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Kia bietet sein Kompakt-SUV Sportage ab sofort auch als Plug-in-Hybrid an. bfp-Chefredakteur Christian Frederik Merten traf im Rahmen der Präsentation Kia-Deutschland-Geschäftsführer Thomas Djuren (l.) und den neuen General Manager Fleet & Remarketing Jan Böckmann (r.).
Foto: Fred Roschki – Kia Deutschland GmbH
Kia bietet sein Kompakt-SUV Sportage ab sofort auch als Plug-in-Hybrid an. bfp-Chefredakteur Christian Frederik Merten traf im Rahmen der Präsentation Kia-Deutschland-Geschäftsführer Thomas Djuren (l.) und den neuen General Manager Fleet & Remarketing Jan Böckmann (r.).

bfp-Fahrbericht

Kia Sportage PHEV: Design-Individualismus für Sparer

Erste Fahrt im neuen Kia Sportage Plug-in-Hybrid. Dazu: Drei Fragen an den neuen Kia-Großkundenchef Jan Böckmann.

Als Benziner mit Allradantrieb haben wir den Kia Sportage erst vor Kurzem getestet. Nun fährt mit dem Plug-in-Hybrid (PHEV) die – nach Diesel und Benziner – dritte Allrad-Variante des koreanischen Kompakt-SUVs vor. 265 PS Systemleistung, Sechsgang-Automatik und kombiniert bis zu 70 WLTP-Kilometer rein elektrische Reichweite – das sind die Kern-Koordinaten des neuesten Teilzeitstromers aus dem Hause Kia.

Kia Sportage: Wild, aber solide

Das Außendesign des neuen Kia Sportage polarisiert auf den ersten Blick. Im Kern aber ist das koreanische Kompakt-SUV ein souveräner Allrounder.
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Trotz zweiten Antriebs viel Platz im Sportage Plug-in-Hybrid

Optisch unterscheidet sich der Sportage 1.6 T-GDI Plug-in-Hybrid, wie das teilelektrische Kompakt-SUV mit vollem Namen heißt, bis auf die zusätzliche Ladeklappe, die andere Positionierung des Front-Kollisions-Radars und PHEV-Embleme nicht von seinen konventionell angetriebenen Geschwistern. Heißt: Auch der Sportage PHEV kommt mit sehr individuell gezeichnetem Heck und ebenso eigenständigem Heck.

Und heißt: Innen bietet der Sportage den gleichen hohen Alltagsnutzen wie die Diesel und Benziner. Auch wenn die Beinfreiheit im PHEV-Fond um rund vier Zentimeter schrumpfte: Das SUV bleibt trotz zusätzlichen Elektroantriebs ein Raumriese. Auch der Kofferraum bleibt praxistauglich: 540 bis 1.715 Liter Gepäck passen in den Sportage Plug-in-Hybrid. Damit liegt das Standardvolumen zwischen dem der Mildhybrid-Varianten von Diesel (526 Liter) und Benziner (562 Liter). Nur der Basis-Benziner oder Mildhybrid-Unterstützung übertrifft in Sachen Standard-Kofferraumvolumen alle anderen Varianten (591 Liter). Wem das nicht reicht, kann gebremst noch bis zu 1.350 Kilogramm an den Haken des Plug-in-Hybrids nehmen.

50 Elektro-Kilometer in der Sportage-Praxis realistisch

Für den Antrieb sorgen im Sportage Plug-in-Hybrid der bekannte 1,6-Liter-Turbobenziner mit 180 PS sowie ein 91 PS starker Elektromotor. Ergibt wie gesagt 265 PS Systemleistung, die über alle vier Räder und eine Sechsgang-Automatik auf die Straße fließen. 1,1 Liter Benzin-Verbrauch (alle Werte nach WLTP) gibt Kia für sein teilelektrisches Kompakt-SUV an, dazu 16,9 kWh Strom. Das soll kombiniert für 70 rein elektrische Kilometer Fahrt reichen, in der Stadt für 78. Wie immer liegen Theorie und Praxis auseinander, das gilt auch in diesem Fall. Mit vollem 13,8-kWh-Akku (netto) gestartet, reichte der Strom im EV-Modus für runde 50 Kilometer. Die liegen deutlich unter den versprochenen 70 Kilometern, sind so schlecht dann aber doch nicht: Schließlich waren wir weite Teile unserer Fahrt mit Autobahn-Tempo unterwegs. Sind wir die neueste Sportage-Variante mit fast leerer Batterie und im Hybrid-Modus gefahren, pendelte sich der Verbrauch zwischen sieben und acht Litern ein. Ist der Akku leer, lädt der Plug-in-Hybrid mit maximal 7,2 kW Ladeleistung. Dauert von 10 bis 100 Prozent mindestens 1 Stunden und 45 Minuten.

