. Zumindest nicht im Vergleich mit seinen Geschwistern mit Benzin-, Diesel- oder Hybridantrieb. Denn wie der Name schon sagt: Astra bleibt Astra, egal welcher Motor unter der Haube werkelt. Und weil der Astra eben Astra bleibt, fährt auch der Astra Electric im schnittigen Design der neuen Kompaktwagen-Generation vor. Außerdem fährt der vollelektrische Kompakt-Opel im ersten Schritt ausschließlich in der gehobenen GS-Ausstattung vor, weshalb das schwarz abgesetzte Dach Serie ist. Was dem Stromer besonderen Chic verleiht.

Auch innen bleibt der Astra Astra. Heißt also auch hier das Opel-typische „Pure Panel“-Cockpit mit Digitalinstrumenten und Touchscreen im 10-Zoll-Format. Die einfache Bedienung bleibt ebenfalls im elektrischen Astra, auch das großzügige Raumangebot vorn. Was der Elektro-Astra leider auch von seinen Verbrenner-Geschwistern geerbt hat: die beengten Knieverhältnisse im Fond. Weil Opel den 54-kWh-Akku im Wagenboden verbaut, bleibt der Kofferraum im Alltag gut nutzbar: Mit 352 bis 1.268 Litern Volumen bewegt er sich exakt auf dem Niveau der Plug-in-Hybride. Einen Frunk, also ein zusätzliches Gepäckfach unter der Motorhaube, bietet der Astra allerdings nicht.

Effizienter Antrieb im elektrischen Astra

Was den Antrieb angeht, steckt bewährte Stellantis-Technik unter der Astra-Haube. Und weil der Astra Electric ganz neu ist, schon in ihrer neuesten Evolutionsstufe. Heißt neben dem erwähnten 54-kWh-Akku eben 156-Elektro-PS. 270 Nm Drehmoment liegen sofort an, bis maximal Tempo 170 rennt der Elektro-Astra auf der Autobahn. Bei 14,8 bis 15,5 kWh Verbrauch je 100 Kilometer sollen nach WLTP bis zu 418 Kilometer Fahrt drin sein.

Auf unserer ersten Probefahrt durch Berlin zeigte sich der Astra Electric äußerst effizient. Genau 12,0 kWh Verbrauch vermeldete der Bordcomputer, was tatsächlich eine Leistung ist. Aber Stichwort Berlin: In der Stadt mit vielen Brems- und Rekuperationsvorgängen – der Astra Electric verfügt über eine zusätzliche Rekuperationsstufe – spielen Elektroantriebe ihre Vorteile natürlich besonders aus. So oder so sind 12,0 kWh aber ein guter Wert, und dass sich das Leergewicht des ersten elektrischen Opel-Kompakten mit rund 1,7 Tonnen ebenfalls auf dem Niveau der Plug-in-Hybride einpendelt, spielt dabei auch eine große Rolle.

Zudem lässt sich die Leistung – und damit auch der Verbrauch – im Astra Electric über die Fahrmodi regeln. Im „Eco“-Modus liefert der Astra maximal 108 PS, im „Normal“-Modus 136 und im „Sport“-Modus die genannten 156 PS. Per Kickdown lässt sich die Maximalleistung im Notfall aber in allen drei Fahrmodi abrufen.

Apropos fahren: Eine große Stärke des Astra Electric ist, dass er sich fährt wie alle anderen Astra auch. Klar, die Verbrennergeräusche fallen weg. Aber sonst? Keine Unterschiede. Auch mit Elektroantrieb liegt der Kompakt-Opel satt auf der Straße, federt aus unserer Sicht genau richtig ab und hinterlässt einen solide-alltagstauglichen Eindruck. Und die 156 PS? Sollten in der Praxis allemal reichen. Auch auf der Autobahn könnte der neueste Opel damit Spaß machen. Wie genau er sich dort verhält, muss aber ein genauer Test klären.

Elektro-Astra zunächst ausschließlich in der Topvariante GS

Zu haben ist der Astra Electric wie gesagt bis auf Weiteres ausschließlich in der gehobenen Ausstattung GS. Dass Opel wie beim Corsa Electric mit der Zeit weitere günstigere Ausstattungslinien, ist zu erwarten. Bis dahin liegt der Startpreis bei 37.866 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.). Serienmäßig an Bord sind dann 18-Zoll-Alus, elektrischer AGR-Fahrersitz, Radio und Infotainmentsystem, Zweizonen-Klimaautomatik, Einparkhilfe vorn und hinten, 360-Grad-Kamera, LED-Licht, Sitzheizung vorn und Lenkradheizung, Infotainment inklusive Apple Carplay und Android Auto und – wichtig bei Elektroautos – eine Wärmepumpe.

Was noch fehlt? Ein Navi. Deshalb entscheiden wir uns für das Assistenzpaket Intellidrive 2.0, das im Astra Electric Premiere feiert. Da gibt es nämlich nicht nur einen Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung, eine Fußgängererkennung, einen aktiven Spurhalte-Assistenten, den Verkehrsschild-Assistenten, die Müdigkeitserkennung, den Querverkehrswarner sowie den adaptiven Automaten mit Stoppfunktion und den Totwinkel-Warner wie im Assistenzpaket Intellidrive 1.0. Sondern auch einen teilautonomen Spurwechselassistenten und eben ein Navi, dessen Routenverlauf – neben den Wetterverhältnissen – auch als Basis für die intelligente Tempoanpassung dient. Kostenpunkt: 1.429 Euro.

Ebenfalls ein Muss, wenn man nicht auf das serienmäßige Kardio-Rot steht: Die Farbe Arktisweiß (294 Euro) oder ein Metalliclack (513 oder 714 Euro). Auch das kabellose Smartphone-Laden (126 Euro) und das Universal-Ladekabel (832 Euro) sollten mit an Bord sein. Serie ist im Astra Electric nämlich nur ein Mode-2-Kabel für die Haushaltssteckdose.

Und zu guter Letzt: das Licht. Mit 1.092 lässt sich Opel im Astra Electric das sogenannte Intellilux LED-Pixel-Licht“, früher als Matrix-LED-Licht vermarktet, vergüten. Für alle, die viel nachts und vor allem außerhalb geschlossener Ortschaften unterwegs sind, sicherlich eine sinnvolle Investition.

Astra Electric als Kombi noch in der zweiten Jahreshälfte

Was dagegen noch nicht in der Preisliste steht? Der Astra ST Electric, mit dem Opel zu den Vorreitern im Segment elektrischer Kombis gehört. Lange warten müssen Kombi-Interessenten aber nicht mehr, noch in der zweiten Jahreshälfte soll der elektrische Lademeister auf die Straße rollen.

Technische Daten Opel Astra Electric:

  • Segment: Kompaktklasse
  • Karosserie: Limousine fünftürig
  • Maße | Kofferraum: 4.374 x 1.860 x 1.488 mm | 352 – 1.268 l
  • Elektro: 156 PS | 14,8 – 15,5 kWh | 0 g CO2 | ab 37.866 Euro
  • Max. Ladeleistung | Ladezeit (AC/DC): 11/100 kW
  • Max. Ladezeit (AC/DC): 5:45 (0 – 100 %)/0:30 (0 – 80 %) h
  • Akkugröße (brutto): 54 kWh
  • Max. Reichweite: 418 km
  • Versicherung: KH: 14 | VK: 22 | TK: 20
  • Verbrauch, Emissionen und Reichweiten nach WLTP; Preise netto zzgl. USt.

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