Grundsätzlich fährt sich der Sportage Plug-in-Hybrid fast genauso wie seine konventionellen Geschwister. Der Innenraum präsentiert sich gut verarbeitet, das Cockpit leicht bedienbar. Auch im Plug-in-Hybrid gibt es unterhalb des hier serienmäßigen 12,3-Zoll-Touchscreens die Wechselmenüleiste, über die auf Knopfdruck entweder Infotainment-Funktionen oder die Klimatisierung bedienbar sind. Größter Unterschied zwischen PHEV und Benzinern und Diesel: das Kurven-Fahrverhalten. Vor allem in schnellen und engen Kehren schiebt der Plug-in-Hybrid deutlich über die Vorderräder. Fast zwei Tonnen Leergewicht fordern hier ihren Tribut.

Umweltbonus für alle Sportage Plug-in-Hybrid

In der Preisliste steht der Kia Sportage Plug-in-Hybrid ab 37.303 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.). Dafür bringt er bereits einige Ausstattungs-Features mit. Serienmäßig sind 19-Zoll-Leichtmetallräder, Apple CarPlay und Android Auto, 10,7-Zoll-Digitalinstrumente und 12,3-Zoll-Touchscreen, adaptiver Tempomat, Navi, Lenkrad- und Sitzheizung, Parksensoren vorn und hinten oder auch eine Rückfahrkamera. Dazu kommen ein Autobahn-, Fernlicht-, Spurhalte- und Stauassistent. Was das Thema Laden betrifft, ist allerdings nur ein Kabel für die 230-Volt-Haushaltssteckdose Standard. Ein Mode-3-Kabel für die Ladesäule gibt es für 197 Euro im Kia-Zubehör-Shop.

Ausstattungslinien bietet Kia für den Sportage Plug-in-Hybrid nicht an, dafür aber die Pakete Spirit (3.109 Euro) und GT-Line (4.958 Euro). So bleibt der Basispreis immer unter 40.000 Euro, was in jedem Fall zur vollen staatlichen Fördersumme führt. Weil es Gimmicks wie die 12,3-Zoll-Digitalinstrumente, die elektrische Heckklappe, die induktive Smartphone-Ladestation oder auch das adaptive Fernlicht in der Basis gar nicht gibt, empfehlen wir den Griff zum Spirit-Paket. Wer dann noch weitere Assistenzsysteme inklusive der empfehlenswerten Totwinkel-Videos im Cockpit möchte, wählt das „Drive Wise Park Plus“-Paket für 1.168 Euro.

Drei Fragen an Jan Böckmann, General Manager Fleet & Remarketing bei Kia Deutschland:

Welche Rolle spielt der Sportage generell für das Groß- und Gewerbekundengeschäft bei Kia?

Jan Böckmann: Der Kia Sportage ist für uns ein enorm wichtiges und auch stark gefragtes Modell in unserem Geschäft mit gewerblichen Kunden. Im Produktmix ist der Kia Sportage unter den Top 3 platziert. Die allgemeine Nachfrage nach Plug-in-Hybriden, darunter der neue Kia Sportage Plug-in-Hybrid, hängt stark von der Entwicklung der staatlichen Förderungen ab.

Welche Chancen versprechen Sie sich speziell für den PHEV?

Böckmann: Mit der Einführung der neuen Generation des Sportage haben wir bei Kia in diesem wichtigen Segment erstmals einen PHEV im Angebot. Mit 70 Kilometer rein elektrischer Reichweite bietet er hohe Flexibilität. Der hohen Nachfrage nach Plug-in-Hybriden im gewerblichen Bereich entsprechend gehen wir davon aus, dass wir den Kia Sportage Plug-in-Hybrid bei unseren Bestandkunden und vor allem auch als Türöffner bei Neukunden sehr gut werden platzieren können. Die ersten Entwicklungen bei den Kundenkaufverträgen für den PHEV bestätigen diese Einschätzung.

Welche Resonanz erfährt der EV6 bei Groß- und Gewerbekunden?

Böckmann: Analog zu den Privatkunden stößt der Kia EV6 auch bei gewerblichen Kunden auf sehr großes Interesse. Wir registrieren vor allem auch im Bereich der User-Chooser eine starke Nachfrage nach unserem „Auto des Jahres“.

Optisch unterscheidet sich der Sportage Plug-in-Hybrid praktisch nicht von seinen Geschwistern mit konventionellen Benzinern oder dem Diesel.
Natürlich gibt es eine zusätzliche Ladeklappe. Maximal 7,2 kW Ladeleistung sind drin.
540 bis 1.715 Liter Gepäck fasst der Kofferraum des Kia Sportage Plug-in-Hybrid.
Die Ladekabel (Mode 3 als Option) verschwinden im Kompakt-SUV bei Bedarf unter dem Ladeboden.
Keine Unterschiede zu den konventionell betriebenen Sportage-Modellen auch im Cockpit.

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